Mit 87 Jahren an der Spitze: Rudolf Ebeling bleibt Deutschlands schnellster M85-Läufer
Lesedauer: 4 Minuten
Eschershausen-Stadtoldendorf
Arholzen/Holzminden (red). Rudolf Ebeling aus Arholzen, Athlet des Postsportvereins (PSV) Holzminden, ist bereits im zweiten Jahr in Folge der schnellste deutsche Sportler über 1.000 Meter in der Altersklasse M85.
Ebeling wurde 1939 geboren. Den Weg zum Sport fand er allerdings erst im Jahr 1996. Bis dahin war er sein gesamtes Arbeitsleben bei einem örtlichen Großbetrieb beschäftigt. Der tiefgreifende wirtschaftliche Wandel ab 1995 hatte damals auch Holzminden erfasst. In Rudolf Ebelings Betrieb wurde ein größerer Personalabbau angekündigt, der überwiegend ältere Arbeitnehmer betraf. Was heute kaum noch vorstellbar sei, nämlich bereits Ende 50 in den Ruhestand zu gehen, wurde für ihn mit der Frühverrentung Realität.
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Sport als neuer Lebensweg
„Ich wusste aber sofort, dass ich etwas machen muss, um mobil und gesund zu bleiben“, sagte Ebeling gegenüber dem PSV-Vorsitzenden Andreas Kopp. 1996 gehörte er dem TSV Arholzen an und war zwei- bis dreimal wöchentlich im Solling unterwegs. Über Kontakte zu Edgar Bettermann kam er zum Wettkampfsport und fand den Weg zum PSV. Neben der Verbundenheit mit Edgar Bettermann waren für ihn auch der Anmeldeservice, der Trainingsbetrieb und die Startpassvergabe über den PSV von Bedeutung.
„Ich freue mich, dass ich nun schon seit 30 Jahren am Sportbetrieb im Verein teilnehmen kann“, beschreibt er seinen Weg. Sein damaliges Ziel, gesund und mobil zu bleiben, habe er durchgängig erreicht, was auch seine sportlichen Leistungen bestätigten.
Rekorde und Spitzenleistungen
Der PSV ist stolz darauf, dass Rudolf Ebeling im Mittel- und Langstreckenlauf weiterhin erfolgreich unterwegs ist. Beim Paderborner Osterlauf, der ältesten und mit fast 17.000 Teilnehmenden eine der größten Laufveranstaltungen Deutschlands, war er am 4. April 2026 mit 87 Jahren der älteste Teilnehmer. Die fünf Kilometer absolvierte er in 38:45 Minuten und belegte damit den zweiten Platz seiner Altersklasse M85.
Auch im Mittelstreckenbereich hält Ebeling zahlreiche Bestleistungen. Sowohl 2025 als auch 2026 war beziehungsweise ist er der schnellste deutsche Sportler über 1.000 Meter. Zuletzt lief er die Distanz in 6:34,78 Minuten. Diese Zeit ist auch in der Deutschen Bestenliste des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) in der Altersklasse M85 dokumentiert.
Respekt vor außergewöhnlicher Leistung
Vor den Leistungen Rudolf Ebelings hat Andreas Kopp großen Respekt. „Besonders, weil es nicht jedem Menschen auf Dauer vergönnt ist, noch in hohem Alter Leistungs- und Gesundheitssport zu betreiben.“
Das weiß auch Rudolf Ebeling, der deshalb an den vergangenen heißen Tagen lieber schöne Stunden mit seiner Familie im schattigen Garten verbrachte. Seine Laufschuhe hat er jedoch bereits wieder für den kommenden Wettkampf am Wochenende in Uslar vorbereitet.
Foto: PSV Holzminden
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Mittelaltermarkt „Anno 1250“ bringt Ritter, Drachen und Gaukler in den Archäologiepark Höxter
Lesedauer: 7 Minuten
Kreis Höxter
Höxter (red). Drachenfeuer, Ritterturniere, Gaukler, Musik und mittelalterliches Markttreiben: Vom 10. bis 12. Juli verwandelt sich der Archäologiepark Höxter in Corvey erneut in die Welt von „Anno 1250“. Mehr als 400 Aktive bauen auf dem rund drei Hektar großen Gelände eine große Zeltstadt auf. Ritter, Spielleute, Händler, Komödianten, Handwerker, Heerlager, Stelzenwesen und ein Drache sollen den Mittelaltermarkt zu einem der großen Sommerereignisse in Höxter machen.
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Drache „Fangdorn“ kommt nach Höxter
Besonders viel Aufmerksamkeit dürfte „Fangdorn“ auf sich ziehen. Der zehn Meter lange und drei Meter hohe Drache wird von zwei Personen gesteuert und kann sich nach Angaben der Veranstalter natürlich bewegen. Mit Gebrüll, schlagendem Schweif, aufgestellten Flügeln, Rauch aus den Nüstern und Feueratem wird er mehrmals täglich im Archäologiepark zu sehen sein. „Wir freuen uns, in Höxter den Drachen Fangdorn präsentieren zu können, für den am Wall der Platz nicht ausgereicht hat“, sagt Nobby Morkes von Anno Events aus Gütersloh.
Zu sehen ist „Fangdorn“ am Freitag um 17 Uhr und 21.30 Uhr, am Samstag um 13.30 Uhr, 17.30 Uhr und 21 Uhr sowie am Sonntag um 12 Uhr und 17 Uhr. Tagsüber zeigt das Drachentheater das Märchen vom Elfenschatz. Am Freitag- und Samstagabend folgt die Feuershow „Von Drachen und Sternen“.
Ritterturniere, Feuerreiter und Musik von Fabula
Auch die Ritterturniere von Mandshur Tengri gehören wieder zum Programm. Unter dem Titel „Die vier Elemente“ zeigen die Ritter hoch zu Ross neue Stunts. Dabei sollen Lanzen splittern, Schwerter krachen und Ringe im vollen Galopp aufgespießt werden. In der Dämmerung sind zudem die Feuerreiter unterwegs. Die Turniere finden am Freitag um 19 Uhr und 21 Uhr, am Samstag um 15.30 Uhr, 18.30 Uhr und 21.30 Uhr sowie am Sonntag um 14.30 Uhr und 18.30 Uhr statt. „Es ist etwas ganz Besonderes, dass wir zwei unterschiedlichen Feuershows am Abend bieten können“, freut sich Madita Alberding vom Huxarium Gartenpark.
Musikalisch setzt „Anno 1250“ auf die Mittelalterband Fabula. Die Band blickt auf 30 Jahre Bühnenerfahrung und mehr als 800 Auftritte bei Mittelalter-Spektakeln, Konzerten und Folkfestivals in Europa zurück. In Höxter tritt Fabula am Freitag um 18.30 Uhr und 20.30 Uhr, am Samstag um 14 Uhr, 16 Uhr, 19 Uhr und 20.30 Uhr sowie am Sonntag um 13.30 Uhr, 15 Uhr und 17.30 Uhr auf. „Fabula bringt mit rhythmischer Sackpfeifenmusik aus allen vier Winden gute Laune, die Tanzbeine zum Wirbeln, die Herzen zum Lachen und das Blut in Wallung“, verspricht Morkes.
Schabernack, Gaukler und Handwerk im Archäologiepark
Für humorvolle Momente sorgen die Komödianten von Zeter und Mordio. Eva Medusa Gühne und Wolfgang Gundacker sind seit 1992 als Straßenclowns unterwegs und bringen mittelalterliches Possenspiel nach Höxter. Ihre Auftritte sind am Freitag um 20 Uhr, am Samstag um 16 Uhr und 19.30 Uhr sowie am Sonntag um 15.30 Uhr geplant. Zusätzlich sind sie als Walking-Acts auf dem Markt unterwegs. Gaukler Max jongliert mit Bällen, Fackeln und Keulen. Er tritt am Freitag um 17 Uhr und 20 Uhr, am Samstag um 13.30 Uhr, 15.30 Uhr, 17 Uhr und 20 Uhr sowie am Sonntag um 12 Uhr, 14 Uhr und 18 Uhr auf. Auch die Stelzenwesen des Federgeisttheaters ziehen über das Gelände.
Für die Veranstalter hat der Markt in diesem Jahr eine besondere Bedeutung. „Erstmals in der Geschichte von Anno veranstalten wir einen Markt auf wirklich historischem Grund und lassen die untergegangene Stadt Corvey für ein Wochenende wieder auferstehen“, sagt Morkes. Das Welterbe in Sichtweite sei für Aussteller und Besucher ein zusätzlicher Reiz. Die Standplätze seien seit Monaten ausgebucht.
Erwartet werden mehrere Tausend Besucherinnen und Besucher. Sie können über den Markt schlendern, in den Tavernen unter anderem Flammlachs, Schwein am Spieß oder Knobi-Brot kosten und Handwerkerinnen und Handwerkern beim Drechseln, Schmieden, Spinnen, Töpfern, Weben, Seiledrehen oder Ledernähen zuschauen.
Öffnungszeiten, Eintritt und Anreise
„Anno 1250“ öffnet am Freitag von 16 bis 22 Uhr, am Samstag von 13 bis 22 Uhr und am Sonntag von 11 bis 19 Uhr. Eintrittskarten gibt es vorab online beim Huxarium Gartenpark sowie in der Tourist-Info Höxter. Reguläre Tickets kosten 16 Euro ab 14 Jahren, ermäßigte Karten 13 Euro. Kinder ab 1,20 Meter Körpergröße zahlen 9 Euro. An der Tageskasse werden außerdem vergünstigte Mehrtageskarten für zwei Tage oder das komplette Wochenende angeboten.
Kostenlose Parkmöglichkeiten gibt es auf dem Besucherparkplatz vor Schloss Corvey sowie entlang der Straße „Am Hafen“. Vom Bahnhaltepunkt Höxter ist der Archäologiepark rund zwei Kilometer entfernt. Am Samstag und Sonntag pendelt ab 11 Uhr stündlich die Bimmelbahn zwischen der Innenstadt und Corvey.
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