Dassel (red). An der Paul-Gerhardt-Schule hat in diesen Tagen eine interaktive Ausstellung anlässlich des Holocaust-Gedenktages stattgefunden. Vorbereitet wurde das Projekt von einem 12. Jahrgang im Fach Geschichte unter der Leitung von Dr. Annett Schulze. Ziel der Ausstellung war es, Geschichte nicht nur zu vermitteln, sondern für die Besucherinnen und Besucher erfahrbar zu machen.
Zwangsarbeit am heutigen Schulstandort
Ein zentraler Themenraum widmete sich dem Leben holländischer Zwangsarbeiter, die während des Zweiten Weltkriegs in den ehemaligen RUWO-Werken eingesetzt waren. Diese befanden sich auf dem Gelände der heutigen Paul-Gerhardt-Schule. Das RUWO-Werk, ursprünglich 1865 in Berlin gegründet und später nach Dassel auf das Gut Altenmühle verlegt, setzte während der nationalsozialistischen Zeit Zwangsarbeiter aus Polen, der Sowjetunion und den Niederlanden ein.
Alltag, Überwachung und Erinnerung
Weitere Stationen der Ausstellung thematisierten den Arbeitsalltag der Zwangsarbeiter, ihre Schlafstätten, die Überwachung sowie das Schreiben zensierter Briefe. Ergänzt wurde die Ausstellung durch Räume zur sogenannten entarteten Kunst, zum Leben der jüdischen Sportlerin Gretel Bergmann sowie zum Prozess gegen Adolf Eichmann. Zahlreiche interaktive Aufgaben luden dazu ein, sich mit den historischen Inhalten auseinanderzusetzen und Einfühlung sowie Nachvollzug zu fördern.
Internationaler Austausch als Grundlage
Den Auftakt für das Projekt bildete bereits im Herbst eine gemeinsame Veranstaltung mit niederländischen Kolleginnen und Kollegen sowie Historikern der Partnerschule in den Niederlanden. Diese Begegnung vertiefte den internationalen und historischen Kontext der Ausstellung und floss in die weitere Ausarbeitung ein.
Die Ausstellung wurde von Schülerinnen und Schülern der Paul-Gerhardt-Schule besucht, richtete sich aber ebenso an Schülerinnen und Schüler anderer Schulen. Darüber hinaus war sie auch für die Öffentlichkeit geöffnet.


Fotos: PGS Dassel