Landkreis Holzminden (red). Ein außergewöhnliches Naturschauspiel hat in der vergangenen Nacht viele Menschen im Landkreis Holzminden in Staunen versetzt. Am wolkenfreien Himmel waren teils intensiv leuchtende Polarlichter zu sehen – ein Phänomen, das in dieser Stärke in der Region nur äußerst selten auftritt.
In sozialen Netzwerken und Messenger-Diensten teilten zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer Fotos der leuchtenden Erscheinungen. Die Polarlichter waren dabei nicht nur schwach am Horizont zu erkennen, sondern zeigten stellenweise deutlich sichtbare Farben, die sogar mit bloßem Auge wahrgenommen werden konnten. Auffällig war zudem, dass die Polarlichter teilweise sogar in Richtung Süden sichtbar waren.
Üblicherweise müssen Beobachtende in Mitteleuropa nach Norden blicken, um das Phänomen wahrzunehmen. Dass die Lichterscheinungen auch südlich zu sehen waren, verdeutlicht, wie außergewöhnlich stark die Polarlichter infolge des intensiven Sonnensturms bis weit nach Süden vordringen konnten.
Um dieses seltene Naturschauspiel festzuhalten, machte sich auch Redakteur Michael Zirgiebel in der Nacht auf den Weg in den Solling. Die dort entstandenen Aufnahmen zeigen eindrucksvoll die außergewöhnliche Intensität der Polarlichter und sollen den Leserinnen und Lesern nicht vorenthalten werden.
Außergewöhnliche Intensität der Polarlichter
Normalerweise erscheinen Polarlichter in Mitteleuropa, wenn überhaupt, eher als blasses, weißliches Leuchten. Dass in dieser Nacht auch rötliche und grünliche Farbtöne deutlich erkennbar waren, gilt als klares Zeichen für eine besonders hohe Intensität. Sichtbare Farben mit bloßem Auge treten nur bei sehr starken geomagnetischen Ereignissen auf.
Ursache war ein starker Sonnensturm
Ausgelöst wurde das Himmelsspektakel durch einen außergewöhnlich starken Sonnensturm, der die Erde am Montagabend erreichte. Bereits Tage zuvor hatte es auf der Sonne eine sehr kräftige Eruption gegeben. Die dabei freigesetzten Teilchen wurden mit enormer Geschwindigkeit in Richtung Erde beschleunigt. Nach Angaben von Fachstellen benötigten diese Teilchen nach der letzten Eruption nur rund 25 Stunden, um die Erde zu erreichen. Daraus ergibt sich, dass sie mit Geschwindigkeiten von teils über 1.000 Kilometern pro Sekunde durch den Weltraum unterwegs waren. Beim Auftreffen auf das Magnetfeld der Erde lösten sie schließlich die intensiven Polarlichter aus.
Seltene Werte, seltene Nächte
Solche extremen geomagnetischen Werte werden nur selten erreicht. Vergleichbare Bedingungen hatten zuletzt im Mai 2024 sowie im Oktober 2024 dazu geführt, dass Polarlichter bis in südlichere Regionen Deutschlands sichtbar waren. Nächte mit einer derart starken Ausprägung gelten als außergewöhnlich und treten meist nur ein- bis zweimal im Jahr auf.
Beste Bedingungen für Beobachtungen
Besonders günstig waren in dieser Nacht die äußeren Bedingungen. Der Himmel blieb über weite Strecken wolkenfrei, Sterne waren klar zu sehen und ermöglichten zusammen mit den Polarlichtern beeindruckende Anblicke. Viele Menschen nutzten die Gelegenheit, dieses seltene Schauspiel zu beobachten und fotografisch festzuhalten.
Wer die Polarlichter in dieser Intensität über dem Landkreis Holzminden erleben konnte, darf sich glücklich schätzen. Solche starken Erscheinungen, die so weit nach Süden reichen und sogar farbig mit bloßem Auge sichtbar sind, bleiben ein seltenes Naturereignis – und vielen Beobachterinnen und Beobachtern wohl noch lange in Erinnerung.


Leserinnen und Leser können Polarlicht-Fotos für gemeinsame Bildergalerie einsenden
Die Redaktion sammelt weitere Aufnahmen dieser besonderen Nacht. Leserinnen und Leser können ihre Fotos der Polarlichter per E-Mail an die Redaktion senden –
Geplant ist eine gemeinsame Bildergalerie. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass nicht alle eingesandten Bilder veröffentlicht werden können.