Kreis Höxter (red). 321 werdende oder junge Eltern haben 2025 die Schwangerschaftsberatung der Caritasverbandes für den Kreis Höxter aufgesucht. Neben Fragen zum Schwangerschaftsverlauf bestimmten rechtliche und finanzielle Themen die Beratungen. Immer mehr Väter suchen mit ihrer Partnerinnen die Beratungsstelle auf.
„Die meisten Ratsuchenden kommen zu unserer Beratungsstelle, weil sie über Freunde und Bekannte von uns hören“, sagt Beraterin Lydia Denecke. „Vor der ersten Schwangerschaft wissen viele nicht, dass es diese gibt. Aber mit der Schwangerschaft werden auf einmal viele Fragen wichtig.“
Die erste Informationsquelle ist heute oftmals das Internet, aber es wird schnell deutlich, dass die digitalen Informationen nicht immer ausreichend sind. „Die KI gibt schnelle Antworten, aber die Informationen sind längst nicht immer sicher, verständlich und ausreichend“, betont Lydia Denecke.
Das Internet ersetze auch nicht das persönliche Gespräch, den Vertrauensaufbau und die einfühlsame Begleitung, die die Schwangerschaftsberatung auszeichnet. Weil die Einbindung in familiäre Netzwerke abgenommen hat, hat diese Beziehungsarbeit über mehrere Sitzungen in der Beratungsstelle einen höheren Stellenwert erhalten.
Positiv ist die Tendenz, Familie und Beruf besser vereinbaren zu wollen. Dieses Thema wird auch für Väter immer wichtiger. Sie begleiten ihre Partnerin oft mit in die Beratungsstelle. „Elternzeit und Elterngeld gehören zu den Themen, zu denen sich Paare besonders häufig beraten lassen“, hat Julie Lange beobachtet.
Julie Lange ist seit Dezember 2025 Beraterin der Schwangerschaftsberatung des Caritasverbandes für den Kreis Höxter. Sie ist Sozialarbeiterin (B.A.) und hat im Studium bereits erste Erfahrungen in der Schwangerschaftsberatung gesammelt. An der Schwangerschaftsberatung schätzt sie besonders, dass Familien schon zu Beginn ihres gemeinsamen Weges gestärkt und unterstützt werden können.
936 Beratungen haben die Beraterinnen im vergangenen Jahr durchgeführt. In den Beratungen nehmen Fragen zu sozialrechtlichen und finanziellen Themen wie Elterngeld, Elternzeit, Kindergeld, Kinderzuschlag oder Wohngeld großen Raum ein. „Viele Klientinnen und Klienten sind sich unsicher über die rechtlichen Bestimmungen und die Antragstellung“, sagt Julie Lange. Auch die Probleme, die nach einer Trennung während der Schwangerschaft oder nach der Geburt auftreten, sind Thema in den Gesprächen.
Die Sorge darum, im Umgang mit dem Baby immer alles richtig zu machen, hat schon immer den Alltag der (werdenden) Eltern bestimmt. Deutlich zugenommen haben die Existenzängste, die sich in vielen Beratungen widerspiegeln. Das hat Folgen, hat Lydia Denecke festgestellt: „Über diese und weitere Belastungen zu sprechen ist für viele eine große Entlastung.“
Die Caritas-Schwangerschaftsberatung ist in ein Netzwerk mit anderen Caritas-Diensten, sozialen Trägern und Einrichtungen im Kreis Höxter eingebunden und kann deshalb schnell und zielgenau Hilfestellungen anbieten und vermitteln. 2025 hat die Beratungsstelle 82 Anträge auf finanzielle Hilfen (Bundesstiftung Mutter & Kind, Bischofsfonds) bearbeitet.
Terminvereinbarung
(auch für die Caritas-Außenstellen Steinheim und Warburg): Schwangerschaftsberatung des Caritasverbandes für den Kreis Höxter e.V.; Klosterstraße 9, 33034 Brakel
Tel.: 05272/377058
www.caritas-hx.de
Foto: Caritasverband
