Holzminden (haa). „Wir reden immer über Bildung – aber es ist nicht nur der Bau von neuen Schulen, sondern auch die Frage, wie ich Menschen zur Bildung bringe“, sagt Hans-Josef Winter. Damit macht er deutlich, wie wichtig die ehrenamtliche Arbeit des Schulverweigerer-Weckers des Vereins „Aktive Hilfe“ ist. Seit neuneinhalb Jahren kümmert sich das Projekt um Jugendliche, die nicht regelmäßig zur Schule gehen und dadurch ihren Bildungsweg gefährden.
Heinz Riedel, 72 Jahre alt und pensionierter Polizeibeamter, Erhard Borgolte, 75 Jahre alt und pensionierter Justizbeamter, sowie Hans-Josef Winter, 73 Jahre alt und pensionierter Sozialarbeiter in der Bewährungshilfe, sind drei der fünf Mitarbeiter, die sich im Ruhestand mit Jugendlichen beschäftigen, die zu häufig in der Schule fehlen.
Der Schulverweigerer-Wecker setzt auf andere Wege
Das Angebot richtet sich an Jugendliche ab 14 Jahren, die fünf unentschuldigte Fehltage aufweisen. Ab diesem Alter sind junge Menschen strafrechtlich verantwortlich für ihr Handeln. Schulverweigerung kann also als Ordnungswidrigkeit verfolgt werden. Geldbußen oder Sozialstunden in einem gemeinnützigen Verein können die Folge sein. „Die Jugendlichen können die Ernsthaftigkeit ihrer Schulabsenz bei diesen Ahndungsmitteln nicht mehr richtig nachvollziehen. Da muss es andere Wege geben“, sagt Winter.
Der Grundgedanke des Schulverweigerer-Weckers ist es, die jungen Menschen wieder zur Schule zu bringen und ihnen die Bedeutung von Bildung zu vermitteln. „Bildung ist das Wichtigste“, betont Winter. Diese Botschaft möchte er den Jugendlichen vermitteln. Es gebe Kinder, die bereits die erste Klasse wiederholen müssten – da frage er sich: „Wo führt das hin?“
Möglichst früh soll pädagogisch reagiert werden
Im Optimalfall stellt die Schule die unentschuldigten Fehlzeiten fest und meldet diese dem Ordnungsamt. Bestenfalls geschieht dies bereits nach fünf unentschuldigten Fehltagen. Das Ordnungsamt informiert anschließend den Schulverweigerer-Wecker, damit dieser möglichst schnell Kontakt zu dem Jugendlichen und dessen Familie aufnehmen kann. „Wir wollen so früh wie möglich pädagogisch reagieren“, erklärt Winter.
In der Realität sieht es jedoch häufig anders aus. Datenschutzrechtliche Vorgaben erschweren die schnelle Weiterleitung zwischen den Behörden. So kommt die Mitteilung über einen Schulverweigerer teilweise erst nach zwölf unentschuldigten Fehltagen. Im vergangenen Schuljahr gingen allerdings auch Meldungen direkt von Schulen oder Eltern ein. Dadurch konnten die Ehrenamtlichen früher eingreifen als in der Vergangenheit.
Ehrenamtliche sehen Verbesserungsbedarf bei den Abläufen
Das Ordnungsamt muss die Fehlzeiten zudem über eine weitere Stelle melden, bevor die Informationen an das Jugendamt übermittelt werden. „Das ist pädagogisch völlig daneben“, kritisiert Winter. Für ihn fühlt es sich so an, als seien seine Kollegen und er ständig im Zugzwang. „Wir reden seit Jahren von Verbesserungen, die angestrebt werden müssen.“ Viel passiert sei jedoch nicht.
Die Zahlen des Schuljahres 2025/26 zeigen, wie vielfältig die Fälle sind, mit denen sich die Ehrenamtlichen beschäftigen. Insgesamt wurden dem Schulverweigerer-Wecker 43 Fälle von 42 Schülerinnen und Schülern gemeldet. 28 Fälle betrafen Jungen beziehungsweise junge Männer (65,12 Prozent), 15 Fälle junge Frauen (34,88 Prozent).
Fünf Betroffene waren jünger als 14 Jahre
Auffällig ist zudem die Zahl der jüngeren Betroffenen: Fünf der gemeldeten Schulverweigerer waren jünger als 14 Jahre. Das entspricht einem Anteil von 11,9 Prozent. Damit wird der Wecker zunehmend auch mit Fällen konfrontiert, die eigentlich unterhalb der Altersgrenze liegen, ab der Schulverweigerung als Ordnungswidrigkeit verfolgt werden kann.
Wenn eine Meldung beim Schulverweigerer-Wecker eingeht, nehmen die Ehrenamtlichen innerhalb von zwei Tagen Kontakt zu dem Jugendlichen auf. Früher erfolgte dies häufig durch unangemeldete Hausbesuche, heute wird zunächst telefonisch Kontakt aufgenommen.
Zunächst soll Vertrauen geschaffen werden
„Bei dem Besuch zu Hause geht es darum, einen Eindruck vom persönlichen Umfeld des Schulverweigerers zu bekommen: Wie ist die Situation? Welche Probleme gibt es? Woran liegt die Schulverweigerung?“, erklärt Riedel. Dabei sollen alle Lebensbereiche betrachtet werden – von der Familie über die Klasse bis hin zum Freundeskreis. Anschließend werden Berichte geschrieben, in denen auch Empfehlungen zu Geldbußen oder Anhörungen ausgesprochen werden können.
Die Betreuung der Jugendlichen basiert auf Freiwilligkeit. Durchschnittlich dauert sie etwa drei Monate, in Einzelfällen werden Jugendliche jedoch über zwei Jahre begleitet. Rückfälle sind dabei keine Seltenheit. Wenn ein ehemaliger Schulverweigerer wieder unregelmäßig zur Schule geht, kann sich beispielsweise der Schulsozialarbeiter beim Wecker melden. Dann muss die Betreuung wieder intensiviert werden. In einer pädagogischen Runde mit Vertretern verschiedener Behörden und den Mitarbeitern des Weckers werden anschließend die nächsten Schritte vereinbart.
Kleine Reaktionen können bereits als Erfolg gelten
Gerade bei psychisch belasteten Jugendlichen muss besonders einfühlsam und behutsam vorgegangen werden. Anforderungen müssen teilweise angepasst werden. Für Winter kann dabei schon eine kleine Reaktion ein Erfolg sein: Wenn er einen Jugendlichen per WhatsApp fragt, ob dieser zur Schule gegangen ist, kann bereits ein Daumen nach oben als positives Zeichen gelten.
Manchmal kann auch ein Klassenwechsel helfen – etwa wenn dadurch eine negative Gruppendynamik beendet wird. Entscheidend ist jedoch vor allem, einen persönlichen Zugang zu den Jugendlichen zu finden. „Beziehungsaufnahme ist wichtig“, betont Winter. Man müsse Beziehungen knüpfen und emotional an die Jugendlichen herankommen. Das sei allerdings häufig schwierig.
Gemeinsame Interessen können einen Zugang schaffen
Ein Beispiel dafür liefert Borgolte: Ein besonders verschlossener Jugendlicher habe sich zunächst kaum geöffnet. Bei einem gemeinsamen Kaffeetrinken stellte sich schließlich heraus, dass der Jugendliche Judo macht. Borgolte selbst hatte früher Jiu-Jitsu betrieben. Plötzlich gab es ein gemeinsames Thema, über das beide sprechen konnten. So entstand eine Verbindung.
Der Fall zeigt für die Ehrenamtlichen, dass es nicht immer sinnvoll ist, sofort über Schule zu sprechen. Zunächst muss ein Zugang zum Jugendlichen gefunden werden.
Wie schwierig die Arbeit sein kann, zeigen auch andere Fälle aus der Praxis. Ein 15-jähriger Jugendlicher wirkte zunächst vor allem lustlos und suchte die Schuld für seine Situation bei anderen. Der Jugendliche sollte die Schule nach der neunten Klasse verlassen. Der Schulverweigerer-Wecker konnte ihm zunächst nicht helfen. Seine Eltern setzten sich jedoch für ihn ein und versuchten, ihm einen Neustart an einer anderen Schule zu ermöglichen.
Schon der erste Schritt kann ein Erfolg sein
Der Jugendliche nahm die Unterstützung nur bedingt an. Am ersten Tag erschien er nicht in der neuen Schule. Am zweiten Tag ging er schließlich hin.
Auch Borgolte erinnert sich an einen Fall, bei dem er eine Schülerin zu Hause abholte und zur Schule brachte. Gemeinsam gingen sie in das Schulgebäude. Kurz darauf ging die Schülerin jedoch durch den Hintereingang heraus. Für Borgolte war das eine Enttäuschung – gleichzeitig zeigt der Fall, wie schwierig es sein kann, einen nachhaltigen Wandel zu erreichen.
Nicht immer liegt die Ursache der Schulabsenz unmittelbar bei den Jugendlichen selbst. „Die Gründe für Schulverweigerung sind vielfältig“, sagt Winter. Häufig steckt eine schwierige familiäre Situation dahinter. „Das kommt in allen Gesellschaftsschichten vor“, ergänzt Riedel. So gibt es beispielsweise alleinerziehende Mütter, die mit ihren Kindern überfordert sind. Bei manchen Schulverweigerern ist zudem eine Beziehungsunfähigkeit festzustellen.
Psychische Belastungen spielen zunehmend eine Rolle
In den vergangenen Jahren beobachten die Ehrenamtlichen außerdem zunehmend psychische Belastungen bei Jugendlichen. Depressionen, Autismus oder Angststörungen sind teilweise bereits diagnostiziert oder kristallisieren sich erst während der Betreuung heraus. Lange Wartezeiten auf Therapieplätze verschärfen die Situation zusätzlich. Auch Mobbing, Drogen und Gruppenzwang spielen eine Rolle.
Bei Letzterem beobachten die Ehrenamtlichen beispielsweise WhatsApp-Gruppen, in denen sich Jugendliche zum gemeinsamen Schwänzen verabreden. Riedel führt diese Entwicklung auch auf die sozialen Medien zurück: „Die erhöhen das Bedrohungspotenzial und führen dazu, dass der Umgang unter den Jugendlichen deutlich brutaler geworden ist.“
Auch das familiäre Umfeld beeinflusst die Schulabsenz
Winter beobachtet zudem, dass die Erziehungsfähigkeit mancher Eltern abgenommen hat. Gleichzeitig gibt es viele engagierte Eltern, die sich große Sorgen machen und mit ihrer Situation überfordert sind. Manche wenden sich selbst an Behörden, weil sie nicht mehr weiterwissen. „Manche Eltern sehnen sich nach externer Steuerung“, sagt Winter.
Es gibt aber auch familiäre Umfelder, die von Jugendlichen als „Wohlfühloase“ wahrgenommen werden. Dort können sie ihre Grenzen austesten, ohne dass sie ausreichend dazu motiviert werden, das eigene Verhalten zu hinterfragen und zu verändern.
Manchmal liegt die Ursache der Schulabsenz auch bei Kommunikationsproblemen. So gibt es Fälle, in denen Jugendliche aufgrund körperlicher Einschränkungen Scham empfinden und deshalb nicht zur Schule gehen. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass sich solche Probleme häufig durch offene Gespräche mit den Klassenlehrern lösen lassen.
Die Zusammenarbeit mit Schulen ist entscheidend
Der Schulverweigerer-Wecker versteht sich ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu Schulen oder Schulsozialarbeitern. Im Gegenteil: Eine gute Zusammenarbeit ist entscheidend. Schulsozialarbeiter sind laut Borgolte besonders wichtig. Auch Schulbegleiter leisten „tolle Arbeit“.
Viele Lehrer sind sehr engagiert und verständnisvoll. Einige Schulen arbeiten bereits besonders gut mit dem Wecker zusammen: Sie melden Fehlzeiten schnell, informieren die Eltern über das Fehlen und kündigen die Einschaltung des Weckers an. Gleichzeitig werden die datenschutzrechtlichen Vorgaben beachtet.
Solche Beispiele sollten sich nach Ansicht der Ehrenamtlichen weiter verbreiten. Auch die Kreisvolkshochschule arbeitet mit Schulverweigerern zusammen. Über das Bildungsprogramm „Verpuust“ können Jugendliche weitergeleitet werden. Zwischen dem Programm und dem Wecker besteht ein regelmäßiger Austausch.
Der Wecker ergänzt die Arbeit des Jugendamtes
Die intensive Betreuung, die der Schulverweigerer-Wecker leistet, kann das Jugendamt nicht in gleichem Umfang übernehmen. Eine Dezernentin des Jugendamtes habe die ehrenamtliche Arbeit deshalb als wichtige Ergänzung gelobt. Angesichts der Belastung der Jugendämter sei insbesondere die Möglichkeit des Weckers, schnell Kontakt zu den Jugendlichen aufzunehmen, ein Vorteil.
Dass die Arbeit trotz aller Schwierigkeiten Wirkung zeigt, belegen die Zahlen des Schuljahres 2025/26: Von den 42 betreuten Schülerinnen und Schülern konnten 27 wieder in den Schulunterricht vermittelt werden. Das entspricht einem Anteil von 64,3 Prozent.
Die Wege aus der Schulverweigerung sind unterschiedlich
Bei den übrigen Fällen gab es unterschiedliche Entwicklungen: Drei Schüler kehrten in ihr Heimatland zurück. Sechs wechselten die Schule, davon waren vier übergangsweise für drei Monate beim Bildungsprogramm „Verpuust“. Zwei psychisch erkrankte Schüler wurden in längerfristige Krankenhausaufenthalte vermittelt. Bei vier Schülern handelte es sich nach Einschätzung der Ehrenamtlichen um Dauerverweigerer, die nicht zu einer Veränderung motiviert werden konnten.
Die Zahlen zeigen, wie unterschiedlich die Wege aus der Schulverweigerung sein können.
Manche Jugendliche entwickeln sich anschließend so gut, dass sie eine Ausbildung beginnen. Eine ehemalige Klientin meldete sich Jahre später noch einmal bei den Mitarbeitern und sagte: „Gut, dass sie da waren.“ Sie machte Abitur und absolvierte anschließend ein Studium. Für die Ehrenamtlichen sind solche Begegnungen eine besondere Bestätigung ihrer Arbeit.
Auch kleine Fortschritte werden bewusst wahrgenommen
Auch kleinere Erfolge werden bewusst wahrgenommen. Wenn ein Jugendlicher nach längerer Schulabsenz am ersten Tag wieder in die Schule geht, ist das bereits ein Grund zur Freude. Manchmal treffen die Mitarbeiter ehemalige Klienten Jahre später wieder und sehen, dass sie ihren Weg gemacht haben.
Gleichzeitig gibt es Grenzen. „Wir können die Welt nicht retten“, sagt Winter. Umso wichtiger sei es, möglichst früh anzusetzen.
Die Arbeit des Schulverweigerer-Weckers ist ehrenamtlich. Die fünf Mitarbeiter kommen aus unterschiedlichen Berufsgruppen und bringen ihre jeweiligen Erfahrungen ein. „Man lernt davon und hält sich jung“, sagt Winter über seine Tätigkeit. Borgolte betont: „Man ergänzt sich gut im Team.“
Das Ehrenamt nimmt viel Zeit und Kraft in Anspruch
Wie viel Zeit die Arbeit tatsächlich in Anspruch nimmt, lässt sich kaum beziffern. „Kann ich nicht mehr sagen – zu viel“, sagt Winter. Zum Einsatz gehören Fahrten, Hausbesuche, Telefonate, Gespräche mit Jugendlichen und Eltern, der Austausch mit Sozialarbeitern und das Schreiben von Berichten.
Die Fälle beschäftigen die Ehrenamtlichen teilweise auch über den eigentlichen Termin hinaus. Riedel berichtet, dass ihm bereits auf der Fahrt zu einem Hausbesuch viele Gedanken durch den Kopf gehen. Winter erinnert sich an einen Besuch, nach dem er so sehr in Gedanken gewesen sei, dass er auf der Heimfahrt zu schnell gefahren sei.
Die persönliche Motivation ist dennoch groß. „Ich werde manchmal gefragt, warum ich mir das antue – dann sage ich, weil ich helfen möchte“, sagt Borgolte. Winter ergänzt: „Wir machen das auch aus Dankbarkeit, dass aus unseren Kindern etwas geworden ist – das möchten wir weitergeben.“
Prävention soll möglichst früh beginnen
Seine persönliche Motivation für die Arbeit entstand bereits während seiner Zeit in der Bewährungshilfe. Bei seinen damaligen Probanden erstellte er Anamnesen und stellte fest, dass einige von ihnen bereits als Jugendliche die Schule verweigert hatten. Später fehlte ihnen eine berufliche Perspektive. Für Winter war dies ein Grund, früher anzusetzen: Prävention müsse beginnen, bevor sich solche Entwicklungen verfestigten. Bildung sei eine wichtige Grundlage für das spätere Leben.
Für die Arbeit brauche es deshalb vor allem Empathie, Hartnäckigkeit, Ausdauer und Beziehungsfähigkeit – aber auch Realismus. Die Ehrenamtlichen müssten erkennen können, wann sie bei einem Jugendlichen nicht weiterkämen und dürften ihre eigenen Möglichkeiten nicht überschätzen.
Die finanzielle Zukunft des Projekts ist ungewiss
Auch finanziell steht das Projekt vor Herausforderungen. Im Schuljahr 2025/26 betrug der Finanzierungsbedarf für die insgesamt 43 Fälle 18.615,98 Euro. Damit entfielen durchschnittlich 432,93 Euro auf jeden Schulverweigerer-Fall.
In den vergangenen neuneinhalb Jahren wurden insgesamt 12.500 Euro von Kommunen und der Stadt zur Verfügung gestellt. Weitere Unterstützung kam unter anderem von der Stiebel-Eltron-Stiftung, dem Lions Club, dem Polizeiorchester und Sparkassen.
Den Ehrenamtlichen ist die angespannte finanzielle Situation von Landkreis und Stadt bewusst. Dennoch wünschen sie sich eine langfristige finanzielle Absicherung des Angebots. Das Vereinsvermögen könne die Arbeit nicht dauerhaft allein finanzieren.
Fehlzeiten sollen künftig früher gemeldet werden
Neben einer gesicherten Finanzierung wünschen sich die Mitarbeiter vor allem, dass Schulfehlzeiten früher gemeldet werden. Schulen müssten genauer auf Fehlzeiten achten, der Wecker möglichst früh eingeschaltet werden. Datenschutz dürfe eine schnelle pädagogische Reaktion nicht unnötig erschweren.
Auch präventiv müsse früher angesetzt und noch genauer auf das Thema Bildung geschaut werden. Angesichts der fünf Fälle unter 14 Jahren könnte zudem eine Ausweitung des Angebots auf jüngere Kinder notwendig werden.
Denn für Winter steht letztlich eine Frage im Mittelpunkt: Wie schafft man es, junge Menschen rechtzeitig wieder für Bildung zu gewinnen? Für ihn ist klar: Nicht jeder Fall lässt sich lösen. Aber jeder Jugendliche, der wieder einen Weg in die Schule und später ins Berufsleben findet, zeigt, warum sich die Arbeit lohnt. Der Schulverweigerer-Wecker will die Jugendlichen auch in Zukunft weiter „wecken“ – nicht um pünktlich aufzustehen, sondern um die Ernsthaftigkeit dahinter zu verstehen.