Holzminden (red). Ein Hauch von kreativer Spontaneität, kräftigen Farben und tiefer Ausdrucksstärke erfüllt derzeit die Räume der CDU-Lounge in der Oberen Straße 3 in Holzminden. Neben den großflächigen Bildern von Wolfgang Bellmer sind dort die Werke der lokalen Malerin Jutta Teiwes zu sehen. Vor zahlreichen kunstinteressierten Gästen wurde die Ausstellung feierlich mit einer Vernissage eröffnet. Dabei erfuhren die Besucherinnen und Besucher, wie aus einem zufälligen Impuls eine leidenschaftliche Beschäftigung mit der Malerei entstehen konnte.
Vom Zufallstreffer zur Leidenschaft für die Malerei
„Ihre Kreativität hat Jutta Teiwes oftmals bewiesen“, sagte der CDU-Vorsitzende Uwe Schünemann bei der Einführung in die Ausstellung. Aus selbst genähten bunten Gesichtsmasken während der Corona-Zeit seien ansprechende Taschen entstanden. Im Wald aufgesammelte Stöcke habe sie bunt bemalt und auf besondere Weise zusammengestellt.
Der entscheidende Moment für ihre malerische Entwicklung sei allerdings ein Malabend mit einer guten Freundin gewesen. Bereits ihr Erstlingswerk habe ihr Talent erkennen lassen. Es entstand kein Abbild einer Fotografie, sondern die Darstellung von Emotionen. „Ausstellen würde ich die ‚rote Kuh‘ heute nicht“, sagte Jutta Teiwes bescheiden. Das Bild sei jedoch die Initialzündung für ihre große Leidenschaft gewesen. In zahlreichen Malkursen habe sie sich künstlerisch weiterentwickelt. Besonders dankbar sei sie ihrer Mentorin Heidi Heiser vom Atelier am Bach in Boffzen, die selbstverständlich auch bei der Vernissage anwesend war.
Ausdrucksstarke Bilder mit Charakter
Die Experimentierfreude der Künstlerin zeigt die Ausstellung eindrucksvoll. „Deine Porträts zeigen alle Charakter“, befand Uwe Schünemann. Bei dem farbenfrohen Schimpansen spüre man förmlich den sprichwörtlichen Schalk im Nacken. „Es sind die leuchtenden blauen Augen, die einen in den Bann ziehen.“
Karl Lagerfeld wird gleich zweimal interpretiert. Das in Schwarz-Weiß gemalte Bild unterstreiche seine Eleganz. Seine Extravaganz und sein Wirken in Paris kämen durch die Collage aus Bildtapetenschnipseln und Acrylmalerei zum Ausdruck.
Auf eine feste Stilrichtung möchte sich Jutta Teiwes bewusst nicht festlegen. Dafür sei sie zu neugierig. Obwohl ihre Werke von hoher technischer Reife und visuellem Gespür zeugen, bleibt die Malerin bescheiden. Als professionelle „Künstlerin“ möchte sie sich bewusst nicht bezeichnen: „Für mich steht die Freude am Schaffen im Vordergrund.“
Raum für Begegnung und lokale Kunst
Der Initiator der Ausstellung, Heinrich Schaper vom CDU-Stadtverband Holzminden, hob die Vernissage als gelungene Verbindung von Kunst und politischem Dialog hervor, die den neuen Begegnungsraum belebe. Die Ausstellung ist noch bis zum 25. Juli 2026 zu sehen.
Foto: Sabine Echzell