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Eschershausen-Stadtoldendorf

Holzminden (awin). Der Dienstagvormittag am Amtsgericht Holzminden verlief anders als vorgesehen. Zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Hauptverhandlungen konnten nicht regulär durchgeführt werden, weil die jeweiligen Angeklagten trotz ordnungsgemäßer und fristgerechter Ladung nicht erschienen. Zunächst sollte es um den Vorwurf des Vortäuschens einer Straftat gehen, anschließend um gefährliche Körperverletzung.

Richter rechnete mit dem Fernbleiben

Im ersten Verfahren war ein Mann aus Stadtoldendorf angeklagt, der dem Gericht aus früheren Verfahren bekannt ist. Der Richter erklärte zu Beginn der Verhandlung, er habe bereits damit gerechnet, dass der Angeklagte nicht erscheinen werde. Der Mann sei gerichtlichen Ladungen schon wiederholt nicht gefolgt.

Bereits bei einem zurückliegenden Prozess, in dem der Mann als Zeuge geladen gewesen war, erschien er nicht vor Gericht. Aus diesem Verfahren entstand später der Vorwurf, eine Straftat vorgetäuscht zu haben.

Nachdem der Angeklagte auch diesmal ausgeblieben war, nahm der Richter telefonisch Kontakt mit der Polizei Holzminden auf und ordnete dessen sofortige Vorführung an. Nach einer längeren Wartezeit teilten die Einsatzkräfte mit, dass der Mann weder an seiner bekannten Wohnanschrift noch an anderen bekannten Aufenthaltsorten in Stadtoldendorf angetroffen worden sei.

Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurde ein Haftbefehl erlassen. Die Hauptverhandlung musste ausgesetzt werden.

Pflichtverteidiger erscheint ohne Mandanten

Auch im zweiten Verfahren blieb der Platz des Angeklagten leer. Sein Pflichtverteidiger erschien allein im Sitzungssaal und erklärte, derzeit keinen persönlichen Kontakt zu seinem Mandanten zu haben. Auch dessen aktueller Aufenthaltsort sei ihm nicht bekannt.

Nach Rücksprache mit Staatsanwaltschaft und Verteidigung traf das Gericht in Abwesenheit des Angeklagten eine Entscheidung. Dabei berücksichtigte es auch, dass der Mann ohne Angabe von Gründen nicht zum Termin erschienen war. Zu seinen Gunsten wertete das Gericht, dass bislang keine Eintragung im Bundeszentralregister vorlag.

Verhängt wurde eine Freiheitsstrafe von zwölf Monaten, deren Vollstreckung für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Dem Angeklagten wird ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt. Zudem unterliegt er einer Meldepflicht und muss 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Die gerichtliche Entscheidung soll ihm schriftlich zugestellt werden.

Kritik an zunehmenden Ausfällen

Insgesamt vergingen rund 90 Minuten, in denen das Gericht wegen der ausgebliebenen Angeklagten nicht wie geplant arbeiten konnte. Richter und Staatsanwalt kritisierten, dass vergleichbare Fälle in jüngster Zeit deutlich häufiger geworden seien.

Früher sei es für viele Bürger selbstverständlich gewesen, einer gerichtlichen Ladung Folge zu leisten. Inzwischen würden Schreiben nach Einschätzung der Beteiligten häufiger ungeöffnet beiseitegelegt. Offenbar herrsche bei manchen Betroffenen die Vorstellung, eine unangenehme Nachricht lasse sich vermeiden, wenn der Brief nicht gelesen werde.

Das Amtsgericht Holzminden stehe mit dieser Entwicklung nicht allein da. Ein Verteidiger berichtete, auch am Landgericht Hildesheim komme es wiederholt zu vergleichbaren Vorfällen.

Kritisch äußerten sich die Beteiligten außerdem über ärztliche Atteste, mit denen das Fernbleiben von Gerichtsterminen begründet werde. Solche Bescheinigungen würden teilweise von Praxen ausgestellt, die Hunderte Kilometer vom Wohnort eines Angeklagten entfernt lägen. Nach Einschätzung der Beteiligten könnten digitale Angebote den kurzfristigen Zugang zu entsprechenden Bescheinigungen erleichtern.

Für das Amtsgericht endete damit ein unbefriedigender Vormittag: Viel Zeit war vergangen, ohne dass die beiden vorgesehenen Verfahren regulär verhandelt werden konnten.


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Kreis Höxter

Höxter (red). Langeweile in den Sommerferien? Wie wäre es mit einem Ausflug in den Archäologiepark Höxter. Kinder unter 18 Jahren kommen dort kostenlos rein. „Bei uns können Familien also für kleines Geld eine entspannte Zeit verbringen“, sagt Geschäftsführerin Madita Alberding. Erwachsene zahlen 3,50 Euro Eintritt. Besonderes Highlight ist der große Abenteuerspielplatz: Ein großer Kletterturm mit Tunnelrutsche, ein kniffliger Hangel- und Balancier-Parcours und ein Kleinkindbereich wollen bespielt werden.

Der Geschichtspark direkt am Weserradweg ist sehr familienfreundlich aufgestellt: „Bei uns darf man beispielsweise Getränke und Proviant fürs Picknick mitbringen. Überall gibt es nette Ecken, wo man sich gemütlich niederlassen kann“. Auch der Hund darf angeleint mit rein. Mit Leih-Bollerwagen transportieren Besucher die Jüngsten und Sack und Pack bequem durchs weitläufige grüne Gelände. Immerhin ist der Park drei Hektar groß, bietet also sehr viel Bewegungsfreiheit.

„Unser Spielplatz hat Bereiche für alle Altersgruppen und auch nicht unwichtig: Das WC ist gleich nebenan“, erläutert Madita Alberding. Der Archäologiepark bietet also jede Menge Möglichkeiten zum Austoben und auch sonst gibt es dort viel zu entdecken. Im großen Sandkasten warten Nachbildungen von echten Funden auf kleine Archäologen. Im Imkergarten kann man an einem Schaukasten jederzeit einen Blick ins Bienenvolk werfen, im Naturgarten Frösche suchen und unter der Agri-PV-Anlage ein paar Beeren probieren.

Mit Leihtablets oder dem eigenen Smartphone können großen und kleine Besucher mit dem parkeigenen W-LAN die virtuelle Mittelalterstadt entdecken – zum Beispiel ins Haus des berühmten Chirurgen spazieren oder die Kirche der untergegangenen Stadt Corvey von innen anschauen. Auf der alten Handelsstraße Hellweg kommt den Gästen mit Augmented Reality ein Pferdefuhrwerk entgegen. Und an den Holzkuben begegnet man in Hörspielen Bewohnern der fast vergessenen Stadt, die 1265 mit Hilfe der Höxteraner zerstört und niedergebrannt wurde. „Eine spannende Geschichte, und genauso spannend sind die Einblicke in die Arbeit der Archäologen in unserem Rundgang“, ergänzt Madita Alberding. Auch die Natur im Weserbogen wird beim Spaziergang über den langen Holzsteg erläutert.

Geöffnet ist der grüne Park täglich von 10 bis 18 Uhr. Im Archäologiepark Höxter ist nur EC-Zahlung möglich Der Eingang befindet sich am Bahnübergang Corvey gleich an der gelben XXL-Bank, auf der man zum Abschied noch ein Erinnerungsfoto machen kann. Kostenlose Parkplätze gibt es entlang der Straße „Am Hafen“ (nähe Café Stellwerk und Wasserschifffahrtsamt). Auch Fahrradbügel sind vorhanden. Die Bimmelbahn pendelt noch bis Ende August zwischen Höxter und Corvey.

Wer noch nicht genügend ausgepowered ist, kann anschließend noch auf der Mega-Schaukel am Weserufer in den Himmel fliegen, auf der Seilbahn am Fluss entlang rutschen oder die Riesen-Kugelbahn an der Promenade ausprobieren. „Höxter hat seit der Landesgartenschau 2023 sehr viele schöne Spielbereiche zu bieten, auch am Wall gibt es noch zwei weitere tolle Spielplätze“, so der Tipp der Gartenpark-Chefin. Problemlos könne man in der Kreisstadt mit den Kindern einen ganzen Ferientag verbringen und dabei vielleicht mal bei den Alltagsmenschen vorbeischauen.

Foto: Huxarium Gartenpark Höxter