Kreis Höxter (red). Rund 274,7 Millionen Euro Bruttoumsatz, etwa 4.800 Menschen, die ganz oder teilweise vom Tourismus leben und ein Steueraufkommen von rund 25,2 Millionen Euro: Der Tourismus ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor im Kreis Höxter. Das zeigt die aktuelle Untersuchung „Wirtschaftsfaktor Tourismus“ der dwif-Consulting GmbH, die im Auftrag des Teutoburger Wald Tourismus der OstWestfalenLippe GmbH erstellt wurde.
Allein 2025 wurden im Kreis Höxter rund 3,5 Millionen Tagesreisen und 1,396 Millionen Übernachtungen erfasst. Während Tagesgäste rund 78,7 Millionen Euro Umsatz generierten, entfielen auf Übernachtungsgäste rund 196 Millionen Euro. Vom Gesamtumsatz profitiert dabei eine Vielzahl von Branchen: Rund 139,1 Millionen Euro entfielen auf das Gastgewerbe, 51,6 Millionen Euro auf den Einzelhandel und weitere 84 Millionen Euro auf Eintritte oder Dienstleistungen wie den ÖPNV und Tagungsangebote.
„Tourismus ist weit mehr als ein weicher Standortfaktor. Die Zahlen zeigen, welchen konkreten wirtschaftlichen Beitrag die Branche in unserer Region leistet. Davon profitieren nicht nur Hotels und Gastronomie, sondern ebenso der Einzelhandel und Dienstleistungsbetriebe“, betont Michael Stolte, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter mbH.
Dabei reicht die touristische Wertschöpfung weit über die Betriebe hinaus, die unmittelbar mit Gästen in Kontakt kommen. Auch viele Unternehmen im Hintergrund tragen dazu bei, dass touristische Angebote überhaupt entstehen können. „Ob Handwerksbetriebe, Reinigungsunternehmen oder IT-Dienstleister – vielen ist gar nicht bewusst, dass auch ihre Arbeit mit dem Tourismus zusammenhängt“, ergänzt Stolte.
Die touristische Wertschöpfung sichert damit Einkommen und Arbeitsplätze in der Region. Rund 4.800 Einkommensäquivalente (berechnetes durchschnittliches Primäreinkommen pro Kopf und Jahr) sind direkt und indirekt mit dem Tourismus verbunden. Da aber viele Beschäftigte in Teilzeit oder saisonal arbeiten, profitieren tatsächlich noch deutlich mehr Menschen vom Tourismus.
Gleichzeitig zeigt die Studie, dass die Entwicklung differenziert betrachtet werden muss. Im Vergleich zu 2019 ist der Umsatz gestiegen, während die Zahl der Tagesreisen um rund 12,5 Prozent und die touristisch bedingten Einkommensäquivalente um etwa sieben Prozent zurückgegangen sind. Gründe sind unter anderem gestiegene Ausgaben der Gäste, Inflation und ein verändertes Konsum- und Reiseverhalten. Durch die zunehmende Nutzung von Online-Konferenzen sind viele persönliche Geschäftstermine und damit verbundene Tagesreisen weggefallen. Auch der Fachkräftemangel stellt die Branche vor Herausforderungen.
„Die Zahlen zeigen, dass es für die weitere Entwicklung des Tourismus entscheidend ist, dass möglichst viel von der touristischen Nachfrage in der Region wirksam wird. Dafür brauchen wir attraktive Angebote und eine gute touristische Infrastruktur, die zu längeren Aufenthalten einlädt und dazu beiträgt, dass Gäste vor Ort vielfältige Angebote nutzen. Davon profitieren nicht nur die touristischen Betriebe, sondern die gesamte Region und auch die Menschen, die hier leben“, erklärt Katja Krajewski, Tourismusreferentin der GfW im Kreis Höxter mbH.
Die Weiterentwicklung des Tourismus ist damit eine Investition in die Zukunft des Kreises Höxter.
Foto: Teutoburger Wald Tourimus / D. Ketz