Holzminden (red). Wie riecht der Mond? Und warum erinnert der Geschmack von Vanillepudding sofort an Kindheitstage? In Holzminden lädt das Sensoria – Haus der Düfte und Aromen dazu ein, die Welt des Riechens und Schmeckens neu zu entdecken. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Düfte und Aromen unser Leben prägen – von Erinnerungen und Emotionen über Ernährung und Genuss bis hin zu Wissenschaft, Medizin und Industrie. Das europaweit einzigartige Erlebnismuseum wurde jetzt beim European Museum of the Year Award 2026 (EMYA) mit einer Special Commendation ausgezeichnet. Wer das Sensoria bis zum 31. Oktober 2026 besucht, erlebt zudem die Sonderausstellung „Hungry Eyes – Food-Fotografien riechen, hören, fühlen“.
Die unsichtbare Welt der Düfte und Aromen erleben
Holzminden begeistert mit einem Ausstellungshaus, das Maßstäbe setzt. Seit 2014 trägt die Stadt offiziell den Titel „Stadt der Düfte und Aromen“, denn vor mehr als 150 Jahren, im Jahr 1874, wurde hier erstmals Vanillin synthetisch hergestellt und das Syntheseverfahren patentiert. Damit gilt Holzminden als Wiege der modernen Duft- und Aromenindustrie, die den Alltag auf vielfältige Weise begleitet – von der Zahnpasta am Morgen über den Duft frisch gewaschener Wäsche bis hin zum Vanillearoma im Gebäck.
Mit rund 60 Düften, interaktiven Stationen und multimedialen Installationen eröffnet das Sensoria neue Perspektiven auf Parfümkunst, Aromatechnologie und die Verbindung von Düften, Aromen und Emotionen – etwa die Erinnerung an Omas Parfüm, das Sauberkeitsgefühl bei frisch duftender Wäsche oder Speisen, die Urlaubsgefühle wecken.
Interaktive Erlebnisse für alle Sinne
Auf dem Rundgang durch das Haus der Düfte und Aromen erleben Besucherinnen und Besucher ein immersives Setting mit Bewegtbild, Klang und Duft, eine begehbare Weltkarte mit spannenden Geschichten zu Gewürzen und Düften, eine Galerie der bedeutendsten Duftstoffe der Parfümerie – darunter der teuerste Duft der Welt – sowie interaktive Spiegel, die zeigen, wie Riechen und Schmecken im menschlichen Körper funktionieren. Höhepunkt ist das „Labor der Düfte“: An der digitalen Duftorgel können Gäste ihren ganz persönlichen Duft komponieren und im Shop mit nach Hause nehmen.
Internationale Anerkennung beim EMYA
Für sein innovatives Gesamtkonzept erhielt das Sensoria im Juni 2026 eine Special Commendation beim European Museum of the Year Award (EMYA), einer der renommiertesten Auszeichnungen der europäischen Museumswelt. In der Begründung der internationalen Jury heißt es, das Museum stehe an der Schnittstelle von Wissenschaft, Kultur und sinnlicher Wahrnehmung und lade Besucherinnen und Besucher dazu ein, neu zu entdecken, wie alltägliche Sinneseindrücke Erinnerungen, Kulturen und Ideen prägen. Zugleich zeige es, wie Museen dazu beitragen können, die Rolle unserer Sinne für die Wahrnehmung, Interpretation und kulturelle Bedeutung der Welt neu zu verstehen.
Sonderausstellung „Hungry Eyes“
Bis zum 31. Oktober ist zusätzlich die Sonderausstellung „Hungry Eyes – Food-Fotografien riechen, hören, fühlen“ zu sehen. Im Zentrum stehen die farbintensiven, grafisch präzisen Werke des britischen Fotografen Ellis Parrinder, die im Sensoria über das klassische Sehen hinaus erlebbar werden. Bilder werden riechbar, Klänge begleiten visuelle Eindrücke und manche Motive lassen sich über Berührung erleben.
„Wir zeigen Bilder, die über das Sehen hinausgehen“, beschreibt Barbara Richter, Geschäftsführerin des Sensoria, die besondere Wirkung der Ausstellung. „Im Zentrum steht die Frage, was passiert, wenn ein Bild nicht nur betrachtet, sondern auch gerochen, gehört und gespürt wird.“ Die farbstarken Fotografien und überraschenden Inszenierungen machen „Hungry Eyes“ zu einem Erlebnis für alle Generationen – von neugierigen Kindern bis zu kulturbegeisterten Erwachsenen. Denn Essen verbindet: Jede und jeder hat eigene Erinnerungen, Geschmäcker und Geschichten im Gepäck.
Ein Ausflugsziel mit internationaler Strahlkraft
Das Weserbergland selbst ist Teil der Erlebnisreise: Wander- und Radwege, darunter der beliebte Weser-Radweg, führen direkt durch die Region und machen Holzminden zu einem idealen Zwischenstopp für Aktivurlauberinnen und Aktivurlauber. Für Familien bietet das Sensoria ein interaktives und unterhaltsames Erlebnis, für Kulturinteressierte eine fundierte Auseinandersetzung mit Wissenschaft und Geschichte und für alle, die abseits der ausgetretenen Pfade reisen möchten, einen Kulturort mit internationaler Strahlkraft mitten in Deutschland.
Weitere Informationen gibt es unter www.sensoria-holzminden.de.
Foto: Viktoria Raab
