Anzeige
commercial-eckfeld https://commercial.meine-onlinezeitung.de/images/Holzminden/Eckfeld/Schwager_NEU_Eckfeld_01_2023.jpg#joomlaImage://local-images/Holzminden/Eckfeld/Schwager_NEU_Eckfeld_01_2023.jpg?width=295&height=255
Anzeige
Höxter-Beverungen
Pflegekräfte demonstrierten in Höxter gegen die geplanten Änderungen der Pflegeversicherung.

Höxter (TKu). Mit einem großen Autokorso und einem anschließenden Demonstrationszug haben Pflegekräfte, insbesondere von ambulanten Pflegediensten, aus dem Kreis Höxter und den umliegenden Kreisen am Freitag zwischen 11 und 15 Uhr in Höxter auf ihre Kritik an den geplanten Änderungen in der Pflegeversicherung aufmerksam gemacht. Gemeint ist der Referentenentwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG).

Ursprünglich war mit rund 150 teilnehmenden Fahrzeugen und Demonstrierenden gerechnet worden. Tatsächlich beteiligten sich deutlich mehr Menschen. Gezählt wurden 225 Fahrzeuge im Autokorso und mehr als 230 Demonstrierende.

Autokorso führt durch Höxter

Der Protest begann in Corvey. Von dort setzte sich der Autokorso hupend in Richtung Höxter in Bewegung. Die Fahrzeuge fuhren über die Kreisstraßen 45 und 46 sowie die B64/83. Dabei passierte der Korso auch zwei größere Kreuzungen, bevor die Strecke über die „Westerbachstraße“ und die Weserbrücke in die Höxteraner Innenstadt führte. Während des Autokorsos kam es zu längeren Wartezeiten im Stadtverkehr.

Ziel des Autokorsos war der Floßplatz. Dort formierten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einem Demonstrationszug. Mit Trillerpfeifen, Plakaten und deutlichen Forderungen machten sie auf ihre Kritik an den geplanten gesetzlichen Veränderungen aufmerksam.

Kundgebung an der Nikolaikirche

Der Protestmarsch führte über die Weserbrücke, die „Weserstraße“ und die „Marktstraße“ bis zur Nikolaikirche. Dort fand die eigentliche Kundgebung statt. Unter den Teilnehmenden waren neben Beschäftigten aus Pflegeeinrichtungen auch Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Parteien.

Ebenfalls vor Ort war der Bundestagsabgeordnete Christian Haase (CDU). Die Demonstrierenden richteten an ihn die Erwartung, die vorgetragenen Kritikpunkte auch auf Bundesebene anzusprechen und die Botschaft der Pflegekräfte nach Berlin zu tragen.

Kritik am Pflegeneuordnungsgesetz

Im Mittelpunkt des Protestes stand der Referentenentwurf des sogenannten Pflegeneuordnungsgesetzes, kurz PNOG. Mit dem Gesetz soll die Pflegeversicherung ab dem Jahr 2027 neu geordnet werden. Vorgesehen sind unter anderem Veränderungen bei der Finanzierung sowie bei der Zusammenlegung beziehungsweise Neuausrichtung bestimmter Leistungen. Zum Zeitpunkt der Demonstration handelte es sich noch um einen Referentenentwurf. Änderungen im weiteren Gesetzgebungsverfahren sind daher grundsätzlich noch möglich.

Bei der Kundgebung an der Nikolaikirche kamen mehrere Rednerinnen und Redner zu Wort. Dazu gehörten unter anderem Marc Ludwig vom Pflegedienst Ludwig in Warburg, Christoph Anders von der KHWE sowie Andreas Fuhrmann, Vorstand des Pflegedienstes Jung & Alt.

Pflegebranche befürchtet negative Folgen

Auch Kristina Engelen und Peter Rötzel von der Pflegekammer NRW beteiligten sich an der Veranstaltung und sprachen zu den Teilnehmenden. Die Rednerinnen und Redner griffen verschiedene Punkte des Gesetzentwurfs auf und erläuterten, welche Auswirkungen sie aus Sicht der Pflegebranche befürchten.

Ein zentraler Kritikpunkt betrifft die geplante Aussetzung der bisherigen Tariftreueregelung. Nach Darstellung der Demonstrierenden soll die derzeit geltende Vorgabe, wonach Pflegeeinrichtungen für ihre Zulassung Tariflöhne oder tarifähnliche Löhne zahlen müssen, von 2027 bis Ende 2030 ausgesetzt werden. Lohnsteigerungen sollen in diesem Zeitraum stattdessen nur begrenzt berücksichtigt werden.

Sorge vor wachsendem Lohndruck

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demonstration sehen darin die Gefahr eines zunehmenden Lohndrucks. Wenn die tarifliche Absicherung nicht mehr in gleicher Weise greife, könne der Anreiz für eine gute Bezahlung von Pflegekräften sinken. Gerade vor dem Hintergrund des bestehenden Fachkräftemangels halten die Demonstrierenden diese Entwicklung für problematisch. Ihrer Ansicht nach könnte damit ein Schritt zur Aufwertung des Pflegeberufs wieder abgeschwächt werden.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die geplante neue Form der Pflegebegleitung. Der Gesetzentwurf sieht vor, Beratung und Unterstützung stärker zu bündeln und Pflegebedürftige sowie ihre Angehörigen frühzeitiger zu begleiten. Ziel der Neuordnung ist unter anderem, Bürokratie abzubauen und die Unterstützung besser zu koordinieren.

Kritik an neuen Beratungsstrukturen

Die Demonstrierenden bezweifeln jedoch, dass eine stärkere Bündelung automatisch zu weniger Aufwand führe. Aus ihrer Sicht bestehe gerade bei komplexen Pflegefällen ein Bedarf an persönlicher und kontinuierlicher Beratung und Koordination. Wenn mehrere Stellen sowie neue Versorgungs- und Betreuungsstrukturen beteiligt seien, könne die Gefahr entstehen, dass Zuständigkeiten unübersichtlich würden. Die Teilnehmenden warnen deshalb vor zusätzlichen Schnittstellen und davor, dass Pflegebedürftige und Angehörige letztlich selbst mehr koordinieren müssten.

Auch die geplante Veränderung beim bisherigen Entlastungsbetrag wird von den Pflegekräften kritisch gesehen.

Entlastungsbetrag soll neu ausgerichtet werden

Nach dem Referentenentwurf soll der bisherige monatliche Entlastungsbetrag von 131 Euro zu einem Sozialraumbudget in Höhe von 175 Euro weiterentwickelt werden. Dieses soll grundsätzlich für niedrigschwellige Angebote zur Unterstützung im Alltag eingesetzt werden können. Dazu zählen beispielsweise hauswirtschaftliche Hilfen und Betreuungsangebote. Professionelle Angebote, die als ambulanter Betreuungsdienst zugelassen sind, sollen dagegen über das Sachleistungsbudget finanziert werden.

Die Demonstrierenden weisen darauf hin, dass die neuen 175 Euro aus ihrer Sicht nicht einfach als zusätzliches Geld betrachtet werden könnten. Gleichzeitig würden bisherige Nutzungsmöglichkeiten entfallen oder verändert.

Pflegekräfte warnen vor weniger Flexibilität

Der bisherige Entlastungsbetrag konnte unter anderem flexibler eingesetzt werden, beispielsweise auch für Leistungen ambulanter Pflegedienste oder für Tages- und Nachtpflege.

Die Teilnehmenden sprachen deshalb in Höxter von einer möglichen „Leistungskürzung durch die Hintertür“ beziehungsweise von einem Verlust an Flexibilität. Entscheidend sei für Pflegebedürftige nicht allein die Höhe eines Budgets, sondern auch die Frage, für welche Leistungen dieses tatsächlich eingesetzt werden könne.

Insgesamt fassten die Demonstrierenden ihre Kritik in mehreren Kernpunkten zusammen: Sie befürchten mehr Bürokratie und zusätzliche Schnittstellen, weniger Flexibilität bei der Nutzung von Leistungen, Kostensenkungen statt einer tatsächlichen Verbesserung der Versorgung sowie eine vierjährige Aussetzung der Tariftreueregelung.

Fotos/Video: Thomas Kube


Anzeige
Lesedauer: 5 Minuten
Anzeige

Hofgeismar. Im September ist es wieder so weit: Der Tierpark Sababurg lädt zum mittlerweile 18. Mittelalterlichen Spectaculum ein. Vor der Kulisse des kulturhistorischen Mauerparks unterhalb der Sababurg erwartet die Besucherinnen und Besucher ein Wochenende voller Geschichte, Musik und lebendigem Markttreiben.

Am Samstag, 5. September, und Sonntag, 6. September 2026, verwandelt sich das weitläufige Gelände in eine mittelalterliche Welt. Über 150 Darstellerinnen und Darsteller schlagen ihre Lager auf, errichten Stände und präsentieren ein buntes Treiben wie vor Jahrhunderten: Es wird gelebt, gefeiert, gekämpft, gefeilscht und gehandelt. Besucherinnen und Besucher erleben das Mittelalter hautnah – authentisch, lebendig und familienfreundlich.

Schaukämpfe und Ritterturnier gehören zum Programm

Mitreißende Schaukämpfe mit Blankwaffen, ein Ritterturnier, ein farbenfrohes Lagerleben und zahlreiche Mitmachangebote für Groß und Klein sollen das Mittelalter erlebbar machen. Zudem erwartet die Gäste am Samstag ein Ritterturnier auf Pferden, eine Vorführung der Senner-Pferde sowie ein abendlicher Fackelritt.

Handwerkerinnen und Handwerker sowie Händlerinnen und Händler zeigen vielfältige Handwerkskunst und bieten kunstvoll gefertigte Waren an. Verschiedene Leckereien sorgen für das leibliche Wohl.

Historische Handwerkskunst und mittelalterliches Markttreiben können die Besucherinnen und Besucher an beiden Veranstaltungstagen erleben.
Mittelalterbands sorgen an beiden Tagen für Musik

Auf der großen Bühne treten die Mittelalterbands „Tarranis“ und „Saltatio Draconum“ an beiden Tagen mit Marktmusik auf. Hoch über den Köpfen der Besucherinnen und Besucher schreitet zudem eine Stelzenläuferin durch das Marktgeschehen und präsentiert kunstvolle Bewegungen.

Das Feuerkünstler-Duo „Spiral Fire“ setzt mit einer Feuershow am Abend den Schlusspunkt des Programms.

Zahlreiche Mitmachangebote warten auf Kinder

Auch für die kleinen Gäste gibt es viel zu entdecken: Sie können auf dem hölzernen Kinderkarussell ihre Runden drehen, sich mit Mut und Geschick dem „Teufelswerk“ stellen, Wikingerschiffe angeln, historische Spielereien ausprobieren oder beim Korbflechten und Specksteinschnitzen selbst kreativ werden. Zahlreiche weitere mittelalterliche Mitmachaktionen laden zum Teilnehmen und Staunen ein.

Das Mittelalterliche Spectaculum findet in der Kulisse des Tierparks Sababurg zwischen Bad Karlshafen und Hofgeismar mitten im Reinhardswald statt.

Auch für Kinder bietet das Mittelalterliche Spectaculum im Tierpark Sababurg zahlreiche Attraktionen und Mitmachangebote.
Für das Spectaculum wird kein zusätzlicher Eintritt erhoben

Ein zusätzlicher Eintritt wird nicht erhoben. Es gelten die regulären Eintrittspreise des Tierparks: 12 Euro für Erwachsene, 7,50 Euro für Kinder von vier bis 15 Jahren und 31 Euro für Familien.

Alle Informationen und Preise sind auf www.tierpark-sababurg.de abrufbar. Kostenlose Parkplätze stehen zur Verfügung. Hunde dürfen angeleint mitgebracht werden.

Weitere Informationen gibt es bei der Tierparkverwaltung Sababurg unter der Telefonnummer 0561/997979-800, per E-Mail an info@tierpark-sababurg.de sowie im Internet unter www.tierpark-sababurg.de.

Fotos: Tierpark Sababurg

Anzeige

Lesedauer: 5 Minuten
Einbeck

Einbeck (red). Wie arbeiten Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienste und andere Organisationen zusammen? Auf welche Technik setzen sie bei einem Einsatz? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt der dritte „BlaulichtTag“ des PS.Speicher im Otto-Hahn-Park Einbeck.

Besucherinnen und Besucher können die teilnehmenden Organisationen an ihren Ständen kennenlernen, mit den Einsatzkräften ins Gespräch kommen und einen Blick hinter die Kulissen ihrer täglichen Arbeit werfen. Die Beteiligten zeigen auf ihren Standflächen unterschiedliche Einsatztechniken und berichten aus ihrem Arbeitsalltag.

Einsatzkräfte demonstrieren gemeinsam eine realistische Bergungsszene

Um 13 Uhr stellen die Einsatzkräfte gemeinsam eine realistische Bergungsszene nach. Anhand eines Unfallfahrzeugs demonstrieren sie, wie verschiedene Organisationen bei einem Einsatz Hand in Hand arbeiten und welche Rettungs- und Bergungstechniken zum Einsatz kommen. Die Werkstatt Marco Ewert Automobile GmbH unterstützt die Vorführung mit zwei Unfallfahrzeugen.

Auch für die jüngsten Gäste gibt es viel zu entdecken. Kinderschminken, ein Glücksrad, Hüpfburgen und Bastelaktionen sorgen für Unterhaltung.

Präventionspuppenbühne vermittelt Kindern Wissen über den Straßenverkehr

Ein weiteres Angebot richtet sich speziell an Kinder im Kindergarten- und Vorschulalter sowie an Schülerinnen und Schüler der Grundschule. Die Präventionspuppenbühne der Polizeidirektion Göttingen präsentiert mit „Pepe GEHT! zur Schule“ ein spielerisches Programm zur Verkehrsunfallprävention. Dabei lernen die Kinder altersgerecht und mit Musik und Moderation, worauf es im Straßenverkehr ankommt.

Der PS.Speicher reserviert auf dem Veranstaltungsgelände einen begrenzten Bereich für Besucherinnen und Besucher, die mit einem Blaulicht-Oldtimer anreisen. Denn auch historische Einsatzfahrzeuge passen perfekt zum BlaulichtTag. Eine Reservierung ist nicht möglich. Solange Plätze verfügbar sind, erhält die fahrende Person freien Zutritt zum Veranstaltungsgelände.

Das Programm des dritten BlaulichtTags im Überblick

Programm (ohne Gewehr):

  • 11 Uhr: „Pyrotechnik & Festnahme Gewalttäter“ der Landes- und Bundespolizei
  • 11:30 Uhr: Präventionspuppenbühne „Pepe GEHT! zur Schule“, Polizei Göttingen
  • 12:15 Uhr: THW „Rettung von Personen aus Trümmern“
  • 13 Uhr: Gemeinsame Vorführung „Unfallszene mit Bergung“
  • 14:30 Uhr: Präventionspuppenbühne „Pepe GEHT! zur Schule“, Polizei Göttingen
  • 15 Uhr: „Pyrotechnik & Festnahme Gewalttäter“ der Landes- und Bundespolizei
  • 15:30 Uhr: THW OV Einbeck „Rettung von Personen aus Trümmern“

Am BlaulichtTag beteiligen sich unter anderem die Polizei Einbeck, die Feuerwehr Einbeck, die Werksfeuerwehr der KWS, der THW-Ortsverband Einbeck, die Johanniter Einbeck, der DRK-Ortsverein Einbeck, die Bundespolizei Duderstadt, der Zoll Göttingen und die Bundeswehr.

Eintritt kostet drei Euro – Kinder unter sechs Jahren sind kostenfrei dabei

Der Eintritt auf das Außengelände beträgt drei Euro pro Person. Wer bereits vorab online oder vor Ort ein Ticket für die Sammlung LKW + BUS, ein Ein-Tagesticket oder ein Zwei-Tagesticket gekauft hat, erhält freien Eintritt auf das Veranstaltungsgelände. Wer zunächst nur den BlaulichtTag besucht und sich anschließend für einen Besuch der Sammlung LKW + BUS entscheidet, bekommt die bereits gezahlten drei Euro auf den Ticketpreis angerechnet. Kinder unter sechs Jahren besuchen den BlaulichtTag kostenfrei.

Foto: Stiftung PS.Speicher/Magdalena Formanek

Anzeige