Kreis Höxter (red). Gut besuchte Konzerte, große Resonanz bei Mitmachangeboten und zahlreiche Gäste bei Entdeckungsreisen durch die Region: Das Netzwerk Klosterlandschaft OWL zieht nach dem zehnten Klosterfestival eine positive Bilanz. Rund 1.200 Besucherinnen und Besucher nahmen an den insgesamt 15 Veranstaltungen teil.
„Wir sind sehr zufrieden“, bilanziert Hans Hermann Jansen. Der künstlerische Leiter des Klosterfestivals freut sich darüber, dass es dem Team des Netzwerks Klosterlandschaft OWL erneut gelungen sei, den Klöstern der Region OWL durch unterschiedliche Angebote eine „große Sichtbarkeit zu geben“.
Konzerte, Wanderungen und Workshops
Zu den besonders gut besuchten Veranstaltungen zählten neben Orgelkonzerten und Bach-Wanderungen die „Klänge im Garten der Stille“ am Institut Kupferberg in Detmold, die „Reise ins Sacrum“ mit dem Akkordeonisten Kamil Dmochowski im Christlichen Bildungswerk der Hegge sowie der Krautbund-Workshop im Abteigarten in Marienmünster. Auch die Abschlusskonzerte mit dem „Trio Klangkunst“ in Brenkhausen, Warburg und Gehrden fanden großen Zuspruch.
„Die Menschen sind vor allem in den jetzigen Krisenzeiten erlebnishungrig, wollen begeistert werden, und genau an diese Bedürfnisse richten sich die Angebote der Klosterlandschaft“, betont Hans Hermann Jansen.
Klosterorte als lebendige Einrichtungen
Klösterliche Einrichtungen spielten in der Region weiterhin sowohl als Kulturerbe als auch als lebendige und spirituelle Orte eine wichtige Rolle. „Ganz gleich, ob Ruine oder Welterbe, ob aktives Benediktinnerinnen-Kloster oder Bildungshaus, die Klosterorte leben von ihrer Vielfalt und halten ganz individuell kostbare Angebote für Menschen bereit.“
Viele Gäste, die sich für die Klosterlandschaft interessieren, kämen aus anderen Regionen und seien überrascht, welche Entdeckungen sie vor Ort machen könnten. Ähnlich ergehe es Künstlerinnen und Künstlern, die die Region erstmals besuchten. „Die sind richtig begeistert und fasziniert“, so der Intendant.
Mehr Experimente für kommende Programme
Der Mix aus Konzerten von Solisten und Ensembles, klassischen und zeitgenössischen Klängen, Ausstellungen, Rauminszenierungen, musikalischen Wanderungen und Radtouren gehört seit Jahren zum Konzept des Klosterfestivals. Hinzu kommt das Zusammenspiel von Kunst, Menschen und den unterschiedlichen Klosterorten.
Für kommende Programme möchte der künstlerische Leiter diesen Ansatz weiterentwickeln. „Wir müssen noch mutiger werden und gemeinsam Experimente wagen.“ Konkret gehe es um mehr Crossover-Projekte, mehr zeitgenössische Klänge sowie zusätzliche Verbindungen zwischen Orten, Kunst und den Interessen der Festivalgäste.
„Wir haben zwar vor Ort eine große geschichtliche Dimension, sind aber auch keine Geschichtsverwalter, sondern wollen den Blick nach vorne richten und neue, unentdeckte Wege beschreiten.“ Mit dieser Ausrichtung will das Klosternetzwerk Ostwestfalen-Lippe seinen Kulturraum auch künftig für Besucherinnen und Besucher erlebbar machen.
Rund 75 Einrichtungen im Netzwerk
Zum kulturtouristischen Netzwerk Klosterlandschaft OWL gehören rund 75 klösterliche Einrichtungen in der gesamten Region. Das Netzwerk verbindet aktive Klöster, ehemalige Abteien und klosterähnliche Orte. Ziel ist es, deren kulturelles, spirituelles und historisches Erbe für Besucherinnen und Besucher zugänglich zu machen.
Ein Schwerpunkt liegt im Kreis Höxter mit 25 klösterlichen Einrichtungen. Zentraler Anlauf- und Informationspunkt rund um die Klosterkultur ist das FORUM Abtei in Marienmünster.
Gefördert wurde das Klosterfestival 2026 vom Kulturland Kreis Höxter, den Kreisen Gütersloh und Paderborn, dem Landschaftsverband LWL, der VerbundVolksbank OWL eG sowie der Gesellschaft der Musikfreunde der Abtei Marienmünster e.V.
Weitere Informationen zur Arbeit des Netzwerks sowie die Online-Version des Programmheftes und Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen gibt es unter www.klosterlandschaft-owl.de.
Fotos: Privat