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Landkreis Holzminden
Wasser verbindet die Paul-Gerhardt-Schule und ihre kenianischen Gäste bei einem Austausch zwischen Wissenschaft, Kultur und Alltag.

Dassel (red). Im Rahmen des diesjährigen Schüleraustauschs sind Schülerinnen der Goibei Girls High School aus Kenia zu Gast an der Paul-Gerhardt-Schule. Möglich wird diese besondere Begegnung auch durch die finanzielle Unterstützung der AKB-Stiftung und der Stadtwerke Einbeck. Gemeinsam mit ihren deutschen Austauschpartnerinnen erleben die Schülerinnen Schule, Alltag und Kultur in Deutschland – und widmen sich dabei einem Thema, das Menschen weltweit verbindet: Wasser.

Bei der Kläranlage steht die Abwasserreinigung im Mittelpunkt

Ein erster Programmpunkt war die gemeinsame Exkursion zur Kläranlage. Dort konnten die Schülerinnen hautnah erleben, welchen Weg das Abwasser zurücklegt, bevor gereinigtes Wasser wieder in den natürlichen Wasserkreislauf gelangt. Die fachkundigen Einblicke machten deutlich, wie viel Technik, Energie und Verantwortung hinter einer funktionierenden Wasserversorgung und Abwasserreinigung stecken. Gleichzeitig bot die Exkursion eine Gelegenheit, Vergleiche zwischen der Wasseraufbereitung in Kenia und Deutschland zu ziehen und unterschiedliche Erfahrungen miteinander zu teilen.

Die Okertalsperre gewährt Einblicke in ihre verborgenen Bereiche

Ein weiterer Höhepunkt des Austauschs war der gemeinsame Besuch der Okertalsperre. Während ihres zweitägigen Aufenthalts in Clausthal-Zellerfeld erhielten die kenianischen und deutschen Schülerinnen Einblicke in die Bedeutung und Funktionsweise der Talsperre. Besonders beeindruckend war die Besichtigung der Dammanlage von innen. Bei der Führung konnten die Schülerinnen die sonst verborgenen Bereiche des Bauwerks erkunden und viel über seine Konstruktion, seine technische Funktion und seine Bedeutung für die Region erfahren.

Das Thema Wasser begleitet die Schülerinnen auch in den kommenden Wochen

Doch damit ist das Thema Wasser noch lange nicht abgeschlossen. Auch in den kommenden Wochen bleibt es ein zentraler Bestandteil des Austauschs. Bei gemeinsamen Wasserprobenanalysen in der Ilme werden die Schülerinnen das Thema naturwissenschaftlich untersuchen. Darüber hinaus wird Wasser künstlerisch und musisch aufgegriffen und kreativ verarbeitet. Auf diese Weise verbindet das Projekt wissenschaftliche Erkenntnisse mit Kreativität und interkulturellem Austausch.

Foto: PGS


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Landkreis Holzminden

Holzminden (awin). Wenn Beschwerden plötzlich auftreten und sich nicht einschätzen lassen, beginnt für Betroffene oft die Suche nach der richtigen medizinischen Anlaufstelle. Ab Dienstag, 1. September, gibt es dafür in Holzminden ein zusätzliches Angebot: Das Regionale Krankenhaus eröffnet eine Akut-Ambulanz. Sie richtet sich an Menschen, deren Beschwerden zeitnah abgeklärt werden sollten. Ein Termin oder eine Überweisung ist dafür nicht erforderlich.

Geöffnet ist die Akut-Ambulanz montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr. Sie befindet sich im ersten Obergeschoss des Regionalen Krankenhauses am „Forster Weg“ 34. Geschäftsführer Ingo Goldammer verbindet mit dem Start einen weiteren Entwicklungsschritt: „Wir als Krankenhaus-Betrieb freuen uns, ein neues Kapitel aufzuschlagen.“

Wenn zunächst unklar ist, was hinter den Beschwerden steckt

Gedacht ist das Angebot unter anderem für neu aufgetretene oder sich verschlechternde Beschwerden, Schmerzen und andere gesundheitliche Probleme, die zeitnah ärztlich untersucht werden sollten. Gerade wenn die Ursache zunächst unklar ist, soll die Akut-Ambulanz Orientierung geben und den weiteren Behandlungsweg klären.

„Viele Menschen sind unsicher, wie ernst ihre Beschwerden einzuschätzen sind oder an wen sie sich wenden sollen“, berichtet Dr. Andreas Press, Ärztlicher Leiter des Regionalen Krankenhauses Holzminden. Die Akut-Ambulanz setze genau an diesem Punkt an. Patientinnen und Patienten sollen dort ärztlich eingeschätzt werden, die notwendige Diagnostik erhalten und bei Bedarf direkt zur weiteren Behandlung vermittelt werden.

Fachärztliche Behandlung direkt am Standort möglich

Dabei kann das Regionale Krankenhaus auf die Facharztpraxen des MVZ Holzminden am selben Standort zurückgreifen. Je nach Befund können weitere Untersuchungen oder eine fachärztliche Behandlung veranlasst werden. Bei Verletzungen oder Beschwerden des Bewegungsapparates ist beispielsweise eine Weiterleitung an die chirurgischen oder orthopädischen Praxen im Haus möglich.

Auch eine stationäre Aufnahme kann sich unmittelbar anschließen, wenn eine weitere Überwachung oder eine Behandlung über Nacht erforderlich ist. Das Regionale Krankenhaus verfügt über 20 Betten sowie eine durchgehende ärztliche und pflegerische Versorgung.

„Wir bieten Versorgung eins-zu-eins auf Krankenhaus-Niveau“, betont Goldammer. Der Vorteil des Modells liege aus Sicht des Geschäftsführers darin, Diagnostik, fachärztliche Behandlung und bei Bedarf die stationäre Versorgung an einem Standort miteinander verbinden zu können.

Melina Potthast entscheidet sich bewusst für Holzminden

Eine zentrale Aufgabe in der neuen Akut-Ambulanz übernimmt Melina Potthast als Physician Assistant. Den Standort kennt sie bereits aus ihrer früheren Tätigkeit im Holzmindener Krankenhaus. Nach ihrer Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten und ihrer Arbeit in der damaligen Notaufnahme absolvierte sie ein dreijähriges Studium zur Physician Assistant.

Nun kehrt sie nach Holzminden zurück. „Ich habe mich ganz bewusst für den Standort Holzminden entschieden. Die Stelle war bei mir die erste Wahl“, sagt Potthast. Goldammer zufolge sei ihre Position wichtig, weil damit ärztliche Kompetenz unmittelbar in den Aufnahmebereich gebracht werde.

Melina Potthast bei der Arbeit
Bei lebensbedrohlichen Notfällen bleibt die 112 entscheidend

Eine Notaufnahme für lebensbedrohliche Situationen ist die Akut-Ambulanz allerdings nicht. Bei Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall, bei schweren Verletzungen, Bewusstlosigkeit oder anderen akuten Notfällen muss weiterhin unverzüglich der Notruf 112 gewählt werden.

Ebenso ersetzt das Angebot weder die hausärztliche Betreuung noch den ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung außerhalb der regulären Sprechzeiten. Die Akut-Ambulanz soll die bestehende ambulante Versorgung ergänzen.

Krankenhaus erhofft sich Entlastung für die Region

Mit dem neuen Angebot reagieren die Verantwortlichen zugleich auf die Situation der medizinischen Versorgung im Landkreis. „Mit der Akut-Ambulanz wollen wir auch Entlastung schaffen im Hinblick auf schließende Hausarzt-Praxen und überfüllte Notaufnahmen“, erklärt Goldammer. Ob und in welchem Umfang das gelingt, wird sich nach dem Start im laufenden Betrieb zeigen.

Für die Pflegerische Leitung Nina Möller steht die Eröffnung auch für die Entwicklung des Krankenhausstandortes. „Es ist schön zu sehen und einfach klasse, dass wir uns weiterentwickeln“, sagt sie.

Fotos: awin