Was täglich schützt, bleibt meist unsichtbar: Heyne & Penke prägt seit 120 Jahren Verpackungen aus Dassel
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Landkreis Holzminden
Dassel. Meist bleibt sie unbeachtet, obwohl sie täglich millionenfach gebraucht wird: die Verpackung. Erst wenn eine Folie reißt, ein Lebensmittel an Qualität verliert oder sich ein Material nicht zuverlässig verarbeiten lässt, zeigt sich, wie anspruchsvoll ihre Aufgabe ist. Bei der Heyne & Penke Verpackungen GmbH in Dassel beschäftigt diese Herausforderung inzwischen mehrere Generationen. Das Unternehmen blickt 2026 auf eine 120-jährige Geschichte zurück.
Was 1906 in Holzminden begann, ist heute ein Hersteller flexibler Verpackungen aus Papier und Folie mit rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Produziert wird für den Lebensmittel- und den Non-Food-Bereich. Dabei verbindet Heyne & Penke Tiefdruck, Flexodruck, Veredelung und technische Beratung.
Verpackungen müssen mehr können
Eine Verpackung schützt Produkte, muss auf Produktionsanlagen zuverlässig funktionieren und wichtige Informationen transportieren. Zugleich wächst der Anspruch, Material und Energie effizient einzusetzen. Diese Anforderungen greifen unmittelbar ineinander.
„Eine Verpackung ist nicht schon dann gut, wenn sie wenig Material benötigt. Sie muss vor allem das Produkt sicher schützen und während der gesamten Verarbeitung zuverlässig funktionieren“, erklären die Geschäftsführer Peter und Christoph Penke-Wevelhoff.
Deshalb beginnt die Entwicklung einer Lösung häufig lange vor dem Druck. Material, Verwendungszweck und technische Abläufe beim Kunden müssen aufeinander abgestimmt sein. Drei Tiefdruckanlagen, zwei Flexodruckanlagen und verschiedene Veredelungsmaschinen ermöglichen es dem Unternehmen, zahlreiche Arbeitsschritte am Standort auszuführen. Damit zählt Heyne & Penke zu den wenigen Komplettanbietern für flexible Verpackungen.
Langjährige Kundenbeziehungen entstehen nach Angaben der Geschäftsführer vor allem durch verlässliche Absprachen, technische Beratung und die Fähigkeit, auf konkrete Anforderungen schnell zu reagieren. Viele nationale und internationale Unternehmen arbeiten bereits seit Jahren mit dem Hersteller zusammen.
Vom Wachspapier zur modernen Produktion
Die Entwicklung von Heyne & Penke spiegelt den Wandel der Verpackungsbranche wider. In den Anfangsjahren fertigte das Unternehmen unter anderem Wachspapiere für die Süßwarenindustrie. Später kamen der Druck auf Folie, weitere Verfahren und neue Möglichkeiten der Veredelung hinzu.
1989 wurde die Produktion von Holzminden nach Dassel verlegt, 2012 zog auch die Verwaltung dorthin und vollendete damit den Standortwechsel. Seitdem wurden Produktionshallen, Lagerbereiche und Maschinenpark mehrfach erweitert. Investitionen in Anlagen und Umwelttechnik erhöhten nicht nur die Kapazitäten, sondern veränderten auch die Arbeitsabläufe.
„120 Jahre Erfahrung bedeuten für uns nicht, an früheren Lösungen festzuhalten“, sagen Peter und Christoph Penke-Wevelhoff. „Entscheidend ist, aus diesem Wissen neue Lösungen zu entwickeln und auf die Anforderungen der Kunden zu reagieren.“
Als inhabergeführtes Unternehmen setzt Heyne & Penke auf flache Hierarchien und kurze Entscheidungswege. Technische und organisatorische Fragen können dadurch zügig abgestimmt werden.
Qualität und Umwelt gehören zusammen
Besonders bei Lebensmittelverpackungen muss die Qualität während des gesamten Herstellungsprozesses gesichert sein. Prüfungen beginnen deshalb nicht erst beim fertigen Produkt. Sie begleiten die Materialauswahl, den Druck und die Weiterverarbeitung.
Die Qualitätsstandards des Unternehmens sind unter anderem nach BRC und ISO 9001:2015 zertifiziert. Darüber hinaus verfügt Heyne & Penke über ein zertifiziertes Energiemanagement nach ISO 50001. 2024 erhielt das Unternehmen zudem die Umweltmanagement-Zertifizierung nach ISO 14001:2015. Sie bestätigt, dass Umweltaspekte systematisch in die betrieblichen Prozesse einbezogen werden.
Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur die verwendeten Materialien. Auch Energieverbrauch, Recycling und Produktionsabläufe spielen eine Rolle. Der Produktschutz bleibt dennoch unverzichtbar. Eine Verpackung, die Material spart, das enthaltene Produkt aber nicht ausreichend schützt, erfüllt ihre Aufgabe nicht.
In Dassel verwurzelt
Trotz nationaler und internationaler Kunden bleibt Heyne & Penke eng mit Dassel verbunden. Rund 200 Beschäftigte arbeiten am Standort in Produktion, Technik, Vertrieb und Verwaltung. Ihr Fachwissen bildet die Grundlage dafür, dass Druck, Veredelung und Lieferung zuverlässig zusammenwirken.
Das Unternehmen unterstützt örtliche Vereine und arbeitet mit Schulen und Kindergärten aus der Region zusammen. Flexible Arbeitszeiten, betriebliche Altersvorsorge und gemeinsame Veranstaltungen sollen zusätzlich dazu beitragen, Beschäftigte langfristig zu binden.
Nach 120 Jahren ist aus dem früheren Hersteller von Wachspapieren ein moderner Verpackungsbetrieb geworden. Geblieben ist die Aufgabe, für jedes Produkt eine Lösung zu entwickeln, die im entscheidenden Moment funktioniert. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bleibt diese Arbeit meist unsichtbar. Genau darin zeigt sich ihre Qualität.
Fotos: Heyne & Penke, C. Warnecke
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Wo geht die Reise hin? Mein Zukunftsplan für die Hilsmulde!
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Nicht sichtbare Gefahr bei Niedrigwasser: DLRG Holzminden warnt vor dem Betreten und Durchqueren der Weser
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Holzminden
Holzminden (ber). Der Pegel der Weser ist deutlich gesunken. An der Messstation in Höxter liegt der Wasserstand laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) aktuell bei etwa 57 Zentimetern. Mitte Juli zeigten die Messwerte noch einen Pegelstand von etwa 120 Zentimetern an. Doch der niedrige Wasserstand bedeutet keine Entwarnung: Die DLRG-Ortsgruppe Holzminden warnt davor, die Weser zu betreten oder zu Fuß zu durchqueren.
Doch wie gefährlich ist die Weser bei Niedrigwasser wirklich? Welche neuen Gefahren ergeben sich hierdurch? Die Redaktion hat bei der DLRG-Ortsgruppe Holzminden e. V. nachgefragt und wichtige Hinweise über mögliche Gefahren bei Niedrigwasser erhalten.
Niedriger Wasserstand bedeutet nicht weniger Risiko
„Viele Menschen verbinden einen niedrigen Wasserstand mit einem geringen Risiko“, berichtet Niko Stille, 2. Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Holzminden, in Bezug auf die Weser. Die typischen Gefahren in der Weser würden jedoch bestehen bleiben. Hinzu kämen weitere Risiken, die bei einem normalen Pegelstand weniger auffielen.
„Die Strömung kann selbst bei niedrigem Wasserstand erheblich sein und verändert sich durch Engstellen oder Untiefen teilweise sogar. Hinzu kommen rutschige Steine, plötzlich tiefere Bereiche sowie Hindernisse wie Äste oder andere Gegenstände, die unter der Wasseroberfläche liegen. Wer die Weser unterschätzt, bringt sich schnell in Gefahr“, erklärt Stille.
Ausgespülte Bereiche werden sichtbar
Bei Niedrigwasser hat die DLRG die Möglichkeit, Gefahrenstellen ausfindig zu machen und Maßnahmen zu ergreifen. Aktuell würden immer mehr Bereiche sichtbar werden, in denen auf flache Abschnitte plötzlich deutlich tiefere Stellen folgen.
Diese wurden durch die Strömung so weit ausgespült, dass dort kein sicherer Stand mehr möglich ist. Beim Begehen der Weser kann sich daraus eine Gefahr entwickeln.
„Sichtbar werden genau solche Stellen aktuell beispielsweise, wenn man von der Holzmindener Weserbrücke Richtung Getreidespeicher schaut“, warnt Niko Stille.
Trotz des geringen Pegelstands rät die DLRG-Ortsgruppe Holzminden davon ab, die Weser zu betreten. Wer dennoch in der Weser schwimmen möchte, kann auf Veranstaltungen zurückgreifen, bei denen das Schwimmen unter Aufsicht stattfindet. Solche Angebote gab es zuletzt im Juli in Rinteln; Ende August ist das Weserschwimmen in Lüchtringen vorgesehen. Alternativ stehen bekannte Badegewässer wie der Godelheimer See zur Verfügung.
Durchquerungen können schnell gefährlich werden
„Gerade an warmen Tagen stellen wir fest, dass der niedrige Wasserstand viele Menschen dazu verleitet, die Weser zu Fuß zu durchqueren oder an Stellen zu baden, die sonst nicht erreichbar wären“, berichtet der zweite Vorsitzende. „Der Untergrund ist häufig uneben und rutschig, sodass man leicht stürzen kann. Außerdem wechseln flache und tiefere Bereiche oft unerwartet. Wer das Gleichgewicht verliert, kann von der Strömung erfasst werden. Besonders für Kinder oder unsichere Schwimmer kann das schnell zu einer großen Gefahr werden“, fügt er an.
DLRG bleibt trotz Niedrigwasser einsatzfähig
Die Einsatzfähigkeit der DLRG bleibt trotz des Niedrigwassers grundsätzlich erhalten. Auch die Rettungsboote können weiterhin die Bereiche der Weser erreichen. Der geringe Pegelstand erfordert allerdings eine besonders vorsichtige Fahrweise.
„Grundsätzlich ist die Einsatzfähigkeit unserer Rettungsboote weiterhin gewährleistet. Allerdings führt der niedrige Wasserstand dazu, dass wir einzelne Bereiche der Weser deutlich vorsichtiger befahren müssen. Flache Stellen, Kiesbänke oder bislang überdeckte Hindernisse erschweren die Anfahrt und können den Einsatz verzögern“, erklärt Stille.
Dabei sind vor allem gute Ortskenntnisse sowie das Zusammenspiel von Technik und den Bootsführerinnen und Bootsführern erforderlich. Die DLRG nutzt beispielsweise ein Sonar-System. Dabei handelt es sich um ein technisches Verfahren zur Ortung von Gegenständen und zur Messung von Entfernungen unter Wasser mithilfe von Schallwellen.
Strömungsretter trainieren unter realistischen Bedingungen
Neben den Rettungsbooten spielen bei Einsätzen in der Weser auch speziell ausgebildete Strömungsretterinnen und Strömungsretter eine wichtige Rolle. Das gilt insbesondere für Bereiche, in denen Rettungsboote aufgrund des geringen Wasserstands nur mit besonderer Vorsicht eingesetzt werden können.
„Unsere Rettungsschwimmer und Strömungsretter trainieren den sicheren Umgang im fließenden Gewässer regelmäßig unter realistischen Bedingungen“, erklärt die DLRG. Nach Angaben der Ortsgruppe lernen die Strömungsretterinnen und Strömungsretter dabei, die Strömungsverhältnisse einzuschätzen und spezielle Rettungstechniken in Flüssen einzusetzen.
Einsatzkräfte der DLRG bilden eine Suchkette während eines Übungsszenarios im Kiesteich.
Die DLRG-Ortsgruppe Holzminden rät daher trotz des niedrigen Pegelstands davon ab, die Weser zu betreten oder zu Fuß zu durchqueren. Wer schwimmen möchte, könne stattdessen auf beaufsichtigte Veranstaltungen oder bekannte Badegewässer ausweichen.
Fotos: ber, DLRG-Ortsgruppe Holzminden e. V.
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