Höxter (TKu). Wie nun bekannt wurde, fand der Polizeieinsatz am vergangenen Donnerstag, 6. August, in einer städtischen Geflüchtetenunterkunft an der Straße „An der Steinmühle“ in Höxter statt. Dort nahmen Ermittler einen 29-jährigen Mann fest, der im Verdacht steht, in den Jahren 2015 und 2016 als bewaffneter Kämpfer für die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) im Irak aktiv gewesen zu sein. Anders als zunächst von Höxter-News berichtet, handelt es sich bei dem Tatverdächtigen nicht um eine Frau, sondern um einen Mann. Für die anfängliche Verwechslung hatte offenbar der Name des Verdächtigen gesorgt, der in Deutschland als Frauenname registriert ist.
Zwei Festnahmen in Höxter und Bottrop
Wie bekannt wurde, waren am Donnerstagmorgen sowohl in Höxter als auch in Bottrop Ermittler im Einsatz. Insgesamt nahmen die Behörden zwei irakische Staatsangehörige im Alter von 29 und 46 Jahren fest. Beide Männer sollen nach den bisherigen Ermittlungen zwischen Mitte 2015 und Ende 2016 im Irak für den IS gekämpft und sich an bewaffneten Kampfhandlungen beteiligt haben. Dabei soll es auch Todesopfer gegeben haben.
Der 29-Jährige wurde nach Informationen vor Ort in der städtischen Unterkunft an der Straße „An der Steinmühle“ festgenommen. Die Unterkunft liegt in unmittelbarer Nähe des Höxteraner Hallenbades an der „Lütmarser Straße“. Am Donnerstagmorgen war dort ein größeres Polizeiaufgebot zu beobachten. Die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf bestätigte inzwischen, dass der Einsatz an diesem Ort stattfand.
Ermittlungen laufen bereits seit März
Die Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf und des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen laufen bereits seit März. Auf die Spur der beiden Männer waren die Behörden unter anderem durch sogenannte „Battlefield Evidence“-Listen des IS gekommen. Dabei handelt es sich um Dokumente und weitere Informationen, die in Konfliktgebieten von Militärs und Nachrichtendiensten sichergestellt wurden. Die Namen der beiden Tatverdächtigen sollen auf entsprechenden Unterlagen aufgetaucht sein.
Nach Angaben der Ermittler ließen sich beide Männer am Donnerstag widerstandslos festnehmen. In den Unterkünften beziehungsweise Wohnungen der Verdächtigen wurden unter anderem Mobiltelefone und Laptops sichergestellt. Die Datenträger sollen nun ausgewertet werden.
Ermittler werten elektronische Geräte aus
Dabei wollen die Ermittler unter anderem klären, ob sich darauf Hinweise auf weitere Straftaten befinden oder ob die Verdächtigen möglicherweise aus Deutschland heraus konkrete Aktionen geplant haben.
Gegen beide Männer lagen bereits Haftbefehle vor. Diese wurden am Donnerstagnachmittag vollstreckt. Die beiden Tatverdächtigen befinden sich inzwischen in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen konzentrieren sich insbesondere auf die Frage, welche Rolle die beiden Männer während ihres mutmaßlichen Einsatzes für den IS im Irak tatsächlich gespielt haben.
Vorwürfe sind Gegenstand der Ermittlungen
Der Vorwurf lautet, dass sie sich als bewaffnete Kämpfer an Kampfhandlungen der Terrororganisation beteiligt haben. Ob sich die erhobenen Vorwürfe im weiteren Verlauf des Verfahrens bestätigen, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Für die Bewohnerinnen und Bewohner der Unterkunft und das Umfeld des Einsatzortes war der Polizeieinsatz am Donnerstag insbesondere durch das größere Aufgebot der Ermittler sichtbar. Der Einsatz selbst verlief nach bisherigen Angaben ohne Widerstand und ohne besondere Zwischenfälle.
Auswertung könnte weitere Erkenntnisse liefern
Die Auswertung der sichergestellten elektronischen Geräte könnte nun weitere Erkenntnisse liefern. Die Behörden prüfen dabei sowohl die Vorwürfe im Zusammenhang mit den mutmaßlichen Aktivitäten der Männer im Irak als auch mögliche Bezüge zu Aktivitäten in Deutschland.
Foto: Thomas Kube