Freitag, 20.09.2019
Montag, 19. August 2019 07:15 Uhr

Keine Rettung für die Homburg? Starke Beschädigungen fördern ihren Verfall Keine Rettung für die Homburg? Starke Beschädigungen fördern ihren Verfall

Kreis Holzminden/Stadtoldendorf (rus). Die Homburg ist eine der ältesten Zeitzeugen Stadtoldendorfs. Sie war früher nicht nur die Herrschaftsburg der Homburger Edelherren mit weitreichendem Landbesitz, sondern hier verlieh man Stadtoldendorf auch einst die Stadtrechte – was wäre wohl aus der heutigen Homburgstadt ohne die Homburg geworden? Für die Stadt und das Umland zumindest hat sie eine historische Bedeutung.

Die Homburg, heute im Eigentum der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz (SBK), existiert heute nur noch als Ruine. Viele Einheimische waren zumindest früher schon einmal auf der Burg und kennen Ruine und Umfeld. Zwar wurde der Bergfried in der Neuzeit aufgemauert, mit einer Aussichtsplattform versehen und entspricht damit nicht mehr seinem Ursprung, an vielen Ecken jedoch sind noch die historischen Mauern und Bauwerke vorhanden. Sie geben Aufschluss über damalige Baumaterialien und Fertigkeiten, sie zu sichern, bestenfalls fachmännisch zu sanieren und damit für Besucher und Interessierte langfristig zu erhalten sollte eigentlich erklärtes Ziel sein. So zumindest hatte es sich der Förderverein Burgruine Homburg auf die Fahne geschrieben, der sich nun inzwischen vor genau sieben Jahren im September 2012 gründete und seit dem die Homburg spürbar wieder in den Fokus gerückt hat. Der Erhalt der Burgruine wurde gefordert, die Wiederbegehbarkeit des Turmes als Aussichtspunkt und die Sicherung archäologischer Funde im Burgumfeld, die hier in großem Maße teils sogar bereits katalogisiert wurden.

Doch auch wenn es schon lange Zeit vor der Vereinsgründung viele Bestrebungen der Stadt Stadtoldendorf gegeben hat, nach der Gründung auch die Stadt Eschershausen und die Gemeinde Lenne sowie viele Fachämter mit ins Boot geholt wurden, ist bislang nur sehr wenig passiert. So hat es zwar unzählige Gespräche mit der Stiftung gegeben, die Eigentümerin der Burgruine und des Umfeldes ist, und durch den Direktor der Stiftung, Tobias Henkel, wurde sogar mehrfach die Bereitschaft signalisiert, etwas zu tun – bis heute sind außer einer Vermessung des Burginneren jedoch keine weiteren Fortschritte sichtbar oder Maßnahmen erfolgt. Der Förderverein hat sich in den vergangenen Jahren mit viel Manpower eingebracht, beißt sich an der Stiftung aber offenbar die Zähne aus. Ein von der Stiftung gefordertes Tourismuskonzept wurde durch den Verein professionell erstellt, viele weitere Akteure aus Denkmalpflege, Archäologie und weiteren Feldern wurden an einen Tisch gebracht, die Öffentlichkeit wurde hinzugewonnen. Doch das alles reichte bislang offenbar nicht, um weitere Maßnahmen an der Burg voranzutreiben.

So verfällt die Burgruine allmählich auf ihrem Berg, auch wenn immer wieder Einheimische, Wanderer, Touristen und Spaziergänger dennoch den Weg hinauf finden, um zumindest das was noch da ist zu besuchen. Beim schweren Orkan Anfang 2018 umgestürzte Bäume liegen noch heute über dem Weg hinauf zur Burgruine, als wolle man den Zugang durch diese natürlichen Hindernisse versperren. Ein Abmähen des meterhohen Bewuchses auf der Burg findet schon lange nicht mehr statt, eine Informationstafel ist nur noch in morschen Einzelteilen vorhanden, Informationen darauf fehlen völlig. An eine Reparatur des immer größer werdende Risses an der Südseite des Bergfriedes, der inzwischen vor genau zehn Jahren aus Sicherheitsgründen für Besucher gesperrt werden musste, scheint in naher Zukunft ebenfalls nicht zu denken zu sein. Und so bleibt dem Stadtoldendorfer und dem Besucher wohl keine andere Wahl, als beim weiteren Verfall „ihrer Homburg“ weiter zuzusehen, wenn seitens der Stiftung SBK nicht bald weitere Maßnahmen in die Tat ungesetzt werden.

Fotos: airfahrung.de

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