Holzminde/Hildesheim (red). Gerade beim Lernen hilft es, Menschen mit Erfahrung und guten Ratschlägen an der Seite zu haben. Wie sich das auswirken kann, zeigt die Ausstellung „Seite an Seite“. Im Mentoring-Programm der Fakultät Gestaltung der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen brachte das Kompetenzfeld Metallgestaltung Studierende mit erfahrenen Schmuckdesignerinnen in den direkten kreativen Austausch. Die Ausstellung öffnet vom 10. bis 12. September in der Ateliergalerie Kathrin Sättele in der Heinrichstraße 26. 

Bei dem Programm trafen sieben Studierende auf sieben Mentorinnen aus dem Bereich der Metallgestaltung, die zum Teil selbst an der HAWK studiert haben. Unter der Leitung von Prof. Melanie Isverding und Ellen Ropeter fanden sich die Teams per Kreativaufgabe, durch die sich dann auch direkt das jeweilige Projektthema fand. Zu diesem Thema arbeiteten die Gruppen ein Semester lang im gemeinsamen Dialog. So unterschiedlich, wie sich die Mentoringteams in ihren Forschungsfragen dialogisch annäherten, fallen jetzt die Ergebnisse in ihren Formen, den inhaltlichen Auseinandersetzungen in der Materialverwendung sowie in der Entwicklung der Techniken aus. 

Die Ausstellung „Seite an Seite“ zeigt die Ergebnisse aus dem gleichnamigen Semesterprojekt im Kompetenzfeld „Schmuck und körperbezogene Objekte“ der Fakultät Gestaltung an der HAWK. Zu sehen sind Arbeiten der Mentorinnen Marit Bindernagel, Yvonne Dallach, Sophie Hebach-Kloess, Lisa Reizig, Alexandra Schade, Kathrin Sättele und Lilli Veers sowie von den Studierenden Lukas Böckelmann, Sabine Chromow, Mohammad Forsati, Marten Kueß, Lovis Kuschel, Lena Schüler und Jonas Schwalenberg. 

Alle Ergebnisse sind bei der Ausstellungseröffnung am Freitag, 10. September, um 19:00 Uhr und am anschließenden Wochenende, 11. und 12. September, in der Ateliergalerie Kathrin Sättele in der Heinrichstraße 26 in Hildesheim täglich von 11:00 Uhr bis 18:00 Uhr zu betrachten. Der Eintritt ist kostenfrei. Besuchende tragen bitte eine FFP2-Maske oder eine OP-Maske. Das Gleichstellungsbüro der HAWK hat das Projekt unterstützt. 

Lena Schüler und Lisa Reizig 

Am Programm teilgenommen hat unter anderem Lena Schüler. Sie entwickelte die Ring- und Ohrringserie „Die Reise eines Samens“. Dafür befasste sie sich im größeren Kontext mit dem Bewusstsein und der Wertschätzung von Kreisläufen der Natur und brachte Materialien aus einer Basis aus Silber und einem selbst entwickelten Zellstoff mit inhärenten Blüten- und anderen Pflanzenteilen zusammen. „Ein Samen durchlebt viele unterschiedliche Stadien, bis eine Blüte daraus wächst. Da können die kleinsten Veränderungen in der Umwelt schnell viel Wirkung erzeugen“, erläutert Lena Schüler und hofft, dass die tragende Person dadurch bewusster mit der Natur umgeht. Ihre Mentorin, HAWK-Masterabsolventin Lisa Reizig, freut sich über den Gewinn durch das „Projekt auf Augenhöhe, das Lena Schüler und sie nachhaltig zusammengebracht hat“. 

Jonas Schwalenberg und Kathrin Sättele 

Ein gemischtes Duo bildeten Jonas Schwalenbeg und seine Mentorin Kathrin Sättele. Mit Linolschnitt fertigte der Student reliefartige Formenlandschaften und entwickelte daraus Broschen mit einem hohen partizipatorischen Anteil. Die tragende Person kann bei einer Umarmung einen farbigen Abdruck auf die Kleidung der anderen Person weitergeben. Alternativ lädt die Brosche zum Drucken auf Papier ein. Wichtig wird auch hier die mögliche perspektivische Veränderung von Schmuck mit dem Anliegen, die Zeichen der Zeit sichtbar zu machen. „Bei der Zusammenarbeit war mir wichtig, eigene Ideen zu entwickeln, die zur unverwechselbaren Handschrift und einer entsprechenden Schmucklinie führen“, erklärt Mentorin Kathrin Sättele, während sich Jonas Schwalenberg fragte, wie er seine im Moment wahrgenommenen Eindrücke und Impressionen aus der Natur gestalterisch verfolgen, ausformulieren und umsetzen kann. 

Mohammad Forsati und Sophie Hebach-Kloess 

Die Objekte von Mohammad Forsati wissen zu überraschen. Denn durch das Einfüllen von Flüssigkeiten in den Gefäßkörper werden sie aktiv. Der umgreifende Ring gerät in eine um sich kreisende Bewegung, weiter angeschoben durch die Dichte der Flüssigkeit. Mohammad Forsati hat mit Sophie Hebach-Kloess ein Mentoringteam gebildet. „Im Austausch ging es mir darum, einerseits eine mögliche Facette der beruflichen Zukunft aufzuzeigen und andererseits herauszustellen, wie hilfreich und wichtig im Entwurfsprozess und in der Umsetzung das Treffen von Entscheidungen ist, auch wenn damit immer andere Möglichkeiten und eventuelle Verbesserungen ausgeschlossen werden“, erläutert Sophie Hebach-Kloess das Ergebnis.