Bevern (TKu). Nach fünf Jahren ohne Freibad steht die Wiedereröffnung des neuen Beveraner Naturerlebnisbades kurz bevor. Das komplett neu umgestaltete „Paula-Tobias“-Naturerlebnisbad wird am Samstag, 15. August 2026, offiziell eröffnet. Beginn der Eröffnungsfeier ist um 14 Uhr. Bis zur Inbetriebnahme herrscht auf dem Gelände noch rege Betriebssamkeit, da letzte Arbeiten abgeschlossen werden. Das frühere Freibad war aufgrund seines baulichen Zustands seit fünf Jahren außer Betrieb. Bürgermeister Thomas Junker zeigt sich erfreut darüber, dass das Projekt nach einer gewissen Verzögerung nun kurz vor dem Abschluss steht. In wenigen Tagen könne das Bad endlich wieder für die Bevölkerung geöffnet werden.
Das Naturerlebnisbad setzt laut Junker auf eine natürliche Wasseraufbereitung. Das Badewasser kommt ohne Chlor aus und wird stattdessen durch verschiedene Filtersysteme sowie Pflanzen und die Sonnenwärme gereinigt. Laut Junker schimmere das Wasser lediglich deshalb leicht grünlich, weil der Beckenboden grün gestaltet worden sei. Das Wasser selbst ist glasklar. Die Hauptarbeit bei der Reinigung übernehme der sogenannte „Neptun-Filter“. Dabei wird das Wasser mithilfe einer Pumpe durch mehrere Springbrunnen nach oben gefördert und anschließend durch verschiedene Gesteinsschichten im Boden gefiltert. Ergänzend kommen ein oberflächlicher Nassfilter, ein tieferer Nassfilter sowie ein Pflanzenfilter zum Einsatz.
Der Eintritt für diese Saison ist frei
Für die verbleibende Badesaison 2026 wird kein Eintritt erhoben. Hintergrund ist, dass sowohl das Eingangshäuschen, als auch die Kasse noch nicht fertiggestellt sind. Zudem muss eine Gebührenordnung zunächst noch vom Rat verabschiedet werden. Erst nach deren Beschluss und der Fertigstellung der Kassenanlage sollen Eintrittsgelder erhoben werden.
Demnächst zahlt man nur noch bargeldlos
Künftig wird der Zugang ausschließlich bargeldlos möglich sein. Wer dennoch mit Bargeld bezahlen möchte, kann sich nach Angaben von Bürgermeister Junker im Rathaus eine aufladbare Karte ausstellen lassen beziehungsweise eine bereits vorhandene Karte dort wieder aufladen. Mit dieser Karte erhalten Besucher anschließend Zugang zum Bad. Die regulären Öffnungszeiten sind täglich von 14 bis 19 Uhr. Montags bleibt das Naturerlebnisbad aufgrund der Personalsituation geschlossen. Junker verweist darauf, dass der tägliche Vorbereitungsaufwand für das Personal derzeit entsprechend hoch sei. „Es muss sich jedoch erstmal einspielen“, sagt der Bürgermeister.
Trotz fehlendem Versorgungshäuschen wird zur Eröffnung fürs leibliche Wohl gesorgt
Obwohl das geplante Versorgungsgebäude zur Eröffnung noch nicht zur Verfügung steht, wird für Speisen und Getränke gesorgt sein. Die „Dorfhilfe mit Herz“ aus Bevern übernimmt am Eröffnungstag die Bewirtung der Gäste. Angeboten werden Bratwurst, Currywurst sowie Kaltgetränke. Die Wiederbelebung des Freibades kostet rund 3,7 Millionen Euro. Unterstützt wird das Vorhaben durch Fördermittel in Höhe von einer Million Euro. Die Europäische Union und das Land Niedersachsen beteiligten sich jeweils mit 500.000 Euro an der Finanzierung. Zur offiziellen Eröffnung werden neben den Bürgerinnen und Bürgern auch Vertreter der Fördergeber, der Politik sowie der örtlichen Vereine erwartet.
Bevern setzt auf neue Gebäude in Modulbauweise
Im Zuge der Neugestaltung wurden die bisherigen Gebäude vollständig zurückgebaut. Die aus den 1970er Jahren stammenden Bauwerke galten als stark sanierungsbedürftig. An ihre Stelle tritt nun ein deutlich reduziertes Konzept. Künftig setzt die Gemeinde auf eine Modulbauweise mit Containern. Nach Einschätzung von Bürgermeister Junker reicht diese Lösung für den Sommerbetrieb vollständig aus. Auch die Beckenanlage wurde grundlegend verändert. Während das frühere Freibad über sechs 50-Meter-Bahnen verfügte, gibt es nun vier 25-Meter-Schwimmbahnen mit einer Wassertiefe zwischen 1,80 und 2 Metern. Hinzu kommt ein Nichtschwimmerbereich, dessen Tiefe von 30 Zentimetern bis 1,40 Meter reicht.
Neu gestaltet wurde außerdem ein Strandbereich mit Sand, der fließend in das Wasser übergeht. Der flache Einstieg soll insbesondere Kindern Möglichkeiten zum Spielen bieten, eignet sich aber auch zum Liegen am Wasser. Nach Angaben Junkers ist dieser Sandstrand in seiner Form im Weserbergland einzigartig. „Es soll damit ein Strandfeeling vermitteln“, erklärt der Bürgermeister. Seitlich des Beckens befindet sich zudem eine größere Liegewiese in Hanglage. Dort sollen in Kürze auch bespannte Sonnenschirme aufgestellt werden. Gegenwärtig wird außerdem die Baustraße zurückgebaut, die während der Bauarbeiten benötigt wurde, um mithilfe eines Krans die Container an ihren Standort zu versetzen.
Die größte Wasserrutsche eines Naturerlebnisbades im Weserbergland soll noch kommen
Noch nicht umgesetzt ist eine Wasserrutsche. Ursprünglich war vorgesehen, eine aufblasbare Rutsche oder eine Folienrutsche vom Hang in das Becken zu installieren. Diese zunächst einfach erscheinende Lösung erwies sich aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und verschiedener Auflagen jedoch als schwieriger als erwartet.
Das Projekt soll dennoch zeitnah realisiert werden. Nach Angaben von Bürgermeister Thomas Junker liegt bereits eine bewilligte LEADER-Förderung in Höhe von 100.000 Euro vor. Die Gesamtkosten der geplanten Wasserrutsche werden auf rund 200.000 Euro geschätzt. Nach ihrer Fertigstellung soll sie die größte Wasserrutsche eines solchen Bades im gesamten Weserbergland werden. Junker hofft, dass das Vorhaben bis zur nächsten Badesaison umgesetzt werden kann. Als besonders aufwendig bezeichnet er den Bau der notwendigen Fundamente. Der Pumpenschacht sowie die erforderliche Wasserleitung seien bereits an Ort und Stelle vorhanden und für die spätere Umsetzung vorbereitet.
Fotos: TKu

