Lüchtringen (TKu). Hunderte Besucherinnen und Besucher haben am vergangenen Samstag beim Hafenfest in Lüchtringen gemeinsam gefeiert. Das 26. Weserschwimmen mit anschließendem Hafenfest des Fischereivereins Lüchtringen lockte zahlreiche Menschen an die Weser und entwickelte erneut Volksfestcharakter. Rund um das Fährhaus herrschte bei Musik, Essen und Getränken ausgelassene Stimmung. Für viele Lüchtringerinnen und Lüchtringer gehört die Veranstaltung inzwischen fest zum Jahreskalender.
Eröffnet wurde das Hafenfest von Friedel Höke, dem Vorsitzenden des Fischereivereins Lüchtringen. Der Verein zählt inzwischen 291 Mitglieder und organisiert das Weserschwimmen bereits seit vielen Jahren. Auch diesmal hatten die Verantwortlichen ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet, bei dem nicht nur die Schwimmerinnen und Schwimmer, sondern auch Familien und besonders die jüngsten Gäste auf ihre Kosten kamen.
Selbst gedichtetes Hafenfest-Lied feiert Premiere
Für den musikalischen Auftakt sorgte zunächst der Kinder-Shanty-Chor unter der Leitung von Ute Lämmchen und Peter Egelkraut. Die jungen Sängerinnen und Sänger hatten dabei etwas Besonderes im Gepäck: Ihr selbst gedichtetes Hafenfest-Lied feierte bei der Veranstaltung Premiere. Mit ihren Liedern stimmten sie die Besucherinnen und Besucher auf den weiteren Verlauf des Nachmittags und Abends ein.
Später übernahmen der Spielmannszug und die Blaskapelle Lüchtringen die musikalische Unterhaltung. Gemeinsam sorgten die Musikerinnen und Musiker für die passende Begleitung des Festes und trugen dazu bei, dass rund um das Fährhaus schnell eine gesellige Atmosphäre entstand.
Mehr als 20 Menschen durchqueren die Weser
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand anschließend das traditionelle Weserschwimmen. Mehr als 20 Schwimmerinnen und Schwimmer wagten sich in diesem Jahr in die Weser und durchquerten den Fluss. Die Weserdurchquerung war einst vom Fischereiverein Lüchtringen ins Leben gerufen worden, um zu demonstrieren, wie sauber die Weser ist und dass Fisch aus dem Fluss unbedenklich verzehrt werden kann. Darauf weist der Verein bereits seit Jahren hin.
Im Vorfeld hatte der niedrige Wasserstand noch Anlass zur Sorge gegeben. Friedel Höke hatte angesichts des niedrigen Pegels sogar scherzhaft befürchtet, dass aus dem Weserschwimmen ein „Weser-Walk“ werden könnte. Doch der Regen der vergangenen Tage hatte für etwas mehr Wasser in der Weser gesorgt. Bei einem Pegelstand von etwa 70 Zentimetern konnte letztlich gut geschwommen werden.
Ganz ohne Hindernisse blieb die Durchquerung allerdings nicht: An einigen Stellen war der Fluss so flach, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mittendrin sogar stehen konnten und ihnen das Wasser lediglich bis zu den Knien reichte.
DLRG und Feuerwehr sichern Schwimmer ab
Für die Sicherheit der Schwimmerinnen und Schwimmer war ebenfalls gesorgt. Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer der DLRG begleiteten die Aktion an Land und im Wasser. Auch die Feuerwehr war mit einem bereitstehenden Boot auf der Weser im Einsatz. So konnte die beliebte Veranstaltung trotz der besonderen Bedingungen durch den niedrigen Wasserstand sicher durchgeführt werden.
Für einen besonderen Hingucker sorgte einmal mehr eine Lüchtringer Schwimmergruppe, die bei der Weserdurchquerung jedes Jahr mit einer ungewöhnlichen Verkleidung auftritt. In diesem Jahr stand das Motto ganz im Zeichen der Lebensrettung: Als „Baywatch-Lebensretter“ gekleidet, waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kaum von echten Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmern zu unterscheiden. Die ungewöhnliche Aktion sorgte bei den Zuschauerinnen und Zuschauern für viele amüsierte Blicke und dürfte die Erwartungen an die nächste Kostümidee bereits gesteigert haben.
Hafenfest wird zum Treffpunkt für Jung und Alt
Nach der Weserdurchquerung ging es für die Besucherinnen und Besucher rund um das Fährhaus mit dem Hafenfest weiter. Der „kleinste Hafen Deutschlands“, wie Friedel Höke den Veranstaltungsort bezeichnete, verwandelte sich erneut in einen Treffpunkt für Jung und Alt. Ein Pirat sorgte bei den Kindern für Unterhaltung und brachte zusätzliches maritimes Flair an die Weser. Auch Eis von Bruno aus Bevern durfte nicht fehlen.
Für das leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt. Frisch gezapftes Bier, Bratwurst mit Pommes, Räucherforellen und traditionelle Matjesbrötchen standen zur Auswahl. Dabei setzt der Fischereiverein nach eigenen Angaben seit Jahren auf familienfreundliche Preise. Die kulinarischen Angebote trugen ebenso wie die Musik dazu bei, dass die Gäste lange am Fährhaus verweilten und den gemeinsamen Nachmittag und Abend genossen.
Edelstahl-Herz für persönliche Liebesschlösser
Eine besondere Neuerung gab es in diesem Jahr ebenfalls. Ein großes Herz aus Edelstahl mit mehr als 100 Löchern lud die Besucherinnen und Besucher dazu ein, persönliche Liebesschlösser anzubringen. Die Idee erinnert an die bekannten Liebesschlösser in Köln. Mit der Aktion möchte der Fischereiverein ein Zeichen für „Liebe, Verbundenheit und gemeinsame Erinnerungen“ setzen.
Gleichzeitig steht das Herz nach den Worten von Friedel Höke für den Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft. Wer das 100. Schloss anbringt und damit das letzte Loch füllt, darf sich über ein besonderes Präsent freuen.
Grundschule sammelt für Klassenfahrt nach Norderney
Auch die Grundschule Lüchtringen war beim Hafenfest vertreten. Aus einer Verkaufsbude in Form eines Leuchtturms heraus wurden Süßigkeiten und Flaschenöffner angeboten. Der Erlös soll eine Klassenfahrt nach Norderney unterstützen. Lehrerin Ute Lämmchen erklärte den Anlass mit einem Augenzwinkern: „Weil die Eiskugeln dort so teuer geworden sind“, werde für die Reisekasse gesammelt.
Der Fischereiverein zeigte sich von der Aktion angetan und unterstützte die Schule zusätzlich mit einer Spende von mehr als 100 Euro.
Fotos/Video: Thomas Kube