Landkreis Holzminden (red). Über die Chancen und Herausforderungen der geplanten Ganztagsbetreuung an Grundschulen informierte der Kreissportbund Holzminden bei einer Veranstaltung in der Stiebel-Eltron-Sporthalle in Holzminden. Vorsitzender Bernd Wiesendorf rief die Sportvereine der Region dazu auf, sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen.
„Der Gesetzgeber hat entschieden, dass ab dem 1. August alle Grundschüler der ersten Klasse einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung haben. Unsere Vereine sollten die Chance nutzen, den Sport in diesem Rahmen als wichtiges Element zu etablieren“, erklärte Wiesendorf. Eine Kooperation mit Projekt Begegnung könne dabei helfen, Vereine organisatorisch zu entlasten.
Der Rechtsanspruch gilt zunächst für Kinder der ersten Klassen und soll schrittweise bis 2029 auf alle vier Grundschuljahrgänge ausgeweitet werden. Robert Hartmann, Geschäftsführer der Projekt Begegnung gGmbH, betonte, dass derzeit noch nicht absehbar sei, wie viele Eltern das Angebot tatsächlich nutzen werden. „Wir wissen heute noch nicht, wie viele Eltern tatsächlich Gebrauch davon machen, aber wir sollten vorbereitet sein“, sagte Hartmann.
Sportvereine können Angebote gestalten
Zum Ganztagsprogramm gehören neben Hausaufgabenbetreuung auch Förderangebote, Arbeitsgemeinschaften, Spiel, Sport und kulturelle Aktivitäten. Diese sollen in Zusammenarbeit mit externen Partnern organisiert werden.
Moritz Kremer vom Kreissportbund verwies darauf, dass der Bund den Ausbau der Ganztagsbetreuung finanziell unterstützt. Sportvereine könnten sich dabei aktiv einbringen, etwa indem sie Arbeitsgemeinschaften anbieten und Übungsleiterinnen und Übungsleiter stellen. Mit Fördermitteln des Landessportbundes betreut Kremer beim Kreissportbund die sogenannte „BeSS-Servicestelle“, die Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote in Schulen, Kindertagesstätten und Vereinen fördert.
Sarah Austermühl, Handlungsfeldleitung Erziehen, Bilden und Betreuen bei Projekt Begegnung, erklärte, dass durch die Kooperation auch kleinere Vereine beteiligt werden können. „Unter unserem Motto ‚Wir verbinden, was zusammengehört‘ agieren wir als rahmengebender Partner für die Sportvereine und können so die Sportangebote für die Ganztage im gesamten Landkreis Holzminden koordinieren“, erläuterte sie. Dazu gehörten auch Aufgaben wie Vertretungsmanagement und Verwaltung.
In der anschließenden Diskussion äußerten Vertreter kleinerer Vereine die Sorge, dass Übungsleiter für die Ganztagsbetreuung abgeworben werden könnten. Robert Hartmann, selbst Vorsitzender des MTV Boffzen, betonte jedoch, dass genau hier die Rolle von Projekt Begegnung liege. „Als Sportverein kann – und vor allem will – ich nicht Verträge über den Einsatz meiner Übungsleiter mit den Schulen abschließen – dann stehe ich als Verein voll in der Pflicht“, sagte Hartmann. Durch das Netzwerk von Projekt Begegnung könne eine verlässliche Organisation für alle Beteiligten geschaffen werden.
Foto: Kreissportbund Holzminden.