Stadtoldendorf (red). „Die CDU kann auch Nachhaltigkeit“, so Thomas Stottmeister, der die Veranstaltung zum Thema „Nachhaltigkeit“ moderierte. Um diese Worte zu untermauern, war Björn Thümler, Wissenschaftsminister des Landes Niedersachsen nach Stadtoldendorf eingeladen worden, um mit Prof. Dr. Manfred Sietz, der sich um ein Mandat im Kreistag Holzminden bewirbt, zu diskutieren. „Wir wollen den Grünen nicht das Feld überlassen – wir als CDU antworten mit Argumenten“ teilte Thomas Stottmeister, stellvertretender Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Holzminden, weiter mit. 

Minister Thümler referierte sehr anschaulich über die weitreichenden Maßnahmen, die das Land Niedersachsen zum Thema „Nachhaltigkeit“ ins Leben gerufen hat. „Wir haben die Notwendigkeit zur Veränderung schon lange verstanden“ so der Minister. „Doch eins muss uns klar sein: Wir in Deutschland allein können das Klima nicht retten!“. Herr Thümler gab zu bedenken, das in Bezug auf Klimaschutz immer generationsübergreifend gedacht werden muss. Das bloße Denken in Legislaturperioden kann das Problem nicht lösen. „Das, was wir heute beschließen, wird erst in Generationen spürbar sein. Die Erde gehört nicht uns, wir können Sie nur jetzt nutzen und dürfen Sie in Sinne der zukünftigen Generationen nicht überstrapazieren.“ So zitiert er aus der Weihnachtsansprache 1986, von Richard von Weizsäcker: "Wir haben die Natur von unseren Eltern geerbt. Wir haben sie aber auch von unseren Kindern geliehen." 

Im Moment entnimmt man der Erde zu viel. In Grönland regnet es auf das Eisschild, Waldbrände in Kanada, Sibirien brennt, der Regenwald steht an der Schwelle zum Umkippen, weil der Regenwald gerodet wird, Starkwetter-Ereignisse in Deutschland – die Menschen sind entsetzt, dass die Natur zurückschlägt. „Wer den Klimawandel leugnet, ignoriert auch die Opfer!“ so Björn Thümler. Manfred Sietz führt weiter im Thema „Wir müssen uns Nachhaltigkeit leisten können“. RessourcenGerechtigkeit und gesunde und faire Lebensumstände auf der gesamten Welt sind für uns alle von großer Wichtigkeit. „Schon der 2012 erschienene Bericht des Club of Rome sieht die Zukunft kritisch: ab 2052 sind global tiergreifende Änderungen zu erwarten.“ So verweist Prof. Sietz auf die mögliche Zunahme des globalen Flüchtlingsproblems, das durch z.B. steigende Meeresspiegel und Änderung von klimatischen Verhältnissen weiter forciert werden könnte. „Nachhaltigkeit kann man nicht verordnen. Sie lebt davon, dass sie gerne gemacht wird. Man kann durch Nachhaltigkeit auch Geld sparen. Davon wird viel zu wenig berichtet.“

Unternehmen in der Region Holzminden und Weserbergland verfügen oft über große, ungenutzte Kapazitäten. Anstatt die Abwärme sinnvoll zu nutzen, wird runtergekühlt und die Wärme in die Atmosphäre abgeblasen. „Wärme aus der Region – für die Region“. Hier muss ein regionales Netzwerk entstehen, das den Unternehmen hilft und sie mit den Zukunftsproblemen nicht allein lässt. „Oft gehen 70 % der Energie ungenutzt in die Atmosphäre – das ist eine der ganz großen Aufgaben, vor denen wir stehen“ so Manfred Sietz. 

Der Begriff der Nachhaltigkeit ist nicht definiert. Es gibt keine DIN oder ISO-Norm, die festlegt, was Nachhaltigkeit wirklich ist. Nachhaltigkeit sollte messbar gemacht werden, um die Sinnhaftigkeit und den Erfolgt dokumentieren zu können. 

„Wir können alle etwas tun zum Thema Nachhaltigkeit“, so Prof. Sietz. Es fängt im Kleinen an, dass wir z. B. das Holz der Region nicht durch die ganze Welt schicken, sondern vor Ort etwas Sinnvolles machen. Holz ist eine nachwachsende Ressource, das durch z.B. bestimmte Prozesse zur Herstellung von grünem Wasserstoff genutzt werden könnte. Der Vorgang nennt sich Holzvergasung und hat den großen Vorteil, dass lediglich nur ein einziges Mal Energie in den Prozess gegeben werden muss, dann läuft er von allein. Dieser Prozess liefert nicht nur Wasserstoff, sondern eine ganze Reihe von Rohstoffen, die dringend gebraucht werden. 

Es folgt eine sehr angeregte Diskussion der zahlreichen Teilnehmer der Veranstaltung mit den beiden Referenten. Es zeichnet sich ab, dass gerade hier vor Ort die Umsetzung oft bei bestem Willen, von Problemen begleitet werden, die Minister Thümler offen anspricht mit den anwesenden Bürgern und auch verspricht, die Dinge weiter voranzutreiben. Auch Fördergelder für Leuchtturm-Projekte stehen bereit, um das Thema „Nachhaltigkeit“ weiter voranzubringen und den Klimawandel zu verlangsamen.