Hameln (red). Im Rahmen einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung der Gesundheitseinrichtungen Hameln-Pyrmont GmbH stand gestern der geplante Stellenabbau bei der Dienstleistungstochter Sana DGS pro.service GmbH auf der Tagesordnung. Bereits mit Schreiben vom 10. Mai 2021 hatte sich Landrat Dirk Adomat in dieser Angelegenheit persönlich an den Vorstandsvorsitzenden der Sana Kliniken AG, Thomas Lemke, gewandt, um die Hintergründe für diese Entscheidung in Erfahrung zu bringen. Daraufhin kam es sehr kurzfristig zu dieser gestrigen außerordentlichen Aufsichtsratssitzung der Sana Klinikum Hameln-Pyrmont GmbH, an der auch Carsten Vetter, Erster Kreisrat und Mitglied des Aufsichtsrates, teilnahm. 

Ziel des Landkreises Hameln-Pyrmont ist es, sich für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Dienstleistungstochter Sana DGS pro.serviceGmbH – in Hameln - geht es dabei um 36 Betroffene – einzusetzen, um zu einer verantwortungsvollen Lösung zu kommen. Daher sollen möglichst viele Arbeitsplätze erhalten bleiben und gleichzeitig sozialverträgliche Lösungen gefunden werden. 

Die DGS-Geschäftsführung begründete das Vorgehen einerseits damit, dass die Anforderungen an den Dienstleistungssektor im Krankenhaus in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hätten und sich die Prozesse insgesamt zunehmend komplexer darstellen würden. Besonders stark sei dies in den Teilbereichen Reinigung, Service und krankenhausinterne Logistikdienstleistungen festzustellen. 

Zudem habe der Gesetzgeber eine Vielzahl von regulatorischen Projekten im Gesundheitswesen auf den Weg gebracht. Hierzu gehöre auch das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG), das die Ausgliederung der Pflegepersonalkosten aus dem entsprechenden Abrechnungs-System und deren Finanzierung über das Pflegebudget beinhalte. 

Die Verhandlungen zum Interessenausgleich und Sozialplan zwischen der Geschäftsführung und dem Gesamtbetriebsrat der Sana DGS pro.service GmbH haben am 20. Mai 2021 begonnen und werden voraussichtlich am 11. und 23. Juni 2021 fortgesetzt. In diesem Zusammenhang versichert das Unternehmen, dass sämtliche betrieblichen Mitbestimmungsrechte der Mitarbeitenden strikt gewahrt werden und die zuständige Geschäftsführung in enger Kommunikation und Abstimmung mit dem Gesamtbetriebsrat der Sana DGS pro.service GmbH ist. 

Der Landkreis Hameln-Pyrmont fordert schnellstmöglich eine Klärung, wie es künftig mit den entsprechenden Dienstleistungen in den Kliniken – und somit auch im Sana-Klinikum Hameln-Pyrmont – und den von Kündigung bedrohten Beschäftigten weitergeht. „Insbesondere erwarten wir, dass den 36 Betroffenen eine Folgebeschäftigung zugesichert wird, die auch weiterhin tarifgebunden sein soll“, betont der Erste Kreisrat Carsten Vetter. 

Sana versicherte, dass man sich der besonderen Verantwortung als Arbeitgeberin im Gesundheitsbereich bewusst und auch guter Hoffnung sei, dass im Rahmen der Verhandlungen eine für die Mitarbeitenden sozialverträgliche und zukunftsfeste Lösung gefunden werde.