Neuhaus im Solling (red). Ein letzter Schlag mit dem Spalthammer und das Aufheulen der Motorsäge – Ende April hängt Jörg Wistuba sein Werkzeug an den Nagel. Der Forstwirtschaftsmeister beendet damit ein langes Berufsleben im Wald. Vor dem Eintritt in den Ruhestand hat er sein Lieblingsprojekt abgeschlossen: das Blockhaus im Forstamt Neuhaus – gebaut aus alten Sollingfichten, mit viel gemeinsamer Arbeit und über mehrere Jahre hinweg.
Weitergabe von Wissen und Erfahrung
Seine Fertigkeiten in der Waldarbeit und seine praktischen Erfahrungen im massiven Holzbau gab Wistuba an zahlreiche Teilnehmende weiter. Mehrere Lehrgänge waren erforderlich, bis der Rohbau des Blockhauses fertiggestellt werden konnte. Die letzten Arbeiten, darunter das Decken des Daches, überlässt der Forstwirtschaftsmeister nun seinen Nachfolgern.
Nutzung des Blockhauses noch offen
Wie das Waldhaus in der Revierförsterei Otterbach künftig genutzt wird, ist derzeit noch unklar. Revierleiter Axel Bunge zieht verschiedene Möglichkeiten in Betracht: So könne die rustikale Hütte als Geräteschuppen, Lagerraum oder auch als sogenannte Kampfhütte dienen, in der Forstpflanzen kühl gelagert werden. Als Einkehrmöglichkeit für den Maisprung sei der massive Rohbau aus Vollholz hingegen nicht geeignet.
Bauwerk mit Symbolcharakter
„Hier am Waldweg stand schon früher eine Forstdiensthütte, die für betriebliche Zwecke während der Pflanzsaison diente“, erinnert sich Bunge. Aktuell sei das Blockhaus jedoch noch nicht nutzbar, da Dach, Fenster und Tür fehlen. „Vorerst können nur Fledermäuse und Vögel einziehen“, so Bunge.
Das markante Bauwerk steht sinnbildlich für das langjährige Wirken von Waldfachkräften wie Jörg Wistuba. Auch im Ruhestand will er seinem Werkstoff Holz treu bleiben und die gewonnene Zeit für neue Projekte nutzen. „Dass die Motorsäge bei mir zu Hause einrostet, kann nicht passieren. Sie war und ist mein wichtigstes Werkzeug“, betont der Forstwirtschaftsmeister, der insgesamt 45 Jahre bei den Niedersächsischen Landesforsten tätig war.
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