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Bevern

Bevern (haa). „Ich konnte nicht ausschließen, dass eine Träne fließt“, sagt Samtgemeindebürgermeister Thomas Junker. Am vergangenen Samstag hatte die Gemeinde Bevern etwas Großes zu feiern: die Eröffnung des Naturbades „Paula-Tobias“. Nach einem langen Weg war die Vorfreude bei allen Beteiligten, insbesondere bei Junker, besonders groß. Die letzten Meter mussten nur noch die zahlreichen Besucher gehen – direkt hinein in ihr neues Bad. Dort wartete neben einer Bewirtung durch „Dorfhilfe mit Herz“ ein Naturerlebnis der besonderen Art.

Der Weg zum Ziel

Zu Beginn der Eröffnung blickt Junker auf den Umsetzungsprozess zurück: „Der 24. September 2020 war für mich ein prägendes Datum.“ Der Samtgemeinderat beschloss nach einer Machbarkeitsstudie einstimmig den Umbau des Freibades und stellte damit die Weichen für ein Naturfreibad. Doch Förderanträge an das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ wurden nicht bewilligt und plötzlich entstanden doch Sorgen um eine endgültige Schließung.

2021 setzten Gesa Trucks, Hanna Ostermann, Julian Kuhnt und Jonah Schulze ein Zeichen, wie Junker in seiner Rede betonte. Die vier starteten damals eine Petition für den Erhalt und die Sanierung des Beveraner Freibads. Mehr als 2000 Menschen unterschrieben.

Dann die Wende: Nachdem die Förderung aus dem Bundesprogramm ausgeblieben war, erhielt die Samtgemeinde über das Amt für regionale Landesentwicklung einen Zuwendungsbescheid über 500.000 Euro aus dem Dorfentwicklungsprogramm. Weitere 500.000 Euro stammten aus einer Kofinanzierungsrichtlinie des Landes. Damit standen eine Million Euro zur Verfügung. „Das war eine sehr schöne Nachricht“, erinnert sich Junker. Im September 2024 begannen die Abrissarbeiten, im Januar 2025 war Baubeginn.

Doch der Bau stellte sich als echte Herausforderung dar: Preissteigerungen und durch Lieferengpässe zunehmend ausgeschöpfte Bewilligungsfristen erschwerten die Umsetzung. „Eine belastende Zeit“, lässt Junker Revue passieren. Immer wieder gab es jedoch auch Momente der Erleichterung – etwa als feststand, dass nach einer Prüfung die komplette Fördersumme zur Verfügung steht. Die Gesamtkosten für die Umsetzung des Naturbades beliefen sich auf 3,7 Millionen Euro.

Der Niedersächsische Umweltminister Christian Meyer bezeichnete in seiner Rede die Entscheidung für das Naturbad als mutig. Veränderungen würden aber auch Mut benötigen. Und hinter der Umsetzung stand ein nervenzehrender Prozess. „Es bringt einige Herausforderungen mit sich, so etwas in die Tat umzusetzen. Doch was wäre die Alternative – nichts zu machen? Nein, wir wollten das Naturbad zum Leben erwecken“, sagt Junker.

Und das scheint sich gelohnt zu haben. Die zahlreichen Besucher waren sichtlich begeistert von der neuen Anlage. Viele machten es sich bereits auf ihren Decken bequem, die Schwimmsachen griffbereit für den ersten Sprung ins Wasser.

Den großen Zuspruch nimmt auch Junker wahr: „Ich freue mich sehr über die Zustimmung und darüber, dass so viele Menschen heute hier sind. Das so zu sehen, macht gleich einen ganz anderen Eindruck.“

Das Besondere am Naturbad Paula-Tobias

Petra Huge vom Planungsbüro Polypan-Kreikenbaum erklärt den Besuchern das Besondere an dem neuen Freibad: „Statt Chlor wird ein biologischer Filter verwendet, um das Wasser zu reinigen.“

Hierbei handelt es sich um ein innovatives System, den sogenannten Neptun-Filter. Eine mechanische Reinigung durch Kies, der Biofilm auf den Steinen und der Einsatz von Zooplankton sorgen für eine sehr gute Wasserqualität. Der Biofilm auf den Wänden könnte im ersten Moment vielleicht ungewohnt erscheinen, gehört bei einem Naturbad aber dazu. Für viele der ersten Besucher sei das kein Problem. 

„Früher haben wir im Humboldtsee gebadet. Da hat uns die Natur auch nicht gestört“, meinte eine der Schwimmgäste.

Einsatz für die Region

Auch Umweltminister Meyer schwärmt von dem naturnahen Bad: „Es ist wirklich schön anzusehen und ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Wir haben dieses Projekt gerne unterstützt. In Zeiten der Klimakrise sind Orte wie diese zur Abkühlung besonders bedeutsam.“ Auch dem Rückgang der Schwimmfähigkeit von Kindern könne durch ein zusätzliches Bad entgegengewirkt werden. Bereits 2017 wurde Bevern auf Initiative von Meyer als Dorfregion in das Dorfentwicklungsprogramm des Landes aufgenommen. Für ihn eine gute Entscheidung: „Es ist wichtig, sich für Weiterentwicklung einzusetzen.“

Und am Einsatz hat es beim Naturbad „Paula-Tobias“ in keiner Weise gemangelt. „Seit dem ersten Tag meiner Amtszeit habe ich mir Gedanken um die Zukunft des Freibads gemacht“, schildert Junker. Die Geschichte des Bades reicht weit zurück. Schon vor 100 Jahren gab es ein Freibad in Bevern. Genau diese Tradition wollte Junker nicht brechen. Damals setzte sich die Ärztin und leidenschaftliche Schwimmerin Paula Tobias für eine Möglichkeit zum Schwimmen ein. Nun eröffnet in Bevern nach fünf Jahren ohne Freibadbetrieb ein Naturbad mit ihrem Namen – in Absprache mit ihren in den USA lebenden Urenkeln.

Für den starken Einsatz von Junker, dem Samtgemeinderat und der Verwaltung dankt auch Landrat Michael Schünemann: „Viele können sich nicht ausmalen, was an so einem Prozess dranhängt. Man kann mit diesem Ergebnis super zufrieden sein. Es ist eine Aufwertung des Landkreises.“

Dank an alle Beteiligten

Auch der Samtgemeindebürgermeister richtet seinen Dank an die Beteiligten: „Ich danke dem Samtgemeinderat für den Beschluss des Umbaus und dem Ausschuss für Öffentliche Einrichtungen, Planung und Ordnungsangelegenheiten unter Marcel Ahrens.“ Ebenfalls bedankt er sich beim Förderverein des Freibads Bevern mit dem Hauptorganisator Günter Weinfurtner sowie bei Andrej Schmidt und Dennis Müller, die künftig als Schwimmmeister im Dienst sind. Sein Dank gilt außerdem den Bauarbeitern, die keinen einfachen Job gehabt hätten, sowie den zahlreichen Baufirmen, die an der Umsetzung beteiligt waren. Dazu gehörten unter anderem die Firma Hartmann, die Firma Ditrich und die Firma Linkamp. Diese seien stets flexibel und lösungsorientiert in ihrer Arbeit gewesen. Zum Schluss dankte Junker noch den beteiligten Behörden, dem Planungsbüro und dem Amt für regionale Landesentwicklung.

Aussicht und Appell

Doch noch ist das Naturbad nicht in Gänze fertiggestellt. Es gibt weitere Planungen, die umgesetzt werden sollen. Dazu gehören Fahrradparkplätze, Spinde, ein Eingangsgebäude mit Kassensystem und eine Rutsche – „die längste Rutsche im Weserbergland“, hebt Junker hervor. Die LEADER-Förderung in Höhe von 100.000 Euro ist bereits gesichert. Zur nächsten Badesaison sollen die Pläne umgesetzt werden.

Damit das Naturbad auch gut erhalten bleibt, richtet Junker einen Appell an die Besucher: „Wir würden uns freuen, wenn sich Freiwillige melden, um bei Reinigungsarbeiten zu unterstützen.“ Die Handarbeit sei bei einem Naturbad größer, daher sei es schön, wenn alle mitmachen. „Machen Sie das Bad zu Ihrem Bad.“

Ein emotionaler Tag

Für Junker ist die Eröffnung emotional: „Ich bin einfach nur happy und erleichtert. Ich bin stolz, was wir als Team hier geschaffen haben. Jetzt kommt ein neues Kapitel.“

Die Freude bringt der Samtgemeindebürgermeister noch mit einer besonderen Geste zum Ausdruck: Einem Kopfsprung in voller Kleidung vom Startblock Nummer eins. Und damit kann auch die Saison Nummer eins für das Naturbad starten. „Genießen Sie es hier“, so Schünemann.

Das Bad öffnet außer montags täglich von 14 bis 19 Uhr. In dieser Saison wird aufgrund der noch fehlenden Kassenanlage kein Eintritt erhoben.

Fotos: haa 


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Einbeck

Einbeck (mhn/red). „Selten und begehrt – Motorräder mit Geschichte“ – so lautet in diesem Jahr das Motto des „PS.Bikertags“, der am 29. August 2026 von 11 bis 17 Uhr am PS.Speicher bereits zum 8. Mal stattfindet. Längst ist die Veranstaltung zur Tradition geworden und lädt Motorradbegeisterte aus nah und fern bei freiem Eintritt zum Bestaunen und Fachsimpeln ein. Wie in jedem Jahr sind alle willkommen – ob mit Motorrad oder ohne.

Motorräder aus der Community

Um 11 Uhr präsentiert Andy Schwietzer unter „Zeig uns dein Bike – Die Geschichten hinter den Bikes“ ausgewählte Motorräder aus der Community. Gemeinsam mit den Besitzerinnen und Besitzern erzählt er die Geschichten hinter den Maschinen: besondere Reisen, Erinnerungen, Umbauten und Erlebnisse, die jedes Motorrad einzigartig machen.

Präsentation „Die Unverstandenen“

Um 13.30 Uhr stellt Kurator Andy Schwietzer unter dem Motto „Die Unverstandenen“ verschiedene Motorräder aus der Sammlung MOTORRAD vor – begleitet von Interviews und Hintergrundwissen zu diesen außergewöhnlichen Fahrzeugen. Die Präsentation findet an der Verladerampe auf der Ostseite des Hauptgebäudes statt – mit spannenden Geschichten zu jedem Modell.

„Zeig uns dein Bike“ geht in die zweite Runde

Auch um 15.30 Uhr stehen wieder ausgewählte Motorräder und ihre Besitzerinnen und Besitzer im Mittelpunkt. Andy Schwietzer stellt die Fahrzeuge vor und spricht mit den Fahrerinnen und Fahrern über die Erlebnisse, Geschichten und besonderen Momente, die sie mit ihren Motorrädern verbinden.

Neuer Motorradkalender für 2027

Neu in diesem Jahr ist der offizielle „PS.Speicher Motorradkalender 2027“, der zwölf besondere Motorräder mit zwölf Motiven für die zwölf Monate des Jahres präsentiert. Damit die einzelnen Motive nach dem jeweiligen Monatswechsel nicht aus dem Blickfeld verschwinden, lassen sich die Kalenderblätter am unteren Rand abtrennen. So können die Motorradbilder anschließend beispielsweise eingerahmt und weiterhin an der Wand präsentiert werden.

Sammlung „Motorrad“ mit rund 1.000 historischen Motorrädern

Wer noch tiefer in die Geschichte des Motorrads eintauchen möchte, kann nach Angaben des PS.Speichers die Sammlung „Motorrad“ mit rund 1.000 historischen Motorrädern und der weltweit größten Sammlung historischer deutscher Serienmotorräder besuchen.

Dafür eignet sich sowohl das Einzelticket für die Sammlung „Motorrad“ als auch das Tagesticket, mit dem zusätzlich die Erlebnisausstellung und alle weiteren Sammlungen des PS.Speichers entdeckt werden können. Insgesamt erwarten die Besucherinnen und Besucher über 2.500 historische Fahrzeuge und mehr als 8.000 Modellfahrzeuge. 

Foto: gs