Stadtoldendorf (red). Mit einer Konzertlesung unter dem Titel „Brücken bauen“ eröffnete der Musik- und Kulturverein Stadtoldendorf am 11. Januar das Jubiläumsjahr anlässlich seines 40-jährigen Bestehens. Veranstaltungsort war das Alte Rathaus, das an diesem Abend zu einem Ort intensiver Begegnung von Musik und Literatur wurde.
Künstler gestalten bewegenden Jubiläumsauftakt
Gestaltet wurde der Abend von dem Pianisten Aeham Ahmad und dem Schriftsteller Dr. Andreas Lukas. Aeham Ahmad, international bekannt als „Pianist aus den Trümmern“, begann seine musikalische Reise einst in den Ruinen des Flüchtlingslagers Yarmouk in Syrien. Dort spielte er Klavier zwischen zerstörten Häusern und setzte mit seiner Musik ein Zeichen der Hoffnung inmitten des Krieges.
Musik und Texte erzählen von Flucht und Ankommen
Im Alten Rathaus präsentierte Ahmad eine eindrucksvolle Mischung aus klassischen Einflüssen, Jazz und modernen Klängen. Ergänzt wurde die Musik durch Lesungen von Dr. Andreas Lukas aus den gemeinsamen Büchern „Ankommen …!? – Wie schaffen wir das“ und „Taxi Damaskus“. Die Texte thematisierten Ahmads Flucht aus Syrien, das Ankommen in Deutschland sowie die persönlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen eines Neuanfangs.
Gemeinsames Singen als besonderer Moment
Immer wieder bezog Aeham Ahmad das Publikum aktiv in den Abend ein. Besonders eindrucksvoll war das gemeinsame Singen des Liedes „Die Gedanken sind frei“, das zu einem prägenden und emotionalen Moment der Konzertlesung wurde. Die Musik wechselte dabei, passend zu den gelesenen Texten, zwischen turbulenten, melancholischen und hoffnungsvollen Passagen und verlieh dem Abend eine besondere Tiefe.
Mit der Konzertlesung „Brücken bauen“ setzte der Musik- und Kulturverein Stadtoldendorf einen eindrucksvollen Auftakt für sein Jubiläumsjahr und unterstrich zugleich seinen Anspruch, Kultur als verbindendes Element über Grenzen hinweg erlebbar zu machen.
Foto: MKV