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Strahlende Gesichter beim gelungenen Familientag im Mittelalterdorf Bokenrode (von links): Oliver Stellmacher, Willi Wittkopp (ZEE), Andrea Ziemer, Jens-Martin Wolff, die Ritter Victor und Alexander, Bernd Wengel, Daniel Ritzenhoff und Ron Philipps.

Fürstenberg (red). Ritterkämpfe, Live-Musik, Zinngießen, Bogenschießen, Handwerkskunst und zahlreiche Mitmachangebote prägten das Sommerfest von Projekt Begegnung im Mittelalterdorf Bokenrode in Fürstenberg. Mit der Veranstaltung möchte der Verein nach eigenen Angaben sein Vereinsleben wieder stärker beleben.

„Wir wollen unser Vereinsleben wieder beleben“, sagte der Vorsitzende Bernd Wengel. Zugleich sprach er den ehrenamtlich Engagierten seinen Dank aus und äußerte die Hoffnung, künftig weitere Menschen für eine Mitarbeit im Verein gewinnen zu können.

Ehrenamt soll wieder stärker in den Mittelpunkt rücken

Im Gespräch blickte Wengel auf die inzwischen 42-jährige Geschichte von Projekt Begegnung zurück. Im November 1984 wurde der Verein in das Vereinsregister eingetragen und als gemeinnützig anerkannt. Seitdem sei er in zahlreichen sozialen Bereichen der Region aktiv gewesen.

In den vergangenen 15 Jahren hätten sich der Verein und der Vorstand mit Bernd Wengel, Jens-Martin Wolff und Andrea Ziemer als Gesellschafter jedoch vor allem auf die Entwicklung der Projekt Begegnung gGmbH konzentriert. Dadurch sei das eigentliche Vereinsleben mit seinem ehrenamtlichen Engagement in den Hintergrund gerückt.

„Wir wollen heute mit diesem Familientag den Startschuss geben für den Versuch, das ehrenamtliche Engagement im Verein wieder zu stärken und Begegnung, Gemeinschaft und solidarisches Handeln zu fördern“, erklärte Wengel.

Vielfältiges Programm für die ganze Familie

Der Vorsitzende zeigte sich erfreut darüber, dass mit Ulla und Michael Schikyr, die die Gäste im Backhaus mit leckerem Flammbrot versorgten, sowie Simon Jonski, der eine Ideenwerkstatt organisierte, bereits engagierte Menschen gefunden wurden, die das Vereinsleben aktiv mitgestalten.

Vertreterinnen und Vertreter der Freyschar zu Bokenrode gaben mit Schwertkämpfen Einblicke in das mittelalterliche Ritterleben. Für die musikalische Unterhaltung sorgten Daniel Ritzenhoff und Ron Philipps, die als „Dan und Ron“ mit einem abwechslungsreichen Repertoire auftraten. Ein Kuchenbüfett, das von Mitgliedern sowie Mitarbeitenden von Projekt Begegnung gespendet wurde, rundete das Angebot ab.

Weitere Veranstaltungen bereits geplant

Ein besonderer Dank galt außerdem dem ZEE (Zentrum für ehrenamtliches Engagement) aus Holzminden, das den Findungsprozess des Vereins nach Angaben von Projekt Begegnung bereits seit einiger Zeit begleitet. Willi Wittkopp habe dabei geholfen, neue ehrenamtlich Engagierte zu vermitteln.

Zum Abschluss zog Bernd Wengel ein positives Fazit: „Nach den ersten Rückmeldungen war es heute eine gelungene Veranstaltung, die Projekt Begegnung wieder zu einem wichtigen sozialen Treffpunkt in der Region in einem Netzwerk mit anderen Initiativen machen könnte.“

Setzen sich ehrenamtlich für den Verein Projekt Begegnung ein (von links): Lotti Mikus, Simon Jonski, Ulrich Wulbeck, Ulla und Michael Schikyr, Jens-Martin Wolff, Andrea Ziemer und Bernd Wengel.
Setzen sich ehrenamtlich für den Verein Projekt Begegnung ein (von links): Lotti Mikus, Simon Jonski, Ulrich Wulbeck, Ulla und Michael Schikyr, Jens-Martin Wolff, Andrea Ziemer und Bernd Wengel.

Für die kommenden Monate plant der Verein unter anderem regelmäßige Tavernenabende, ein Halloween-Fest gemeinsam mit anderen Vereinen der Region, gemeinsame Fahrten sowie die Weiterentwicklung einer Ideen- und Projektwerkstatt. Wer sich für Projekt Begegnung interessiert, kann sich per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. melden.

Fotos: Schwannecke / Projekt Begegnung

 

 

 

 

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Eschershausen-Stadtoldendorf

Eschershausen (awin). Der Stadtrat hat den stellvertretenden Stadtdirektor Andreas Fischer am Montagabend abberufen. Alle neun anwesenden Ratsmitglieder stimmten für seine Abberufung. Bürgermeister Friedhelm Bandke bleibt dagegen im Amt. Zwar votierten auch in seinem Fall sämtliche anwesenden Ratsmitglieder für eine Abberufung, die dafür erforderliche Zweidrittelmehrheit konnte aufgrund der Zahl der Anwesenden jedoch nicht erreicht werden.

Die beiden Personalentscheidungen standen im Mittelpunkt der 22. Sitzung des Stadtrates. Wegen des erwarteten Zuschauerandrangs war die öffentliche Sitzung aus dem Stadthaus in die Aula der Grundschule verlegt worden. Dort waren zu Beginn sämtliche Besucherplätze besetzt.

Am Ratstisch blieben dagegen mehrere Plätze frei. Die Mitglieder der Wählergemeinschaft Eschershausen (WGE) nahmen geschlossen nicht an der Sitzung teil. Die Sitzungsleitung übernahm deshalb August-Wilhelm Ritterbusch. Friedhelm Bandke hatte ihn kurz vor Beginn der Sitzung vor dem Gebäude mit dieser Aufgabe betraut.

Die Öffentlichkeit zeigte großes Interesse an der Ratssitzung

Tagesordnungspunkt zu beanstandeten Sachverhalten entfällt

Nicht beraten wurde Tagesordnungspunkt 8. Unter diesem Punkt sollte sich der Rat mit den von der Kommunalaufsicht beanstandeten Sachverhalten bei Mitwirkungsverboten und Vergaben im Zusammenhang mit Andreas Fischer befassen.

Als Grund für die Absetzung des Tagesordnungspunktes wurden in der Sitzung datenschutzrechtliche Bedenken genannt. Zuvor war bei der Stadt Eschershausen ein anwaltliches Schreiben eingegangen. Nach Angaben der Verwaltung konnte dieses aufgrund des kurzfristigen Eingangs vor der Ratssitzung nicht mehr ausreichend geprüft werden. Um mögliche Nachteile für die Stadt Eschershausen zu vermeiden, wurde der Tagesordnungspunkt daher nicht behandelt.

Für Abberufung Bandkes reicht Stimmenzahl nicht

Das Fernbleiben der WGE hatte unmittelbare Auswirkungen auf die Abstimmung über die Abberufung des Bürgermeisters. Dem Stadtrat gehören 15 Mitglieder an. Für eine Abberufung Bandkes waren zehn Stimmen und damit eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Da lediglich neun Ratsmitglieder an der Sitzung teilnahmen, konnte diese Mehrheit nicht zustande kommen.

Über den Tagesordnungspunkt wurde dennoch abgestimmt. Alle neun anwesenden Ratsmitglieder votierten für die Abberufung Bandkes. Die notwendige Stimmenzahl wurde damit nicht erreicht. Friedhelm Bandke bleibt Bürgermeister der Stadt Eschershausen.

Friedhelm Bandke (2. v. l.) bleibt Bürgermeister von Eschershausen

Rat stimmt geschlossen für Abberufung Fischers

Anders war die rechtliche Ausgangslage bei Andreas Fischer. Stadtdirektor Robert Kumlehn gab während der Sitzung zu Protokoll, dass für die Abberufung des stellvertretenden Stadtdirektors die einfache Mehrheit des Rates erforderlich sei. Alle neun anwesenden Ratsmitglieder stimmten anschließend für Fischers Abberufung.

Vor der Abstimmung begründeten CDU/SPD und FDP ihren Antrag noch einmal. Sie verwiesen dabei auf die Ergebnisse der Prüfung durch die Kommunalaufsicht und die dort beanstandeten Sachverhalte bei Vergaben und Mitwirkungsverboten. Rücktrittsforderungen war Fischer zuvor nicht nachgekommen. Mit den neun Stimmen der anwesenden Ratsmitglieder war seine Abberufung schließlich beschlossen.

Fotos: awin