Holzminden (zir). Für die chirurgische Versorgung in Holzminden beginnt ein neues Kapitel: Prof. Dr. med. Joachim Mellert verstärkt ab 1. August 2026 das Regionale Krankenhaus Holzminden. Der erfahrene Viszeralchirurg bringt jahrzehntelange Erfahrung mit und soll am Standort ein spezialisiertes Hernienzentrum aufbauen. Damit wächst das medizinische Angebot für Menschen aus Holzminden und dem gesamten Weserbergland deutlich.
Mellert war 24 Jahre lang Chefarzt am St. Ansgar Krankenhaus in Höxter. Dort entwickelte er unter anderem ein zertifiziertes Zentrum für die Behandlung von Hernien. Seit 2013 gehört er der Deutschen Herniengesellschaft sowie der Europäischen Herniengesellschaft an. Nach Angaben des RGZ wurde er zudem vom Magazin „Stern“ als einer der ausgezeichneten Ärzte der Region geführt.
Behandlung von Brüchen und Gallenblasenerkrankungen
In Holzminden wird sich Mellert vor allem um Patientinnen und Patienten mit Leisten-, Nabel-, Narben- und Bauchwandbrüchen kümmern. Auch Erkrankungen der Gallenblase sollen künftig wieder häufiger direkt vor Ort operiert werden können.
Bislang lag die chirurgische Versorgung am Standort hauptsächlich in den Händen von Imad Schummakhi. Durch Mellerts Einstieg können die bestehenden Leistungen nun erweitert und zusätzliche Eingriffe angeboten werden.
Dr. Christian Schröter, Prokurist und ärztlicher Leiter, sieht darin eine konsequente Weiterentwicklung des Standorts. Bereits mit Schummakhi habe sich die Chirurgie gut etabliert. Mellerts Erfahrung eröffne nun weitere Möglichkeiten. Auch die Zusammenarbeit mit der Gastroenterologie könne davon profitieren.
Ambulante und stationäre Versorgung unter einem Dach
Für Mellert ist besonders die Verbindung zwischen ambulanter Behandlung und stationärer Betreuung interessant. Eine solche Arbeitsweise sei ihm in seiner bisherigen Tätigkeit nicht möglich gewesen. In Holzminden lassen sich beide Versorgungsformen eng miteinander verbinden.
Kleinere Eingriffe können im OP-Zentrum der MED. VERSORGUNGSZENTREN HOLZMINDEN ambulant vorgenommen werden. Die Patientinnen und Patienten kehren anschließend in der Regel noch am selben Tag nach Hause zurück. Ist nach einer Operation eine längere Beobachtung notwendig, steht die stationäre Betteneinheit des RGZ zur Verfügung.
Gerade in der ambulanten Chirurgie könne es vorkommen, dass sich während oder nach einem Eingriff ein stationärer Behandlungsbedarf ergibt. Die kurzen Wege zwischen OP-Zentrum und Bettenstation bieten dafür günstige Voraussetzungen.
Gleichzeitig unterscheiden sich die Möglichkeiten eines Medizinischen Versorgungszentrums von denen eines Krankenhauses. Manche Eingriffe, etwa an Hauttumoren, können im MVZ vorgenommen werden, während sie im Krankenhaus aufgrund gesetzlicher Vorgaben nicht immer möglich sind. Größere Operationen bleiben dagegen dem stationären Bereich vorbehalten. Durch die Kombination beider Strukturen entsteht in Holzminden ein vielseitiges Behandlungsangebot.
Mellert hatte nach eigenen Angaben gern in Höxter gearbeitet. In Holzminden erwartet ihn nun jedoch ein anderer beruflicher Alltag. Während seine bisherige Tätigkeit auch Nacht- und Wochenenddienste umfasste, bietet die Arbeit im MVZ geregeltere Abläufe.
Moderne Technik für schonende Operationen
Ein wichtiger Baustein des neuen Hernienzentrums ist das vollständig modernisierte OP-Zentrum der MED. VERSORGUNGSZENTREN HOLZMINDEN. Es verfügt über aktuelle Medizintechnik, eine vernetzte Ausstattung und ein Hygienekonzept nach heutigen Klinikstandards.
Viele Operationen können dort minimal-invasiv durchgeführt werden. Bei der sogenannten Schlüsselloch-Chirurgie sind nur kleine Schnitte notwendig. Das kann die Belastung während des Eingriffs verringern und die Erholung nach der Operation erleichtern.
Die vorhandene Technik schafft zugleich die Grundlage dafür, das chirurgische Spektrum in Holzminden weiter auszubauen. Neben Hernienoperationen sollen deshalb auch Eingriffe an der Gallenblase wieder regelmäßig angeboten werden.
Sprechstunde einmal pro Woche geplant
Zum Start soll Mellert einmal wöchentlich eine chirurgische Sprechstunde anbieten. An einem weiteren Tag sind Operationen vorgesehen. Sollte die Nachfrage steigen, kann das Angebot erweitert werden. Außerhalb dieser Termine bleibt Schummakhi als chirurgischer Ansprechpartner am Standort tätig.
Die Sprechstunde richtet sich unter anderem an Menschen mit Leistenbrüchen, Nabelbrüchen, Narbenbrüchen, anderen Hernien oder Beschwerden der Gallenblase. Termine können unter der Telefonnummer 05531 705600 vereinbart werden.
Das RGZ und die MED. VERSORGUNGSZENTREN HOLZMINDEN verfolgen das Ziel, ambulante und stationäre Medizin enger miteinander zu verknüpfen. Gemeinsam mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten soll eine Versorgung entstehen, die Untersuchungen, Operationen und Nachbehandlungen möglichst wohnortnah ermöglicht.
Mit Mellerts Wechsel ist diese Entwicklung nach Einschätzung der Verantwortlichen noch nicht abgeschlossen. Der Ausbau der chirurgischen Angebote soll ein weiterer Schritt sein, um die medizinische Versorgung im Landkreis langfristig zu sichern.
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