Hellental/Hildesheim (lbr). Am heutigen Donnerstag hat vor dem Landgericht Hildesheim der Prozess zur Brandserie von Hellental begonnen, die im vergangenen Jahr für große Verunsicherung in der Bevölkerung gesorgt hatte. Angeklagt ist ein 28-jähriger Mann aus Hellental, der selbst Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr war. Ihm werden vier Brandstiftungen zur Last gelegt, die sich zwischen April und August 2025 ereignet haben sollen. Gleich zu Beginn sagten mehrere Zeugen aus.
Nach der kurzen Prozesseröffnung wurde die öffentliche Verhandlung zunächst unterbrochen. Grund dafür war ein rund einstündiges Rechtsgespräch zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Im Anschluss teilte das Gericht mit, dass im Falle eines Geständnisses eine Freiheitsstrafe zwischen drei Jahren und neun Monaten sowie vier Jahren und drei Monaten in Aussicht gestellt werde. Nach diesem Verständigungsvorschlag räumte der Angeklagte über seinen Verteidiger die ihm vorgeworfenen Taten ein. Weitere Angaben könnten nach Aussage des Verteidigers gegebenenfalls im weiteren Verlauf der Verhandlung folgen.
Vier Brände Teil der Anklage
Die Brandserie in Hellental hatte bereits im Januar 2025 begonnen und umfasste mehr als zehn Brände. In der Anklageschrift werden jedoch vier Fälle aufgeführt, mit denen der 28-Jährige in Verbindung gebracht wird. Die weiteren Brände konnten dem Mann nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht nachgewiesen werden, die entsprechenden Verfahren seien demnach eingestellt worden. Laut Anklageschrift soll der Angeklagte zwischen April und August 2025 eine Grillhütte, einen Schuppen, einen ehemaligen Schafstall sowie ein Fachwerkgebäude, welches als Lager und Werkstatt genutzt wurde, in Brand gesetzt haben. Der entstandene Schaden wird insgesamt auf einen hohen fünfstelligen Betrag geschätzt.
Ermittlungen der Polizei führten zur erneuten Festnahme im August
Für den Prozess wurden zahlreiche Zeugen geladen. Mehrere Ortsbewohner hatten den Angeklagten nach Zeugenaussagen relativ früh verdächtigt, da er auf privaten Überwachungsvideos mehrfach in zeitlicher Nähe zu den Bränden zu sehen gewesen sein soll. Der beste Freund des Angeklagten berichtete vor Gericht, dessen Verhalten im Zusammenhang mit den Bränden sei ihm auffällig ruhig und zurückhaltend vorgekommen.
Bereits im April war der Mann von der Polizei festgenommen worden, wurde jedoch wegen fehlender belastender Hinweise wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Nach einer Hausdurchsuchung und weiteren Erkenntnissen überwachte die Polizei das Wohnhaus des Angeklagten mit Kameras und versah dessen Fahrrad mit einer Ortungstechnik. Einen Tag nach dem letzten Brand im August 2025 wurde der 28-Jährige erneut festgenommen und befindet sich seither in Untersuchungshaft.
Motiv bislang unklar
Zum möglichen Motiv des Angeklagten konnten am ersten Prozesstag noch keine Angaben gemacht werden. Die Freiwillige Feuerwehr Hellental hatte den Mann nach ersten Verdächtigungen im Mai aus dem Verein ausgeschlossen. Seit seiner Festnahme ist es in Hellental zu keinem weiteren Brand gekommen.
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