Holzminden (red). Schon bei den ersten Sonnenstrahlen ist es häufig so weit: Das Cabriolet wird aus seinem Winterschlaf geweckt und für erste Spritztouren genutzt. Andreas Röll, Leiter der TÜV NORD-Station Holzminden gibt fünf Tipps, worauf Cabriofahrerinnen und -fahrer achten sollten. 

  1. Der richtige Parkplatz

    „Auch wenn ein schattiger Parkplatz für ein angenehm gekühltes Fahrzeug sorgt, sollte zu Bäumen Abstand gehalten werden. Vor allem Kastanien, Platanen, Linden und Pappeln verlieren in dieser Jahreszeit Blätter, Blüten, Pollen und Nektar, die auf dem Lack oder dem Stoffdach kleben bleiben“, weiß Andreas Röll. Besonders bei Letzterem kann sich dies in die Webstruktur einfressen und bleibende Schäden hinterlassen. Deshalb parkt man entweder unter freiem Himmel oder in einer Garage. Aber auch eine Plane zum Abdecken des Cabriolets kann Abhilfe schaffen.

  2. Der regelmäßige Fahrzeugputz

    Sowohl Lack- als auch Stoffdach benötigen regelmäßige Reinigung und Pflege. Bei einem Textilverdeck empfiehlt sich die Autowäsche per Hand, wobei möglichst vorsichtig vorzugehen ist. Zudem ist zu beachten, dass eine Handwäsche nicht zuhause auf dem eigenen Grundstück durchgeführt werden darf und daher eine Waschanlage aufgesucht werden muss. Mit kaltem Wasser und einer weichen Bürste lassen sich zuerst leichte Verschmutzungen lösen. Bei stärkerer Verunreinigung helfen spezielle Reinigungsmittel. Darüber hinaus können Cabrioletbesitzerinnen und -besitzer auch auf spezielle Cabrio-Programme in Waschanlagen zurückgreifen. So warnt der TÜV-Experte: „Bei Kunststoffheckscheiben ist besondere Vorsicht geboten, da diese bei klassischen Bürstenwäschen zerkratzt und blind werden können.“

  3. Die korrekte Pflege des Stoffdachs

    Das Textilverdeck des Cabriolets muss viel aus- und abhalten: Sturm, Regen und Schmutz, aber auch Vogelkot und tote Insekten beanspruchen den Stoff. Deshalb empfiehlt sich nicht nur die regelmäßige Reinigung, sondern auch das Intakthalten der Imprägnierung durch entsprechende Pflege und kontinuierliche Versiegelung. So wird Dreck abgehalten und das Ausbleichen durch UV-Strahlung verhindert. Entsprechende Sprays für das Cabriodach sind im Fachhandel erhältlich. Außerdem sollte das Verdeck-Gestänge periodisch kontrolliert und die Gelenke geschmiert werden. „Nicht zu vergessen ist auch die Kontrolle der Dichtungen, sodass kein Wasser in den Innenraum gelangen und Schäden verursachen kann“, ergänzt Röll.

  4.  Die Säuberung und Pflege der Sitze

    „Die Sitze in einem Auto mit offenem Verdeck müssen mit direkter Sonneneinstrahlung, Wind und Staub deutlich mehr aushalten als bei einem regulären Fahrzeug mit Dach“, so der Stationsleiter. „Aus diesem Grund benötigen sie besondere Pflege.“ Lederreiniger und Fette bzw. Pflegemittel halten das Material geschmeidig und schützen es. Aufzutragen sind sie nach einer milden Reinigung. Nach der Einwirkzeit können die Reste einfach mit einem weichen Tuch abgewischt oder in das Leder eingearbeitet werden.

  5.  Nicht nur das Fahrzeug braucht Schutz und Pflege

    Die UV-Strahlung greift nicht nur das Cabriolet, sondern auch die Passagiere an. Dazu Andreas Röll: „Auch wenn der Fahrtwind angenehm kühlt, besteht die Gefahr eines Sonnenbrands. Dementsprechend ist es unumgänglich, sich vor der Fahrt sowie in regelmäßigen Abständen mit Sonnencreme einzuschmieren.“ Und auch die Augen sollten mit Hilfe einer Sonnenbrille vor UV-Strahlung, Zugluft und Insekten geschützt werden. Darüber hinaus können ein Schal und eine Kopfbedeckung die kühle Luft abhalten.

Foto: TÜV NORD – iStock-1255205362-SaevichMikalai