Derental (red). Die Wählergemeinschaft Derental (WGD) beziehungsweise Freie Wählergemeinschaft Samtgemeinde Boffzen (FWGSB) auf Samtgemeindeebene tritt mit zehn Kandidatinnen und Kandidaten zur Kommunalwahl an. Nach eigenen Angaben wolle sie dabei unabhängig, sachorientiert und mit einem klaren Blick auf die Zukunft des Dorfes antreten.
Am 13. September 2026 wird in Niedersachsen gewählt. In Derental haben sich zehn Bürgerinnen und Bürger aus dem Ort zusammengeschlossen, um gemeinsam Verantwortung für die weitere Entwicklung ihrer Heimat zu übernehmen. Was sie nach Angaben der Wählergemeinschaft verbinde, sei kein gemeinsames Parteibuch, sondern die Verbundenheit mit ihrem Dorf.
Fragen zur Zukunft Derentals im Mittelpunkt
Im Mittelpunkt stünden für die Wählergemeinschaft deshalb die Fragen, die die Menschen vor Ort tatsächlich beträfen: Wie bleibt Derental lebenswert? Welche Strukturen und Angebote braucht das Dorf? Wo muss investiert werden? Und was lässt sich angesichts der angespannten kommunalen Haushaltslage verantwortungsvoll umsetzen?
Die Wählergemeinschaft versteht sich nach eigenen Angaben bewusst als unabhängiger Zusammenschluss von Menschen aus Derental. Auf kommunaler Ebene gehe es vor allem um konkrete Entscheidungen vor Ort und darum, gemeinsam Lösungen für das Dorf und seine Einwohnerinnen und Einwohner zu finden.
Unterschiedliche Generationen sollen zusammenarbeiten
Dabei sollen unterschiedliche Sichtweisen zusammenkommen. Erfahrung aus vergangenen Wahlperioden treffe auf neue Ideen und die Perspektive einer jüngeren Generation. Als Beispiel für das Zusammenspiel unterschiedlicher Generationen führt die Wählergemeinschaft den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ an, bei dem Derental 2024 beim Kreisentscheid überzeugen konnte. Besonders gewürdigt worden sei dabei das Engagement der Jugend.
Für die Wählergemeinschaft sei dieser Erfolg ein Beispiel dafür, was möglich sei, wenn Menschen unterschiedlichen Alters gemeinsam Verantwortung übernähmen. Diesen Gedanken wolle sie auch in die kommunalpolitische Arbeit übertragen. Entscheidend sollten nicht Alter, Beruf oder politische Herkunft sein, sondern die Bereitschaft, sich einzubringen und Verantwortung für Derental zu übernehmen.
Infrastruktur und Nahversorgung im Blick
Im Mittelpunkt stünden zunächst die praktischen Fragen des täglichen Lebens. Ein wichtiges Thema sei die örtliche Infrastruktur. Bestehende Strukturen sollten erhalten und dort verbessert werden, wo dies notwendig und sinnvoll sei. Zur Infrastruktur gehöre neben Straßen auch die Sicherung der Nahversorgung der Bürgerinnen und Bürger.
Die WGD setzt sich dafür ein, dass in Derental auch in Zukunft eine Einkaufsmöglichkeit bestehen bleibt. Auch das ehemalige Hallenbad solle nicht dauerhaft ungenutzt bleiben. Gemeinsam solle nach einer sinnvollen und nachhaltigen Nutzung gesucht werden, die zum Ort passe und langfristig tragfähig sei.
Park in der Ortsmitte soll weiterentwickelt werden
Ein weiterer Schwerpunkt sei der Park in der Ortsmitte. Er solle als Treffpunkt für verschiedene Generationen weiterentwickelt werden. Vorgesehen seien unter anderem ein Toilettenhäuschen, zeitgemäße Spielmöglichkeiten und eine attraktivere Gestaltung. So könnte der Park nach Vorstellung der WGD stärker zu einem Ort werden, an dem sich Kinder, Familien, Jugendliche und ältere Menschen gleichermaßen gerne aufhalten.
Auch scheinbar kleine Dinge könnten nach Ansicht der Wählergemeinschaft für die Lebensqualität entscheidend sein. Dazu zähle beispielsweise die dauerhafte Sicherung der Bargeldversorgung und der Bankdienstleistungen im Ort. Gerade für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger ohne Zugang zum Internet oder zu modernen digitalen Zahlungsmitteln sei dies für die WGD ein wichtiges Anliegen.
Ehrenamt als Fundament des Dorflebens
Derental lebe nach Auffassung der Wählergemeinschaft in besonderem Maße vom Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger. Vereine, Feuerwehr und Jugendarbeit schafften Begegnungen, übernähmen Verantwortung und sorgten für Gemeinschaft. Die Wählergemeinschaft wolle dieses Ehrenamt weiter stärken und unterstützen.
Viele Angebote, die für die Lebensqualität eines Ortes selbstverständlich erschienen, funktionierten letztlich nur, weil sich Menschen in ihrer Freizeit dafür einsetzten. Besonders die Jugendarbeit solle weiter gefördert werden. Junge Menschen sollten nicht nur als zukünftige Einwohnerinnen und Einwohner gesehen werden, sondern bereits heute die Möglichkeit haben, sich einzubringen und ihren Heimatort mitzugestalten.
Derental als Ausflugsziel stärken
Auch über das unmittelbare Dorfleben hinaus möchte die Wählergemeinschaft nach eigenen Angaben das Potenzial Derentals stärker nutzen. Der Ort und seine Umgebung böten gute Voraussetzungen für Erholung und Naherholung. Eine bessere Ausschilderung der Wanderwege und ein attraktiveres gastronomisches Angebot könnten nach Ansicht der WGD dazu beitragen, Derental wieder stärker als Ausflugsziel wahrnehmbar zu machen.
Davon könnten nach Einschätzung der Wählergemeinschaft nicht nur Besucherinnen und Besucher profitieren. Mehr Ausflügler könnten auch die örtliche Gastronomie und weitere Angebote stärken und damit langfristig zur Attraktivität des Dorfes beitragen.
Finanzen sollen Möglichkeiten vorgeben
Bei allen Ideen gelte für die Wählergemeinschaft ein Grundsatz: Kommunalpolitik müsse sich an dem orientieren, was finanziell tatsächlich möglich sei. Die finanzielle Situation vieler Kommunen sei angespannt. Deshalb wolle die Wählergemeinschaft keine unrealistischen Versprechen machen oder Projekte fordern, deren Finanzierung nicht dauerhaft gesichert werden könne.
Stattdessen sollten vorhandene Möglichkeiten besser genutzt werden. Dazu gehöre insbesondere, Fördermittel konsequent zu erschließen, wenn sie für sinnvolle Maßnahmen zur Verfügung stünden. Investitionen sollten dort erfolgen, wo sie einen nachvollziehbaren Nutzen für Derental hätten und langfristig finanzierbar seien. Nicht möglichst viel versprechen, sondern das Richtige anpacken – das sei der Anspruch der Wählergemeinschaft.
Zehn Kandidatinnen und Kandidaten treten an
Die Liste bringt unterschiedliche Generationen und berufliche Hintergründe zusammen. Vom Jahrgang 1956 bis zum Jahrgang 2002 reicht die Altersspanne. Nach Angaben der Wählergemeinschaft könne sie durch das breite berufliche Spektrum auf vielfältige Erfahrungen und Expertise zurückgreifen. Die beruflichen Hintergründe reichen dabei von Sozialpädagogik und Finanzverwaltung über Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Landschaftsgartenbau bis hin zu Ingenieurwesen, Biotechnologie und Bundeswehr.
Als Kandidatinnen und Kandidaten treten an:
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Günter Rehling, Jahrgang 1956 – Diplom-Sozialpädagoge
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Karolin Arnemann, Jahrgang 2000 – Diplom-Finanzwirtin
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Nadja Schrader, Jahrgang 1986 – Verwaltungswirtin
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Tom Ahrens, Jahrgang 1990 – Landwirt
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Larissa Schönwald, Jahrgang 1997 – Forstwirtin
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Luis Heubaum, Jahrgang 2001 – Umweltingenieur
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Karl-Heinz Schlue, Jahrgang 1970 – Soldat a. D.
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Gerold Brune, Jahrgang 2002 – Landschaftsgärtner
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Dr. Tatjana Jilg, Jahrgang 1992 – Biotechnologin
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Dagmar Tatschner, Jahrgang 1961 – Zytologieassistentin
Erfahrung und neue Generation
Vier der zehn Kandidatinnen und Kandidaten verfügen bereits über Erfahrung aus der aktuellen oder vergangenen Wahlperiode im Gemeinderat. Gleichzeitig bringe das Team nach Darstellung der WGD mehrere Menschen mit, die für eine neue Generation kommunalpolitischen Engagements stünden.
Am Ende gehe es der Wählergemeinschaft um ein gemeinsames Ziel: Derental solle ein Ort bleiben, in dem Menschen gerne lebten – unabhängig davon, ob sie jung oder alt seien, hier arbeiteten, eine Familie gründeten, ihren Ruhestand verbrächten oder sich ehrenamtlich engagierten.
WGD verzichtet auf Wahlplakate
Dafür brauche es aus Sicht der Wählergemeinschaft keine großen politischen Schlagworte, sondern Menschen, die zuhörten, sich einbrächten und bereit seien, Verantwortung zu übernehmen. Die Wählergemeinschaft Derental wolle diesen Weg gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern gehen – unabhängig, sachlich und mit dem Blick darauf, was für den Ort tatsächlich sinnvoll sei.
Die WGD verzichtet nach eigenen Angaben bewusst auf Wahlplakate, Banner und sonstige Werbung und unterstützt stattdessen den Kindergarten in Derental mit einer Geldspende.
Foto: WGD/FWGSB