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Kreis Höxter
Holger Winkelmann und Andi Rüther im Gespräch im Restaurant EHRLICH.

Höxter (TKu). Ein neues Veranstaltungsformat möchte Menschen aus Höxter und ihre Geschichten in den Mittelpunkt rücken. „Es gibt viele Menschen, die viel zu erzählen haben und über die wir eigentlich nur sehr wenig wissen“, sagt Initiator Holger Winkelmann. Unter dem Titel „Höxter hört hin – Der Talk“ feiert das Format am Freitag, 4. September, um 19:30 Uhr im Restaurant EHRLICH Premiere. Hinter der Idee steht der Journalist und Radiomoderator Holger Winkelmann, der das Format privat entwickelt hat und den Abend selbst moderieren wird. Der Eintritt ist frei.

Persönliche Geschichten statt Prominentengespräche

Anders als bei klassischen Bühnenveranstaltungen oder Prominentengesprächen sollen bewusst Menschen eingeladen werden, die zwar nicht ständig in der Öffentlichkeit stehen, deren Lebensgeschichten und Erfahrungen aber dennoch spannend sind. „Es gibt viele Menschen, die viel zu erzählen haben und über die wir eigentlich nur sehr wenig wissen“, sagt Holger Winkelmann. Genau diesen Menschen möchte er künftig eine Bühne geben.

Talkgast werden können Personen, die entweder in Höxter wohnen oder dort geboren sind. Damit soll der enge Bezug zur Stadt dauerhaft erhalten bleiben. Jeder Abend soll zeigen, welche interessanten Persönlichkeiten direkt vor der eigenen Haustür leben.

Publikum wird aktiv eingebunden

Anders als bei einer klassischen Podiumsdiskussion kommen die Gäste nacheinander auf die Bühne. Holger Winkelmann führt mit jedem Einzelnen ein persönliches Gespräch und nimmt sich Zeit für die jeweilige Geschichte. Dabei soll es bewusst nicht nur um berufliche Erfolge gehen, sondern auch um persönliche Erlebnisse, Herausforderungen oder besondere Lebenswege.

Eine wichtige Rolle spielt dabei auch das Publikum. Die Besucherinnen und Besucher sollen nicht nur zuhören, sondern ausdrücklich die Möglichkeit erhalten, selbst Fragen an die Gäste zu stellen und sich aktiv am Gespräch zu beteiligen. Dadurch soll ein offener Austausch entstehen, der weit über ein klassisches Interview hinausgeht.

Bewusst persönlich und ohne Aufzeichnung

Die Idee für den Veranstaltungsort entstand bei einem Besuch Winkelmanns im Restaurant EHRLICH. Schnell überzeugte er Inhaber Andi Rüther von seinem Konzept. Für die Veranstaltung wird ein Bereich des Restaurants eigens umgestaltet. Rund 40 Gäste finden dort Platz.

Für Andi Rüther ist die bewusst klein gehaltene Teilnehmerzahl Teil des Konzepts. „Lieber ein bisschen kleiner und dafür persönlicher“, sagt der Gastronom. Ebenso bewusst verzichten die Veranstalter auf eine Aufzeichnung oder spätere Veröffentlichung der Gespräche. Die ungezwungene Atmosphäre ohne Kameras oder Mikrofone soll dazu beitragen, dass die Gäste offen erzählen können. Niemand müsse sich Gedanken machen, dass persönliche Aussagen später dauerhaft im Internet zu finden seien.

Premiere mit vier Talkgästen

Zur Premiere begrüßt Holger Winkelmann Stefan Marx und Simon Hillebrand vom Zimmertheater Höxter. Außerdem sind Jasper de Witt und Anna Lammert vom „Hellen Bauer“ in Höxter-Godelheim eingeladen. Komplettiert wird die erste Runde durch Susanne Krawinkel, die über das Thema ADHS bei Kindern und Erwachsenen sprechen wird und dabei persönliche Erfahrungen sowie Einblicke in ein gesellschaftlich relevantes Thema geben möchte.

Erfolgreiches Konzept kommt nach Höxter

Bereits seit mehreren Jahren moderiert der 51-Jährige in der Gemeinde Borchen erfolgreich das Veranstaltungsformat „Borchen hautnah“, das nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert. Die positiven Erfahrungen dort gaben letztlich den Anstoß, das Konzept nun auch nach Höxter zu bringen. Winkelmann betont ausdrücklich, dass „Höxter hört hin – Der Talk“ ein rein privates Projekt ist. Unabhängig von seiner Tätigkeit als Redakteur bei Radio Hochstift organisiert er die Veranstaltung in seiner Freizeit.

Der Initiator bringt dafür viel journalistische Erfahrung mit. Seit rund 35 Jahren arbeitet Holger Winkelmann in verschiedenen Bereichen des Journalismus. Seine Laufbahn begann als freier Mitarbeiter bei der Ahlener Zeitung. Es folgten ein Volontariat bei Radio MK in Iserlohn sowie viele Jahre als freier Journalist und Moderator bei verschiedenen Radiosendern in Ostwestfalen-Lippe. Seit 2018 ist er festangestellter Redakteur bei Radio Hochstift. Vor rund eineinhalb Jahren zog der gebürtige Ahlener aus privaten Gründen nach Höxter. Darüber hinaus produziert und moderiert er die Podcasts „Der Langeoog-Podcast“ und „Der Begleiter“.

Unterstützt wird die Premiere von der Sparkasse Paderborn-Detmold-Höxter, die als Sponsor auftritt. Sollten die ersten Veranstaltungen auf Interesse stoßen, soll das Format fortgesetzt werden. Eine zweite Ausgabe ist nach derzeitiger Planung bereits für Ende November vorgesehen.

Foto: Thomas Kube


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Holzminden. Am „Forster Weg 26“ in Holzminden steht ab sofort eine rund 125 Quadratmeter große Gewerbefläche zur Vermietung. Die gepflegten Räumlichkeiten befinden sich ebenerdig im Erdgeschoss und sind barrierefrei sowie stufenlos zugänglich.

Die Fläche eignet sich unter anderem als Büro, Arzt- oder Physiotherapiepraxis, Apotheke, Kanzlei oder für weitere gewerbliche und dienstleistungsorientierte Nutzungen.

Flexible Nutzungsmöglichkeiten

Die Raumaufteilung kann nach Absprache flexibel geplant und individuell an die Anforderungen der zukünftigen Mieterin oder des zukünftigen Mieters angepasst werden. Auch entsprechende Umbauten sind grundsätzlich möglich.

Die Gewerbefläche befindet sich in der Nähe des ehemaligen Krankenhauses. Parkmöglichkeiten stehen direkt vor dem Objekt zur Verfügung.

Provisionsfreie Vermietung

Die monatliche Miete beträgt 1.500 Euro. Die Vermietung erfolgt provisionsfrei direkt vom Eigentümer. Eine Kaution ist nach Absprache zu hinterlegen.

Kontakt

Johannes Rerich
Telefon: 01520 1549757
E-Mail: j.rerich@gmx.net

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Landkreis Holzminden

Holzminden (awin). Einen Monat war Paul Grotenburg mit der deutschen Nationalmannschaft in den USA unterwegs – und plötzlich ist alles vorbei. Die Koffer sind ausgepackt, die Wäsche ist erledigt und seit einigen Tagen sitzt er wieder am Newsdesk der BILD-Sportredaktion in Berlin. Geblieben sind Erinnerungen an seine erste Fußball-Weltmeisterschaft als DFB-Reporter und an ein Turnier, das für Deutschland früher endete als erhofft.

Noch vor vier Monaten blickte der frühere Mitarbeiter der Weser-Ith News voller Vorfreude auf das größte Abenteuer seiner bisherigen Laufbahn. Inzwischen ist aus der Erwartung eine Erfahrung geworden, die sich für ihn kaum auf einen einzelnen Augenblick reduzieren lässt.

„Das ganze Turnier war einzigartig – von der Abreise bis zur Rückreise“, sagt Grotenburg. Es sind vielmehr die vielen kleinen Erlebnisse, die sich festgesetzt haben: das erste WM-Spiel im riesigen Stadion von Houston, die Wochen rund um das Quartier der Nationalmannschaft, die gemeinsame Zeit mit den Kollegen und sogar eine Live-Schalte ins arabische Fernsehen. „Es sind so viele Momente, dass es mir wirklich schwerfällt, den einen herauszupicken.“

Vier Wochen im WM-Rhythmus

Am 2. Juni fliegt Grotenburg mit seinen Kollegen nach Chicago. Genau einen Monat später beginnt die Rückreise nach Deutschland. Dazwischen dreht sich fast alles um die DFB-Auswahl. Auch die anderen Mannschaften und Begegnungen verfolgt das Reporterteam aufmerksam. Im Mittelpunkt der eigenen Berichterstattung steht jedoch klar die deutsche Nationalmannschaft.

„So ein Turnier ist wirklich von morgens bis abends mit dem Job ausgefüllt“, erzählt er. Trainingseinheiten, Pressekonferenzen und Gespräche liefern ständig neue Themen. Gleichzeitig entstehen Artikel, Video-Aufsager und Elemente für Podcasts, die in Deutschland veröffentlicht werden, wenn in den USA eigentlich Schlafenszeit ist. Die Zeitverschiebung verlängert die Arbeitstage zusätzlich. Die Zeitverschiebung verlängert die Arbeitstage zusätzlich.

Einige freie Stunden bleiben trotzdem. Dann geht Grotenburg zum Sport oder erkundet die jeweilige Stadt. Meist bestimmt jedoch die Nationalmannschaft den Tagesablauf. Wo sie trainiert, spricht oder spielt, sind auch die Reporter.

Die Atmosphäre erlebt er vor allem in den Austragungsorten als besonders. Große Arenen, viele Fans und eine spürbare Begeisterung prägen die Spieltage. Am Basislager der deutschen Mannschaft sieht es ruhiger aus. Dort gibt es kein WM-Stadion in unmittelbarer Nähe und entsprechend weniger Turniertrubel.

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Auf Englisch live ins arabische Fernsehen

Zu den ungewöhnlichsten Erlebnissen gehört eine Anfrage eines Fernsehsenders aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Sender sucht vor dem dritten deutschen Gruppenspiel einen Journalisten, der die Mannschaft fachlich einordnet. Grotenburgs Teamchef fragt ihn, ob er die Aufgabe übernehmen möchte.

Er stimmt sich mit den Kollegen ab, klärt die Themen und bereitet sich gezielt vor. Schließlich ist es etwas anderes, auf Englisch über taktische Fragen, Spieler und die Lage der Nationalmannschaft zu sprechen, als im Restaurant zu bestellen oder Smalltalk zu führen.

„Man will fachlich glänzen und seiner Expertenrolle mit qualifizierten Aussagen gerecht werden“, sagt Grotenburg. Die Schalte dauert nur wenige Minuten. Aufgeregt ist er dennoch: „Ich war schon ein bisschen nervös.“

Dass seine Einschätzung inzwischen auch international gefragt ist, markiert zugleich eine weitere Etappe seines beruflichen Weges. Seine ersten journalistischen Texte schrieb Grotenburg einst für die Weser-Ith News. Bei der Weltmeisterschaft spricht er als DFB-Experte für ein ausländisches Fernsehpublikum.

In Boston wächst die Sorge

Das sportliche Ende erlebt Grotenburg im Stadion von Boston. Schon während der ersten Halbzeit gegen Paraguay wird sein ungutes Gefühl stärker.

„Die Befürchtung, dass das schiefgehen kann, wurde von Minute zu Minute größer“, erinnert er sich. Für ihn ist es eine der schwächsten Vorstellungen der Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren – und das schlechteste DFB-Spiel, das er in seinen zwei Jahren als Reporter im Stadion gesehen hat.

Nach der Führung Paraguays gerät Deutschland immer stärker unter Druck. Die Mannschaft rettet sich zwar noch in die Verlängerung und entwickelt dort zwischenzeitlich mehr Gefahr. Eine echte Wende gelingt jedoch nicht. Im Elfmeterschießen kippt die Hoffnung endgültig.

Als der erste deutsche Versuch vergeben ist, hat Grotenburg das Gefühl, dass dieser Abend kein gutes Ende mehr nimmt. Kurz darauf steht fest: Die Nationalmannschaft ist ausgeschieden – und auch für das BILD-Reporterteam endet die WM-Reise früher als erhofft.

„Als Journalist funktioniert man dann einfach“

Während es in Deutschland bereits 2 Uhr nachts ist, zeigt die Uhr in Boston erst 20 Uhr. Viel Zeit für Enttäuschung bleibt nach dem Abpfiff nicht. Grotenburg geht direkt in die Mixed Zone. Dort ist die Niedergeschlagenheit greifbar.

Nur wenige Spieler bleiben stehen und beantworten Fragen. Die meisten gehen wortlos in Richtung Mannschaftsbus. Nach Siegen sieht das häufig anders aus. Diesmal ist der Bereich schnell leer.

„Als Journalist funktioniert man dann einfach“, sagt Grotenburg. Analysen müssen geschrieben, Gespräche geführt und neue Informationen eingeholt werden. Die eigene Enttäuschung läuft zunächst nur im Hintergrund mit.

Die Zeitverschiebung verschafft den Reportern ausnahmsweise etwas Luft. Da die meisten Menschen in Deutschland schlafen, bleibt ihnen Zeit, sich zu sortieren und festzulegen, welche Geschichten die Leser am Morgen benötigen. Erst später setzt sich die Erkenntnis durch, dass die Reise vorbei ist.

„Man weiß: Das war es jetzt, morgen oder übermorgen geht es nach Hause“, beschreibt Grotenburg den Moment. Die Niedergeschlagenheit betrifft nicht nur die sportliche Enttäuschung. Nach Wochen im gemeinsamen Rhythmus endet von einem Augenblick auf den anderen auch eine intensive Zeit mit den Kollegen.

Die Mannschaft ist weg, die Sicherheitsstufe bleibt

Wie abrupt ein solches Turnier endet, zeigt sich kurze Zeit später. Grotenburg fährt vor seiner Abreise noch einmal zum Quartier der Nationalmannschaft. Die Spieler sind längst abgereist. Trotzdem gilt auf dem Gelände weiterhin erhöhte Sicherheitsstufe.

Die Mannschaft ist verschwunden, doch die Abläufe laufen zunächst weiter, als wäre sie noch da. Auch dieses beinahe skurrile Bild bleibt ihm von der Weltmeisterschaft in Erinnerung: ein gesichertes Teamquartier ohne Team.

Während in Deutschland nach seinen Eindrücken wegen der späten Anstoßzeiten keine große WM-Euphorie entsteht, zeigt sich das Interesse am nächsten Morgen im Netz. Wer nachts nicht zuschaut, bekommt die wichtigsten Szenen und Geschichten beim Aufstehen über soziale Medien und Nachrichtenangebote präsentiert.

„Umso krasser war die WM auf Social Media“, sagt Grotenburg. Gerade in den frühen Morgenstunden ist die Nachfrage nach aktuellen Artikeln und Einordnungen besonders groß.

Der Karrierehöhepunkt bestätigt sich

Vor dem Turnier bezeichnet Grotenburg die Weltmeisterschaft als möglichen Höhepunkt seiner bisherigen Laufbahn. Vier Monate später muss er über die Antwort nicht lange nachdenken.

„Ja, absolut“, sagt er. Noch nie zuvor war er vier Wochen am Stück außerhalb Deutschlands. Die neuen Städte, die riesigen Stadien, die Arbeit mit der Nationalmannschaft und vor allem die gemeinsame Zeit im Reporterteam machen das Turnier für ihn unvergesslich.

Inzwischen hat Grotenburg der Alltag in Berlin wieder. Er blickt auf die neue Bundesliga-Saison und hofft, auch künftig für BILD über die Nationalmannschaft berichten zu können. In zwei Jahren wäre er gerne auch bei der Europameisterschaft als Reporter dabei.

Vor vier Monaten sprach Grotenburg über seinen Traum, eine Weltmeisterschaft als Reporter zu erleben. Inzwischen weiß er, wie sich dieser Traum anfühlt – mit langen Arbeitstagen, großen Stadien, besonderen Begegnungen und einem bitteren Ende.

Die Begeisterung für seinen Beruf ist geblieben – vielleicht sogar noch ein Stück größer geworden.

Fotos: Paul Grotenburg

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