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Hameln News

Bad Münder (red). Ein flüchtiger Pkw-Fahrer hat sich am Montag, 27. Juli, nach einer Verfolgung durch die Polizei in einem Maisfeld bei Bad Münder versteckt. Mithilfe eines Polizeihubschraubers konnte der Mann lokalisiert und anschließend festgenommen werden.

Flucht vor Polizeikontrolle

Gegen 17:44 Uhr wollte eine Funkstreifenwagenbesatzung auf der B 442 zwischen Nettelrede und Eimbeckhausen einen Pkw kontrollieren. Als die Einsatzkräfte dem Fahrer signalisierten anzuhalten, bremste dieser plötzlich ab und bog in einen Feldweg ein. Die Beamten nahmen die Verfolgung auf.

Kurze Zeit später fanden sie den Pkw verlassen vor einem Maisfeld südwestlich des Bad Münderaner Ortsteils Luttringhausen. Vom Fahrzeug führte eine Spur in das Feld. Weitere Polizeikräfte umstellten daraufhin den Bereich. Mithilfe eines eingesetzten Polizeihubschraubers konnte der Flüchtige in dem angrenzenden Maisfeld lokalisiert werden. Bei der anschließenden gezielten Absuche nahmen die Einsatzkräfte den 25-jährigen albanischen Staatsangehörigen widerstandslos fest.

Untersuchungshaftbefehl lag bereits vor

Bei der Überprüfung des Mannes stellte sich heraus, dass gegen ihn ein Untersuchungshaftbefehl des Amtsgerichts Schwerin wegen des Verdachts des bandenmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln vorlag. Er wurde in Polizeigewahrsam genommen und soll am Dienstag, 28. Juli, dem zuständigen Amtsgericht vorgeführt werden.

Im Pkw fanden die Einsatzkräfte unter anderem Betäubungsmittel sowie verschreibungspflichtige Arzneimittel. Eine Bereitschaftsrichterin des Amtsgerichts Hannover ordnete die Beschlagnahme und Durchsuchung des Fahrzeugs an.

Umfangreiche Ermittlungen eingeleitet

Der Pkw war nicht zugelassen und verfügte über keinen gültigen Versicherungsschutz. An dem Fahrzeug waren entstempelte Kennzeichen angebracht, die nicht für dieses Fahrzeug ausgegeben worden waren. Zudem besitzt der 25-Jährige keine gültige Fahrerlaubnis. Für den Pkw waren nach bisherigen Erkenntnissen keine Kraftfahrzeugsteuern entrichtet worden.

Die Polizei leitete Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Kennzeichenmissbrauchs, des Fahrens ohne Fahrerlaubnis, der Steuerhinterziehung und des unerlaubten Aufenthalts ein. Darüber hinaus wird wegen Verstößen gegen das Pflichtversicherungsgesetz, das Betäubungsmittelgesetz und das Arzneimittelgesetz ermittelt. Die weiteren Ermittlungen dauern an.

Foto: Symbolfoto Polizei


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Holzminden

Eschershausen (red). Die Brauerei Allersheim GmbH hat beim Amtsgericht Bielefeld die Durchführung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Das Gericht hat dem Antrag entsprochen und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Nach Angaben des Unternehmens läuft der Geschäftsbetrieb uneingeschränkt weiter.

Seit mehr als 170 Jahren steht die Brauerei Allersheim nach eigenen Angaben für handwerkliche Braukunst und hohe Qualität. Mit der Eigenverwaltung nutze das Unternehmen ein gesetzlich vorgesehenes Sanierungsinstrument, um seine wirtschaftliche Basis nachhaltig zu stärken und den traditionsreichen Betrieb langfristig zu sichern.

Die Auslieferung erfolge planmäßig. Kundinnen und Kunden aus Gastronomie, Getränkefachgroßhandel und Lebensmitteleinzelhandel sowie weitere Geschäftspartner könnten sich weiterhin auf die gewohnte Qualität, Zuverlässigkeit und Lieferfähigkeit verlassen.

Brauwirtschaft unter wirtschaftlichem Druck

Die deutsche Brauwirtschaft befindet sich nach Angaben der Brauerei seit Jahren in einem tiefgreifenden strukturellen Transformationsprozess. Der Bierkonsum gehe kontinuierlich zurück, Konsumgewohnheiten veränderten sich und gleichzeitig stiegen die Anforderungen an Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit. Hinzu kämen erhebliche Belastungen durch gestiegene Energie-, Rohstoff-, Verpackungs-, Logistik- und Personalkosten sowie die wirtschaftlichen Nachwirkungen der Corona-Pandemie.

Diese Entwicklung betreffe zahlreiche mittelständische Brauereien in Deutschland und habe in den vergangenen Jahren zu einer deutlichen Konsolidierung der Branche geführt. Auch die Brauerei Allersheim sei von diesen Veränderungen betroffen gewesen. Trotz verschiedener Maßnahmen zur Anpassung an die veränderten Marktbedingungen hätten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter verschärft.

Restrukturierung soll Zukunft sichern

Nach Angaben des Unternehmens ist die Entscheidung für die Eigenverwaltung Ausdruck einer aktiven und verantwortungsvollen Unternehmensführung. Ziel sei es, den Betrieb frühzeitig an die veränderten Marktbedingungen anzupassen und eine langfristig tragfähige wirtschaftliche Basis zu schaffen.

Im Mittelpunkt der Restrukturierung stehen nach Unternehmensangaben die nachhaltige Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, die Weiterentwicklung von Unternehmens- und Prozessstrukturen, gezielte Investitionen in moderne Prozessabläufe, die Weiterentwicklung des Produktportfolios, die nachhaltige Stärkung der finanziellen Basis sowie die langfristige Sicherung des regionalen Marktes.

Die Geschäftsführung bleibt während des gesamten Verfahrens handlungsfähig und steuert die Restrukturierung gemeinsam mit erfahrenen Sanierungsexperten. Unterstützt wird das Unternehmen durch den Restrukturierungsberater Björn Herzog von der Wirtschaftskanzlei Römermann. Begleitet wird das Verfahren von einem gerichtlich bestellten Sachwalter.

Mehr als 170 Jahre Brautradition

Die Brauerei Allersheim blickt auf eine mehr als 170-jährige Unternehmensgeschichte zurück. Seit der Gründung im Jahr 1854 befindet sich das Unternehmen nach eigenen Angaben in den Händen regionaler Familien.

Die Marken Allersheimer und Caluna stehen nach Unternehmensangaben seit Jahrzehnten für handwerkliche Braukunst und hohe Qualitätsansprüche. Die Brauerei engagiert sich zudem als Partner zahlreicher Vereine, Veranstaltungen und gesellschaftlicher Initiativen in der Region.

Die Herstellung der Biere erfolgt seit 2014 mit Brauwasser aus drei eigenen Brunnen in Westheim. Mehrfach verliehene DLG-Goldmedaillen unterstreichen nach Angaben des Unternehmens die Qualität der Produkte.

Geschäftsführer sieht Chancen für die Zukunft

„Unsere Branche befindet sich mitten in einem tiefgreifenden Wandel. Diesem Wandel begegnen wir nicht mit Stillstand, sondern mit einer klaren Entscheidung für die Zukunft unseres Unternehmens. Die Eigenverwaltung verschafft uns den notwendigen Rahmen, unsere wirtschaftliche Basis nachhaltig zu stärken und unser Unternehmen langfristig erfolgreich weiterzuentwickeln“, erklärt Geschäftsführer Dirk Brüninghaus.

Für Kundinnen und Kunden, Lieferanten sowie alle Geschäftspartner ergeben sich nach Angaben der Brauerei durch das Verfahren keine unmittelbaren Änderungen. Vertrieb und Auslieferung würden uneingeschränkt fortgeführt, alle Ansprechpartner stünden weiterhin zur Verfügung.

Bei der Eigenverwaltung handelt es sich um ein gesetzlich vorgesehenes Sanierungsverfahren für Unternehmen mit einer grundsätzlich tragfähigen wirtschaftlichen Perspektive. Die Geschäftsführung bleibt dabei handlungsfähig und führt das Unternehmen gemeinsam mit Restrukturierungsexperten durch den Sanierungsprozess.

Foto: TKu

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