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Donnerstag, 21. Mai 2026 Mediadaten Fankurve
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Eschershausen (awin). Eigentlich geht es nur um die Pflege eines Sportplatzes, doch in Eschershausen ist daraus mittlerweile ein Konflikt geworden, der inzwischen weit über die Frage hinausreicht, wer den Rasen mäht. Denn die Fußballverantwortlichen des MTSV Eschershausen werfen den städtischen Funktionsträgern Friedhelm Bandke sowie Andreas Fischer vor, Druck auf den Verein ausgeübt sowie mit rechtlichen Konsequenzen und einer möglichen Klage gedroht zu haben, nachdem der Verein für die Platzpflege einen Drittanbieter beauftragt hat.

Verein übernimmt Pflege des Sportplatzes

Im Gespräch mit der Weser-Ith News schildert Fußballabteilungsleiter Niklas Gutacker, dass sich der MTSV seit 2024 selbst um die Pflege des Sportplatzes kümmert. „Vorausgegangen ist eine Situation, mit der der Verein unzufrieden gewesen ist“, erklärt Gutacker, denn zuvor habe die Stadt Eschershausen diese Tätigkeit mit Hilfe von geringfügig Beschäftigten ausgeführt, doch dies habe aus Sicht des Vereins nicht zuverlässig funktioniert. Im weiteren Verlauf sei aus dem Dialog mit der Stadt Eschershausen eine Vereinbarung getroffen worden, dass der Verein die Platzpflege in Zukunft selbst in die Hand nehme.

„Hierfür wurde dem Verein durch die Stadt Eschershausen ein jährlicher Zuschuss in Höhe von 7.500 Euro gewährt und laut Zuwendungsbescheid vom 3. März 2026 ist das Geld für die Pflege der Spiel- und Nebenflächen innerhalb der Aschebahn, die Reinigung und Pflege der Tribüne, die Reinigung der Ersatzbankanlage sowie die Pflege des Trainingsplatzes vorgesehen. Die Pflege des Trainingsplatzes hatte die Stadt nach Gesprächen im Jahr 2025 allerdings wieder in ihre Zuständigkeit übernommen. Ein Verbot einer Beauftragung eines Drittunternehmens wurde in der getroffenen Vereinbarung nicht ausgesprochen“, führt Niklas Gutacker weiter aus und verdeutlicht, dass somit der Verein die Pflege eigenständig organisieren durfte.

„Der Bescheid regelt für uns ganz klar, was wir zu tun haben“, bekräftigt Gutacker.

„Der Verein hat die Pflege des Platzes in den letzten Jahren eigenverantwortlich organisiert. Grundlage dieses Vorgehens sind mündlich getroffene Vereinbarungen zwischen Stadt und Verein“, versichert auch Robert Kumlehn, Samtgemeindebürgermeister Eschershausen-Stadtoldendorf, auf Nachfrage der Redaktion und verdeutlicht, dass die Darstellung des Vereins zutreffend sei.

Verein sucht günstigere Lösung

In den Jahren 2024 und 2025 setzte der MTSV Eschershausen nach eigenen Angaben einen Mähroboter ein. Dieser habe jedoch 7.300 Euro pro Saison gekostet. „Bei einem Zuschuss von 7.500 Euro ist kaum Geld für weitere notwendige Arbeiten geblieben – etwa Sanden, Nachsaat, Düngung oder das Ausbessern von Löchern. Nur mit Rasenmähen ist die Platzpflege nicht getan“, sagt Gutacker. Daraufhin suchte der Verein nach einer günstigeren Lösung und beauftragte im März 2026 die „Defensor Facility Management GmbH“, die nach Angaben Gutackers die Mäharbeiten für 5.000 Euro pro Saison angeboten habe.

Kritik an Eingriffen durch städtische Vertreter

In der Folge habe die Stadt Eschershausen jedoch auf das Unternehmen „Fischer Floristik“ – Inhaberin des Unternehmens ist die Ehefrau von Andreas Fischer – verwiesen, dass vonseiten der Stadt Eschershausen im Rahmen einer beschränkten Ausschreibung für die Grünflächenpflege beauftragt worden ist. Die Beauftragung der „Defensor Facility Management GmbH“ sei anschließend von Andreas Fischer und Friedhelm Bandke gegenüber dem Verein beanstandet worden.

„Unser Verein ist von Andreas Fischer und Friedhelm Bandke aufgefordert worden, den Vertrag mit Defensor rückabzuwickeln. Auch wurde auf mögliche rechtliche Konsequenzen, eine mögliche Klage wegen Vertragsbruchs und einen möglichen Platzverweis für Defensor hingewiesen“, verdeutlicht Niklas Gutacker.

Eschershausens Stadtdirektor Robert Kumlehn erklärt hierzu auf Nachfrage der Weser-Ith News: „Nach meinem Kenntnisstand sind gegenüber Vertretern des MTSV diese Äußerungen so gefallen. Mir vorliegende Gedächtnisprotokolle und Chatverläufe belegen dies. Auch mir gegenüber wurde von Herrn Fischer das Ansinnen geäußert, Fa. Fischer sei berechtigt, die Stadt wegen Vertragsbruch zu verklagen.“

Streit um Zuständigkeiten bei der Ausschreibung

Entscheidend für den Streit sei auch, ob das Unternehmen „Fischer Floristik“ überhaupt einen Anspruch auf die Pflege der Sportplatzflächen habe. Stadtdirektor Kumlehn verneint dies, denn die betroffenen Flächen seien nicht Bestandteil der Ausschreibung gewesen.

„Eine Beauftragung hätte gesondert erfolgen können, wenn sich Stadt und Fa. Fischer übereinstimmend eine solche Vertragserweiterung ausgemacht hätten. Nach eingehenden rechtlichen Prüfungen ist festzuhalten, dass die Fa. Fischer keinen Anspruch hatte, diese Flächen zu pflegen, nur weil es sich um städtische Flächen handelt. Die Pflege des zur Rede stehenden Sportplatzes ist nicht Bestandteil einer öffentlichen Ausschreibung gewesen. Zum Zeitpunkt der letzten Ausschreibung wurden diese Flächen in Verantwortung des MTSV gepflegt. Eine Beauftragung dieser Leistung im Rahmen einer Ausschreibung wäre daher gar nicht möglich gewesen“, verdeutlicht Stadtdirektor Kumlehn.

Verein sieht sich unter Druck gesetzt

Für Fußballabteilungsleiter Niklas Gutacker ist das Öffentlich machen in dieser Angelegenheit nach eigenen Angaben kein leichter Schritt gewesen. „Der Gang zur Presse ist für uns das letzte Mittel, um uns noch dagegen zu wehren“, macht er deutlich. Denn diesem Schritt seien zahlreiche Gespräche, Telefonate, E-Mails und WhatsApp-Chats mit den Beteiligten vorausgegangen.

Der Verein weist zudem den Vorwurf zurück, öffentliche Mittel zweckentfremden zu wollen. Jeder Cent des Zuschusses solle ausschließlich für die im Zuwendungsbescheid genannten Zwecke eingesetzt werden. Zum Jahresende 2026 will der Verein der Stadt eine detaillierte Kostenaufstellung vorlegen.

„Ich kann verstehen, dass sich der MTSV in dieser Angelegenheit unangemessen unter Druck gesetzt fühlt. Einen solchen Disput über die Vergabe der Rasenpflege hätte es nicht geben dürfen, schon gar nicht in der wahrzunehmenden Schärfe. Ich persönlich nehme nicht wahr, dass Andreas Fischer und Friedhelm Bandke die Richtigkeit ihres eigenen Verhaltens infrage stellen“, erklärt Stadtdirektor Kumlehn.

Gibt es einen Interessenkonflikt?

„Die Auftragsvergabe der öffentlichen Hand muss wirtschaftlich erfolgen und einen fairen Wettbewerb gewährleisten“, erklärt Kumlehn in Bezug auf das allgemeine Vergabeverfahren der Stadt Eschershausen.

„Allein der Anschein persönlicher Vorteilsnahme wäre schädlich. Andreas Fischer hat als städtischer Vertreter die Auflösung eines Vertragsverhältnisses zwischen dem MTSV und einem Mitbewerber der Firma seiner Frau eingefordert und eine mögliche Klage angekündigt, falls die Beauftragung der Firma seiner Frau ausbleibt. Dies ist aus meiner Sicht höchstproblematisch und hat mich dazu veranlasst, die zuständige Aufsichtsbehörde über diese Vorgänge in Kenntnis zu setzen“, macht Kumlehn deutlich.

Weder Friedhelm Bandke noch Andreas Fischer wollten sich auf Nachfrage der Weser-Ith News inhaltlich zum Sachverhalt äußern. Der Vorstand des MTSV Eschershausen sieht nach eigener Darstellung keine Grundlage mehr für eine weitere Zusammenarbeit mit Bandke und Fischer. Um weiteren Schaden vom Verein abzuwenden, insbesondere mit Blick auf dessen öffentliches Ansehen, stellte Niklas Gutacker den Antrag, Bandke mit sofortiger Wirkung aus seinem Amt als Ehrenvorsitzender des MTSV Eschershausen zu entlassen.

Wie die Stadt Eschershausen die Vorgänge nun weiter aufarbeitet und ob das Verhältnis zwischen Verein, Verwaltung und Politik wieder belastbar hergestellt werden kann, bleibt offen.

Foto: Privat

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