Stadtoldendorf (rus). Im Rahmen der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Stadtoldendorf wurde nicht nur auf ein ereignisreiches Jahr zurückgeblickt, sondern auch ein bedeutender Wechsel an der Spitze der Ortsfeuerwehr vollzogen. Zahlreiche Kameradinnen und Kameraden sowie Gäste aus Politik und Feuerwehrführung wohnten der harmonischen Veranstaltung bei.
Führungswechsel nach 17 Jahren
Ein besonderer Moment des Abends war die Verabschiedung des langjährigen Ortsbrandmeisters Jens Siebeneicher, der sein Amt zum 31. Dezember 2025 niederlegte. Insgesamt 17 Jahre stand er an der Spitze der Feuerwehr – länger als jeder seiner Vorgänger. In diese Zeit fielen laut Statistik 1.734 Einsätze und er wurde dreimal in seinem Amt bestätigt.
In seiner Abschiedsrede blickte Siebeneicher auf prägende Ereignisse zurück, darunter seine „Feuertaufe“ beim Großbrand der Firma Wessarges im Jahr 2009. „Da wurde mir nochmals bewusst, was für eine große Verantwortung wir doch haben“, ließ er sinngemäß verlauten. Er betonte stets den Teamgedanken: „Niemand steuert die Feuerwehr alleine“, beschrieb er seine Rolle selbst als die eines „Busfahrers“.
Besonders eindrucksvoll entwickelte sich das Einsatzgeschehen während seiner Amtszeit: Waren es 2009 noch 39 Einsätze, so stieg die Zahl im Jahr 2025 auf 171. Auch die Modernisierung der Fahrzeugflotte fiel in seine Amtszeit - ein Erfolg, den er auch der Gemeinschaft der Kameraden und deren Familien zuschrieb. „Das Ehrenamt fordert auch die Familie dahinter“, betonte Siebeneicher.
Mit bewegenden Worten, einer Laudatio durch den stellvertretenden Ortsbrandmeister Michael Mundhenke sowie Abschiedsgeschenken wurde ihm für seine Verdienste gedankt. Der Feuerwehr bleibt Siebeneicher weiterhin erhalten und wird künftig zentrale Aufgaben übernehmen.
Sein Nachfolger ist Sascha Hartmann, der bereits im Herbst einstimmig von den aktiven Kameraden gewählt wurde und sein Amt zum 1. Januar 2026 antrat. Hartmann kann auf eine lange Feuerwehrlaufbahn zurückblicken: 1993 trat er in die Jugendfeuerwehr ein, 1999 folgte die Übernahme in die Einsatzabteilung. Seit 2008 war er Gruppenführer, ab 2015 Zugführer und nun Ortsbrandmeister. Zum neuen Zugführer wurde Nils Helmer bestimmt.
Umfangreiche Berichte aus allen Bereichen
In seinem Jahresbericht zog der stellvertretende Ortsbrandmeister Michael Mundhenke eine eindrucksvolle Bilanz: 20.000 Dienststunden wurden bei 558 Einträgen im Dienstbuch geleistet. Von den 171 Einsätzen entfielen 87 auf technische Hilfeleistungen, 59 auf Brandeinsätze und 25 auf Fehlalarme.
Neben der Einsatzabteilung berichteten auch die verschiedenen Abteilungen über ihre Aktivitäten: Die Kinderfeuerwehr zählt aktuell 25 Kinder, die Jugendfeuerwehr 27 Mitglieder, die im vergangenen Jahr 56 Dienste sowie ein Jubiläums-Zeltlager mit 90 Teilnehmern absolvierten. Die Alters- und Ehrenabteilung kam auf 22 Dienste. Insgesamt gehören derzeit 66 aktive Mitglieder zur Feuerwehr.
Ein personeller Wechsel erfolgte zudem in der Brandschutzerziehung: Nach vielen Jahren engagierter Arbeit übergaben Ulrich Müller und Karl-Heinz Thiessen ihre Aufgaben an ein neues Team um Julia Müller, Janina Brinkies und Henning Nawroth, stehen aber weiterhin beratend zur Seite.
Zahlreiche Beförderungen und Ehrungen
Ein zentraler Bestandteil der Versammlung waren die zahlreichen Beförderungen. In aufsteigender Reihenfolge wurden ernannt:
- Feuerwehrmänner: Jehor Piskun, Jendrick Pötig
- Hauptfeuerwehrfrauen: Janina Brinkies, Julia Müller
- Brandmeister: Luca Spintge, Frederik Nienstedt
- Oberbrandmeister: Marius Dorf, Daniel Bäcker
- Hauptbrandmeisterinnen: Jasmin Schwannecke, Jaqueline Lubina
- Erste Hauptbrandmeisterin: Diana Thormann
- Brandinspektor: Nils Helmer
- Hauptbrandinspektor: Ortsbrandmeister Sascha Hartmann
Auch zahlreiche Ehrungen standen auf der Tagesordnung: Jasmin Schwannecke wurde für 25 Jahre Dienst mit der Feuerwehr-Ehrenmedaille ausgezeichnet. Friedhelm Hartmann erhielt eine Ehrung für 40-jährige Mitgliedschaft sowie das Ehrenkreuz des Deutschen Feuerwehrverbandes in Bronze. Eine besondere Auszeichnung wurde Kurt Peters zuteil, dem für seine langjährige Treue seit 1969 die Ehrenmitgliedschaft angetragen wurde.
Grußworte und Ausblick
Die Gäste aus Politik und Feuerwehrführung würdigten die Arbeit der Feuerwehr. Bürgermeister Helmut Affelt bezeichnete die Feuerwehr als „Herz von Stadtoldendorf“ und zeigte sich beeindruckt vom überörtlichen Einsatz des Teleskopgelenkmastes, der sogar bei Göttingen zum Einsatz kam.
Samtgemeindebürgermeister Robert Kumlehn kündigte an, das Thema Feuerwehrgerätehaus weiter voranzubringen, wobei insbesondere die Standortfrage weiterhin im Fokus stehe. Dabei versprach er, die Feuerwehr eng in die Entscheidungsprozesse einzubinden.
Tobias Teßmer überbrachte als stellvertretender Ausschussvorsitzender für Feuerschutz die Grüße der Politik und verwies auf den in Arbeit befindlichen Feuerwehrbedarfsplan sowie Verbesserungsbedarf bei der Ehrenamtskarte.
Auch aus Reihen der Feuerwehrführung gab es Anerkennung: Der stellvertretende Gemeindebrandmeister Markus Glamm hob hervor, dass von insgesamt 311 Einsätzen in der Samtgemeinde allein 171 durch die Feuerwehr Stadtoldendorf bewältigt wurden. Kreisbrandmeister Michael Eisenbeis dankte ebenfalls und gab einen Ausblick auf aktuelle Themen auf Kreisebene.
Starker Pfeiler der Gemeinschaft
Die Jahreshauptversammlung zeigte einmal mehr: Die Feuerwehr Stadtoldendorf ist ein unverzichtbarer Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Die hohe Einsatzbereitschaft, die Vielzahl an Aktivitäten und das große Engagement aller Mitglieder unterstreichen die Bedeutung des Ehrenamtes. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Feuerwehr auch künftig auf neue Mitglieder angewiesen ist, um diese wichtige Aufgabe dauerhaft erfüllen zu können.



Fotos: rus