Landkreis Holzminden (red). Zum Streicheln und Schmusen taugen sie nicht. Aber um unliebsame Schädlinge zu tilgen, können sie allemal wertvolle Dienste leisten: wildlebende Katzen. Das Veterinäramt sucht für viele solcher eingefangenen Tiere jetzt eine neue Bleibe. Gefragt sind fürsorgliche Tierfreunde, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Streunern ein besseres Leben zu geben, ohne allzu große Erwartungen an die Vierbeiner zu stellen. 

Der Frühling hält Einzug und langsam steigen auch wieder die Temperaturen. Jetzt ist die Zeit der Frühlingskitten. Katzenjunge, die in den kommenden Monaten geboren werden, wurden früher oft als Maikätzchen bezeichnet. Aber schon länger beschränkt sich der Zeitraum der Geburt der kleinen Fellknäuel nicht mehr nur auf den Wonnemonat Mai. Zwar werden Kitten inzwischen fast das ganze Jahr über geboren, aber bei den wildlebenden Katzen steigt die Geburtenrate speziell im Frühjahr deutlich. Denn viele sind noch nicht kastriert und können sich deshalb so unkontrolliert vermehren. Für die Natur und auch für die Katzen selbst ist das ein großes Problem. Die Tiere sind oft krank und unterversorgt. Durch ihre unkontrollierte Vermehrung gefährden sie dann nicht nur den heimischen Vogelbestand, sondern verbreiten auch Krankheiten untereinander. 

Um dem wirksam zu begegnen, sucht das Veterinäramt des Landkreises Holzminden jetzt Tierfreunde mit viel Herz und Ausdauer. Momentan werden gerade wieder streunende Tiere an den bekannten „Katzen-Hot-Spots eingefangen, um sie tierärztlich zu versorgen, zu kastrieren und anschließend in ein fürsorgliches neues Zuhause weiterzuvermitteln. Das ist nicht ganz einfach, weil sich vor allem die älteren wildlebenden Katzen kaum ihre gewohnten Freiheiten nehmen lassen. „Da sie wild geboren wurden, haben diese Tiere nie gelernt, Streicheleinheiten zu genießen“, sagt Hannah West, beim Veterinäramt für die Vermittlung zuständig. „Schmusekatzen werden aus ihnen darum in der Regel wohl nicht mehr.“ 

Vielmehr benötigen sie ein Zuhause mit viel Platz und Freiraum, einem warmen, trockenen Schlafplatz und Futter. „Im Gegenzug hat man in ihnen dafür jedoch gute Mäuse- und Rattenfänger, die für Kost und Logis gerne ihre Fähigkeiten zur Verfügung stellen“, gibt West zu Bedenken. Besonders geeignet seien Bauernhöfe, Reitställe und ähnliche offene Gebäudekonstellationen. 

Es ist übrigens, darauf weist das Veterinäramt noch einmal hin, im Landkreis Holzminden verboten, Katzen und Katern, die nicht kastriert und gekennzeichnet sind, Freilauf zu gewähren. Wer wildlebende Katzen füttert, übernimmt überdies automatisch die Verantwortung für die ärztliche Versorgung und die Kastration der Tiere. Vor allem die Kosten hierfür trägt in so einem Fall dann die fütternde Person. „Wir wollen erreichen, dass sich künftig keine solcher Hot-Spots mit wilden, unkastrierten Katzen mehr bilden“, erklärt Hannah West. „Dabei können alle Tierfreunde mithelfen.“ 

Bei Interesse an einem der eingefangenen Mäusejäger kann Kontakt mit dem Veterinäramt über die Telefonnummer 0 55 31 / 707-348 oder über Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! aufgenommen werden.

Fotos: Landkreis Holzminden