Holzminden (zir). Die VR-Bank in Südniedersachsen hat bei ihrer Vertreterversammlung am 22. Juni in der Stadthalle Holzminden ein solides Geschäftsjahr vorgestellt und ihren Mitgliedern eine höhere Dividende angekündigt. Zugleich nahm die Genossenschaftsbank Abschied von zwei langjährigen Persönlichkeiten: dem früheren Vorstandsmitglied Manfred Schäfer und Reinhard Nowak aus dem Aufsichtsrat.
Fünf Prozent Dividende für die Mitglieder
Für die Mitglieder dürfte vor allem eine Zahl im Mittelpunkt stehen: Die Dividende soll auf fünf Prozent steigen. Im Vorjahr lag sie bei vier Prozent. Aus dem Bilanzgewinn von rund 2,81 Millionen Euro sollen 318.475,29 Euro an die Mitglieder ausgeschüttet werden. Die Auszahlung ist für den 24. Juni 2026 vorgesehen.
Auch die weiteren Kennzahlen fielen positiv aus. Die Bilanzsumme der VR-Bank wuchs auf 1,374 Milliarden Euro. Das Kreditgeschäft legte ebenfalls zu: Die Forderungen an Kunden stiegen auf 679 Millionen Euro. Bei den Kundeneinlagen erreichte die Bank 969 Millionen Euro. Das betreute Kundenvolumen lag zum Jahresende bei rund 2,52 Milliarden Euro.
Damit zeigte sich die Bank trotz schwieriger Rahmenbedingungen stabil. Im operativen Geschäft profitierte sie besonders vom Zinsgeschäft. Der Zinsüberschuss stieg auf 23,6 Millionen Euro. Der Provisionsüberschuss erhöhte sich auf 11,1 Millionen Euro. Der Verwaltungsaufwand nahm zwar ebenfalls zu, unter dem Strich konnte die Bank ihren Bilanzgewinn jedoch deutlich auf rund 2,81 Millionen Euro steigern.
Abschied von Manfred Schäfer
Neben den Zahlen prägten persönliche Momente die Versammlung. Manfred Schäfer wurde nach 45 Jahren Tätigkeit in genossenschaftlichen Organen verabschiedet. Seit 1. Januar 2005 gehörte er dem Vorstand an, im März 2026 endete seine aktive Zeit.
In den Würdigungen wurde Schäfer als Fachmann beschrieben, der die Entwicklung der Bank über viele Jahre mit ruhiger Hand, klarem Blick und großer Verlässlichkeit begleitet habe. Er habe Entscheidungen nicht laut, sondern gründlich vorbereitet und dabei stets die Menschen im Blick behalten – Kunden ebenso wie Mitarbeiter. Gerade diese unaufgeregte Art habe ihn für die Bank wertvoll gemacht.
Jens Geyer hob Schäfers Weitblick und seine Fähigkeit hervor, Stabilität und Vertrauen miteinander zu verbinden. Folkhert Groeneveld würdigte dessen analytische Stärke und seine bodenständigen Entscheidungen. Schäfer selbst sprach von einem ungewohnten Gefühl, nach vielen Jahren diesmal als Gast in der Versammlung zu sitzen. Er dankte für das Vertrauen und die konstruktive Zusammenarbeit. Dass die VR-Bank gut aufgestellt sei, mache ihn stolz und erleichtere den Abschied. Ein persönlicher Dank galt seiner Frau Petra für die jahrelange Unterstützung.
Dank an Reinhard Nowak
Auch Reinhard Nowak wurde in der Stadthalle verabschiedet. Er engagierte sich 13 Jahre ehrenamtlich im Aufsichtsrat und war viele Jahre stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender. Die Redner zeichneten das Bild eines Mannes, der Verantwortung zuverlässig übernommen und mit ruhiger, besonnener Art Orientierung gegeben habe.
Nowak habe fachliche Kompetenz, Aufmerksamkeit und Engagement eingebracht. Besonders betont wurde, dass er diese Aufgabe neben seinem Hauptberuf wahrgenommen habe. Sein Wirken sei von Klarheit, Verlässlichkeit und menschlicher Haltung geprägt gewesen. Der Vorstand dankte ihm für die gesetzten Akzente und die langjährige Begleitung der Bank.
Fotos: zir