Brakel (red). Einen stark alkoholisierten Autofahrer hat die Polizei am Mittwoch, 4. März, aus dem Verkehr gezogen. Wie sich später herausstellte, war der Mann auf dem Weg zu einem Gerichtstermin, bei dem unter anderem frühere Trunkenheitsfahrten verhandelt werden sollten.
Der 53-jährige Fahrer war gegen 12.30 Uhr auf der B252 aufgefallen, weil er mit seinem schwarzen BMW in Schlangenlinien unterwegs war. Andere Verkehrsteilnehmende bemerkten die unsichere Fahrweise und alarmierten die Polizei. In Höhe Nieheim konnte eine Streifenwagenbesatzung das Fahrzeug schließlich stoppen.
Bei ersten Tests vor Ort stellte sich heraus, dass der Mann knapp zwei Promille Alkohol im Blut hatte. Die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten ordneten eine Blutprobe an und untersagten die Weiterfahrt.
Gericht wartete vergeblich auf Angeklagten
Erst im weiteren Verlauf der Kontrolle stellte sich heraus, dass der Fahrer eigentlich in Brakel erwartet wurde. Dort sollte vor Gericht unter anderem über frühere Trunkenheitsfahrten des Mannes verhandelt werden.
Im Gericht warteten zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Beteiligte auf den Angeklagten – darunter auch zwei Polizeibeamte aus Höxter, die als Zeugen geladen waren. Zufällig erfuhren sie über Funk von dem Einsatz ihrer Kolleginnen und Kollegen wegen einer Trunkenheitsfahrt. Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass es sich bei dem Beschuldigten um genau den Mann handelte, der eigentlich im Gerichtssaal hätte erscheinen müssen.
Die Beamten informierten daraufhin die Richterin darüber, dass der Angeklagte wegen der erneuten Trunkenheitsfahrt voraussichtlich nicht mehr zur Verhandlung erscheinen werde. Der Vorfall sorgte bei den Beteiligten im Gericht für große Fassungslosigkeit. Der Termin wurde anschließend verschoben.