Donnerstag, 22.08.2019
Samstag, 11. Mai 2019 09:58 Uhr

3.415 Straftaten und eine Aufklärungsquote von 71 Prozent im Landkreis Holzminden 3.415 Straftaten und eine Aufklärungsquote von 71 Prozent im Landkreis Holzminden

Holzminden (sl/red). Uwe Lührig, Präsident der Polizeidirektion Göttingen, stellte am Freitag gemeinsam mit der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden den aktuellen Sicherheitsbericht vor. 20 Gäste aus Kommunalpolitik und Polizei besuchten die Veranstaltungen in Hameln und Holzminden, um sich über die Sicherheitslage und die Polizeiarbeit in der Region zu informieren. Dabei konnte die Behörde sowohl bei der Kriminalitätsbekämpfung als auch bei der Verkehrssicherheitsarbeit auf ein erfolgreiches Jahr 2018 zurückblicken und an die positive Entwicklung des Vorjahres anknüpfen. Im Landkreis Holzminden seien im letzten Jahr 3.415 Straftaten begangen und die Aufklärungsquote liege bei circa 71 Prozent.

Seit dem Jahr 2016 präsentiert die Polizeidirektion Göttingen in Kooperation mit den Polizeiinspektionen Göttingen, Hameln-Pyrmont/Holzminden, Hildesheim, Nienburg/Schaumburg und Northeim in den Landkreisen ihres Zuständigkeitsbereichs den Sicherheitsbericht. Neben einem strukturierten Überblick und Entwicklungen in den Feldern Kriminalität, Verkehr, Einsatz und Ausrüstung geht der Bericht auf regionale Besonderheiten ein und gibt anschauliche Einblicke in den polizeilichen Alltag. Auf diesem Wege möchte die Behörde nicht nur polizeiliches Handeln transparent machen, sondern vor allem auch mit der örtlichen Politik und den Medien in den Austausch treten und zum gegenseitigen Verständnis beitragen.

Schwerpunktthemen des Jahres 2018

Im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung bildeten Straftaten zum Nachteil älterer Menschen einen Schwerpunkt. Der wachsende Anteil von Seniorinnen und Senioren an der Gesellschaft, aber auch eine zunehmende Anzeigebereitschaft haben im Jahr 2018 zu einem erneuten Anstieg der Fallzahlen geführt. Bei den meisten der Taten handelte es sich um Betrugsdelikte, die von überregional agierenden Tätergruppen verübt wurden. Daher setzt die Polizeidirektion Göttingen bei der Bekämpfung dieser Straftaten neben intensiver Ermittlungsarbeit in besonderem Maße auf die Prävention und Information älterer Menschen und ihrer Angehörigen.

Daneben zählt die Bekämpfung der Einbruchskriminalität weiterhin zu den Kernaufgaben. Dabei wurden die Maßnahmen der vergangenen Jahre, wie zum Beispiel die Durchführung spezialisierter Kontrollen auf den Fernstraßen im Direktionsgebiet, konsequent und vertieft fortgesetzt. Zudem wird in den Polizeiinspektionen Hildesheim und Göttingen die Prognose Software „PreMap“ erprobt, um im Einsatz- und Streifendienst mögliche Risikogebiete besonders zu berücksichtigen. „Die Digitalisierung verändert Welt und Arbeitsweise“, so Lührig.

Im Rahmen der Verkehrssicherheitsarbeit nimmt das Thema der Ablenkung im Straßenverkehr eine stetig wachsende Bedeutung ein. Gemeinsam mit unterschiedlichen Netzwerkpartnern, wie unter anderem in den Kommunen oder örtlichen Verkehrswachten, wurde daher im Jahre 2018 ein Schwerpunkt auf repressive wie auch präventive Maßnahmen in diesem Bereich gelegt.

Nicht nur bei der Verkehrssicherheit setzte die Polizeidirektion Göttingen im Jahr 2018 auf die bewährte Zusammenarbeit mit kommunalen Partnern. Die Polizeiinspektionen arbeiten im Rahmen unterschiedlichen Sicherheitskooperationen mit Landkreisen und Kommunen zusammen, um den regionalen Besonderheiten und Herausforderungen optimal gerecht zu werden. Auch in Hinblick auf die Errichtung eines Frauenhauses in Holzminden arbeiten die Behörden eng mit der Polizei zusammen.

Daneben war im vergangenen Jahr im Einsatzbereich jedoch auch in der Polizeidirektion Göttingen eine negative Entwicklung zu beobachten, die sich mit einem bundesweiten Trend deckt. Immer häufiger werden Kräfte der Feuerwehr, der Rettungsdienste und der Polizei im Einsatz Opfer von Gewalt. In Holzminden habe sich die Zahl der Taten zum Vorjahr verdoppelt, so Marco Hansmann, Hausleiter in Holzminden. Um die Eigensicherheit der Polizeibeamten zu verbessern, können ab sofort SET, Systemische Einsatztrainings, in der alten JVA in Holzminden absolviert werden, berichtete Hansmann stolz.

Fazit und Ausblick des Behördenleiters

„Der Sicherheitsbericht zeigt, dass es uns auch im Jahr 2018 gelungen ist, mit aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen Schritt zu halten“, erklärte Lührig im Rahmen der Präsentation. „In der Gesamtheit kann die Polizeidirektion Göttingen erneut eine positive Jahresbilanz ziehen. Dafür möchte ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, auch unseren Kooperationspartnern meinen herzlichen Dank aussprechen.“

Um dieses Sicherheitsniveau nachhaltig zu gewährleisten, wurden in der Polizeidirektion Göttingen bereits im vergangenen Jahr entscheidende Weichen für die Zukunft gestellt. Mit der Umwandlung der Polizeistation Hoya in ein Polizeikommissariat wurde im Norden der Direktion zu einer Stärkung der Flächenpräsenz beigetragen. Zudem ist es mit der Neuorganisation der Polizeiinspektion Northeim und Göttingen gelungen, die polizeilichen Strukturen in Südniedersachsen an die jeweiligen Landkreise anzupassen.

In technischer Hinsicht setzt die Polizeidirektion bereits heute verstärkt auf digitale Technologie. Neben „PreMap“ wurde im Jahr 2018 beispielweise für die interne Kommunikation der Polizeimessenger „NIMes“ eingeführt. Dazu kommt bei der klassischen Spuren- und Ermittlungsarbeit wie auch im digitalen Raum eine Vielzahl an spezialisierter Hard- und Software zum Einsatz. „Nicht zuletzt aufgrund der bisherigen Erfolge wird die Polizeidirektion Göttingen auch weiterhin auf technische Innovation setzen, um die Möglichkeiten der Digitalisierung voll auszuschöpfen“, so Lührig. „Daher haben wir unter anderem im März 2019 mit dem Ziel der Entwicklung neuer Technologien für den polizeilichen Einsatz eine Kooperationsverbindung mit der Hochschule Mittweida abgeschlossen.“

„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind jedoch der entscheidendste Faktor für eine zukunftsfeste Polizeiarbeit“, betonte der Polizeipräsident abschließend. „Der Sicherheitsbericht gewährt Einblicke in die ebenso interessanten und sinnvollen Tätigkeitsfelder der modernen Polizeiarbeit. Daher hoffen wir ganz besonders, mit diesen Informationen auch junge Menschen zu erreichen, die über eine berufliche Zukunft bei der Polizeidirektion Göttingen nachdenken.“

Am Ende der Präsentation lud das Polizeikommissariat noch zu einer Besichtigung des Tatortmobils ein. Die Politiker stellten Fragen und kamen mit den Beamten ins Gespräch.

Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger können den Sicherheitsbericht 2018 auf der Homepage der Polizeidirektion Göttingen einsehen.

Fotos: sl

Top 5 Nachrichten der Woche
Achtung! Ende der Seite!
Hier geht es zurück zum Seitenanfang.
zum Anfang

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung. Ich akzeptiere die Cookies dieser Seite. Hier erfahren Sie mehr über unseren Datenschutz.

Ich akzeptiere die Cookies dieser Seite