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Samstag, 07. Februar 2026 Mediadaten Fankurve
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Ottenstein (awin). Mit der Verlegung von Stolpersteinen hat der Flecken Ottenstein am 6. Februar 2026 ein deutliches Zeichen gegen das Vergessen gesetzt. In Erinnerung an frühere jüdische Einwohnerinnen und Einwohner, die während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verfolgt, deportiert und ermordet wurden, sind im Ort insgesamt 15 Stolpersteine verlegt worden. Der Beschluss zur Umsetzung des Projekts geht auf die Initiative engagierter Bürgerinnen und Bürger zurück.

Unterstützt wurde das Vorhaben von dem Hamelner Historiker und Stolperstein-Initiator Dr. Rainer Gelderblom. Er hatte bereits vor rund 30 Jahren mit einer intensiven Spurensuche zum jüdischen Leben in Ottenstein begonnen und konnte damals noch mit Zeitzeugen sprechen, die die jüdischen Familien des Dorfes persönlich kannten.

Die Verlegung begann um 14.30 Uhr in der „Kirchstraße“ und führte anschließend zu vier weiteren Stationen im Ort. Rund 40 Interessierte begleiteten den Rundgang. Unter ihnen befanden sich auch jüdische Nachfahren der Opfer, die eigens aus England angereist waren. An jeder Station berichtete Dr. Gelderblom aus dem Leben der dort einst wohnhaften Menschen und schilderte deren Verfolgungsschicksale. Rabbi Dr. Walter Rothschild ergänzte die Ausführungen mit zusätzlichen historischen Einordnungen und übersetzte sie für die englischsprachigen Gäste. Gebete und Gesang verliehen dem Gedenken einen würdigen Rahmen.

Erinnerung an ehemalige Nachbarinnen und Nachbarn

Sieben der Stolpersteine wurden an der ersten Station in der „Kirchstraße“ für Mitglieder der Familie Kornberg verlegt. Julius Kornberg, geboren 1864, starb nach Entrechtung und Demütigung am 20. Januar 1937. Seine Ehefrau Rosa Kornberg, geborene Fels, Jahrgang 1864, wurde 1942 deportiert und am 11. Dezember 1943 in Theresienstadt ermordet. Ebenfalls dort erinnert wird an William Fels, geboren 1865, der 1942 deportiert und am 22. November 1943 in Theresienstadt ermordet wurde. Theodor Wallhausen, geboren 1872, wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert und dort ermordet.

Weitere Steine erinnern an Otto Kornberg, geboren 1894, der 1938 in sogenannte „Schutzhaft“ genommen, in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt und 1942 in das Ghetto Warschau deportiert wurde, wo er ermordet wurde. Auch Louise Kornberg, geborene Löwenstein, Jahrgang 1898, sowie Hanna Kornberg, geboren 1930, wurden 1942 in das Ghetto Warschau deportiert und dort ermordet. Die Steine sind generationenübergreifend angeordnet.

Weitere Stationen im Ortskern

An der zweiten Station neben der Liebfrauenkirche erinnern zwei Stolpersteine an Ludwig Nussbaum, geboren 1888, der 1938 in „Schutzhaft“ kam, im Konzentrationslager Buchenwald Zwangsarbeit leisten musste und am 23. Juni 1939 starb, sowie an Else Bertha Nussbaum, geborene Kornberg, geboren 1886, deportiert 1942 und im Ghetto Warschau ermordet.

In der „Breite Straße“ gedenken zwei weitere Steine Helene Rothschild, geboren 1862, die 1942 nach Theresienstadt deportiert und dort am 14. Februar 1943 ermordet wurde, sowie Hannchen Hess, geboren 1900, deportiert 1942 und im Ghetto Warschau ermordet. Helene Rothschild ist eine Vorfahrin von Rabbi Dr. Walter Rothschild.

An der 4. Station erinnern drei Stolpersteine an Ella Meyer, geborene Kornberg, geboren 1864, deportiert 1942 und am 13. November 1942 in Theresienstadt ermordet, an Mathilde Kornberg, geboren 1867, die nach Entrechtung am 17. Dezember 1940 starb, sowie an Karola Meyer, geboren 1908, deportiert 1942 und im Ghetto Warschau ermordet.

Ein einzelner Stolperstein in der „Breite Straße“ erinnert zudem an Emilie Kornberg, geboren 1856, deportiert 1942 und am 18. Oktober 1942 in Theresienstadt ermordet.

Sichtbares Zeichen der Erinnerungskultur

Mit der Verlegung der Stolpersteine macht Ottenstein die Geschichte seiner ehemaligen Nachbarinnen und Nachbarn im öffentlichen Raum sichtbar. Der Flecken Ottenstein und die beteiligten Initiativen betonten die Bedeutung des Projekts für eine lebendige Erinnerungskultur und die Übernahme historischer Verantwortung.

Fotos: awin

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