Ottenstein (red). Ein Dorf mit rund 1.000 Einwohner, das auch in schwierigen Zeiten des demografischen Wandels für seine Zukunft kämpft: Bundessieger im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden, unser Dorf hat Zukunft“, eine gute Nahversorgung mit Arzt und Zahnarzt, Apotheke und Tierarzt sowie Schule und Kindergarten. Die Vertreter des Bundesministeriums zeigten sich sehr beeindruckt von dem außergewöhnlichen Engagement der Bürgerinnen und Bürger in Ottenstein und im gesamten Landkreis Holzminden in Sachen Mobilität und Nahversorgung. Bürgermeister Manfred Weiner begrüßte die Gäste aus Berlin – später war das Thema Bürgerbus ein inhaltlicher Schwerpunkt.+

Zu Gast war eine fünfköpfige Delegation aus dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mit Dr. Bernd Rittmeier, dem Leiter der Projektgruppe Demografischer Wandel. Im Rahmen ihrer Besuche in allen 18 Modellregionen Deutschlands machten sie auch Halt im Landkreis Holzminden und informierten sich über das Modellvorhaben Versorgung und Mobilität (MoVerMo). Mit den Beteiligungsveranstaltungen im August beginnt nun die die konkrete Umsetzungsphase. Das Ministerium fördert das dreijährige Projekt mit 350.000 Euro. Zuerst begrüßte Landrätin Angela Schürzeberg die Gäste im Kreishaus und dankte für die Möglichkeit, mit diesem Projekt die Mobilitäts- und Versorgungssituation für die Menschen im Landkreis weiterzuentwickeln. Danach gab der Projektleiter Zeljko Brkic den aktuellen Stand der Entwicklungen im Projekt wieder. Beispielsweise gab es im Juli einen Wechsel in der Geschäftsführung des Projektes: Der externe Regionalmanager Dieter Meyer von der Fa. MCON aus Oldenburg übernahm den Posten, wodurch das Projekt nun noch besser mit der LEADER-Förderung verzahnt ist.

Die Regionalplanerin Jessica Switala präsentierte anschließend den umfangreichen Analysebericht und Datenspeicher als aussagekräftiges Zwischenergebnis des Projektes. Hier sind umfassende Daten über die Versorgungssituation der Orte gebündelt, die im ersten Projektteil erfasst wurden. Danach präsentierte Geschäftsführer Dieter Meyer die Ergebnisse der drei „Konzeptionskonferenzen“ vom August, die in den kommenden Monaten umgesetzt werden sollen. Die Themen Dorfladen, Bürgerbus, eine App für die Vermittlung von Mitfahrangeboten und sogenannte Mitfahr-Bänke haben bei den Teilnehmenden der Konferenzen die höchste Priorität gefunden.

Nach dem Besuch in Ottenstein nahmen die Gäste, unter ihnen auch Samtgemeindebürgermeisterin Tanja Warnecke, an einem Workshop zum Thema Bürgerbusse teil. Dabei wurden die Möglichkeiten und Voraussetzungen für den Einsatz von Bürgerbussen nicht nur im Kooperationsraum Nord-West, sondern im gesamten Landkreis erörtert. Als weiterer Schritt wurde eine Machbarkeitsstudie für den Einsatz von Bürgerbussen im Landkreis im Rahmen des MoVerMo-Projektes vereinbart.

Zum Abschluss des Besuches sagte Dr. Rittmeier: "Der Stand der Arbeiten im Modellvorhaben hat uns sehr beeindruckt. Wir wissen, dass wir von allen Akteuren im Landkreis viel zusätzliche Arbeit abverlangen. Die bisherigen Ergebnisse und deren Nutzen für die Kreisentwicklung haben den Kraftakt aus unserer Sicht aber gerechtfertigt. Es beeindruckt uns auch immer wieder das außerordentliche Engagement in einzelnen Gemeinden. Im Kreis Holzminden konnten wir dies sehr eindrucksvoll in Ottenstein sehen. Wir sind überzeugt, dass bis Ende des Modellvorhabens in einem Jahr weitere sehr interessante und konkrete Ergebnisse vorliegen werden – beispielsweise die Einführung von Bürgerbussen zur Verbesserung des ÖPNV in einzelnen Gemeinden."  

Foto: Landkreis