Höxter (TKu). Die Zahl der sogenannten Alltagsmenschen in Höxter ist weiter gewachsen. Am Freitagvormittag wurden drei neue Skulpturen an verschiedenen Standorten in der Innenstadt aufgestellt. Die Figuren befinden sich vor dem Hallenbad, vor der Dechanei sowie vor dem Hotel Niedersachsen in der Grubestraße. Damit umfasst die öffentlich zugängliche Sammlung der Lechner-Figuren in Höxter nun insgesamt neun Skulpturen. Die neuen Kunstwerke konnten durch die Unterstützung mehrerer heimischer Unternehmen angeschafft werden. Zu den Sponsoren gehören das Mode- und Sporthaus Klingemann, das Hotel Niedersachsen, die Ölmühle Solling, Maprom Werbetextilien-Veredlung, Knop Straßen- und Tiefbau sowie Gebrüder Becker Technische Gebäudeausrüstung. Nach Angaben des Huxarium Gartenparks wurde die Erweiterung der Skulpturensammlung ausschließlich durch diese Spendengelder ermöglicht.
Vor dem Höxteraner Hallenbad ist künftig eine Schwimmerin zu sehen, die am Beckenrand Platz genommen hat. Vor der Dechanei wurde eine weitere Figur aufgestellt, die sich an eine Parkbank lehnt und Besucher dazu einlädt, sich daneben zu setzen. In der Grubestraße, unmittelbar vor dem Hotel Niedersachsen, hat ein Reisender seinen Platz gefunden, sein Koffer fehlt allerdings noch. Die lebensnah gestalteten Figuren sollen sich harmonisch in das Stadtbild einfügen und gleichzeitig als Fotomotive und Anziehungspunkte dienen. Die Alltagsmenschen gehören seit mehreren Jahren zum Erscheinungsbild der Weserstadt. Ihren Ursprung nahm die dauerhafte Installation nach der großen Freiluft-Ausstellung im Jahr 2024. Damals waren zahlreiche Figuren der Künstlerfamilie Lechner in Höxter zu sehen. Nach dem Ende der Ausstellung verblieben zunächst sechs Skulpturen dauerhaft in der Stadt. Seitdem werden sie jedes Jahr vom Frühjahr bis zum Herbst an ihren Standorten präsentiert.
Zu den bereits bekannten Figuren gehören die beiden Pfützenspringerinnen am Fontänenfeld in der Fußgängerzone, der Mann mit dem Fernglas am Historischen Rathaus, die Figur „Claudia“ auf der Mauer am Bahnhaltepunkt sowie das Pellegrino-Duo am Weserradweg. Darüber hinaus befindet sich ein weiteres Figurenpaar in Privatbesitz auf einem Balkon in der Bachstraße. Mit den drei Neuzugängen wächst die öffentlich zugängliche Sammlung nun auf neun Alltagsmenschen. Bürgermeister Daniel Hartmann zeigte sich bei der Aufstellung der Figuren erfreut über die Erweiterung. Er betonte, dass die neuen Skulpturen ausschließlich dank der Unterstützung der heimischen Wirtschaft angeschafft werden konnten. Im Namen der Stadt sprach er allen Sponsoren seinen Dank aus. Die Figuren würden dazu beitragen, die Innenstadt weiter aufzuwerten und Höxter für Gäste sowie Einheimische noch attraktiver zu machen. Nach seinen Worten habe sich Höxter inzwischen als Stadt der Alltagsmenschen etabliert. Die Skulpturen seien inzwischen ein fester Bestandteil des öffentlichen Raums und würden von vielen Besuchern gezielt aufgesucht.
Auch Madita Alberding, Geschäftsführerin des Huxarium Gartenparks, sieht die Entwicklung positiv. Sie dankte den Sponsoren für ihr Engagement, durch das die Sammlung kontinuierlich wachsen könne. Gleichzeitig kündigte sie an, dass für die neuen Figuren noch individuelle Namen gesucht werden. Bislang tragen sie lediglich die Arbeitsbezeichnungen „Der Reisende“ und „Die Schwimmerin“. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können Vorschläge für passende Namen einreichen. Bereits in der Vergangenheit habe sich gezeigt, dass individuell benannte Figuren eine stärkere Identifikation der Bevölkerung mit den Kunstwerken fördern können. Ein Beispiel dafür ist die Figur „Claudia“, die seit ihrer Aufstellung vielen Höxteranern bekannt ist.
Die Alltagsmenschen stammen aus dem Atelier der Künstlerfamilie Lechner in Witten. Die lebensgroßen Betonfiguren sind inzwischen an zahlreichen Orten in Deutschland und Europa zu finden, unter anderem auf Sylt oder im Hamburger Hauptbahnhof. Charakteristisch für die Skulpturen ist ihre alltagsnahe Darstellung. Die Figuren zeigen Menschen unterschiedlichen Alters in gewöhnlichen Situationen und verzichten bewusst auf idealisierte Körperformen. Dadurch wirken sie auf viele Betrachter besonders authentisch und nahbar. Jede Skulptur wird in Handarbeit gefertigt. Auf eine Grundkonstruktion werden Schicht für Schicht Beton und spezielle Materialien aufgetragen und modelliert, bis die individuelle Figur entsteht. Anschließend werden die Skulpturen wetterfest bemalt und dauerhaft versiegelt. Je nach Motiv bringen sie zwischen 80 und 150 Kilogramm auf die Waage. Für den Einsatz im öffentlichen Raum werden sie fest im Boden verankert, um dauerhaft gegen Witterungseinflüsse und Beschädigungen gesichert zu sein.
Mit der Aufstellung der drei neuen Figuren setzt Höxter den eingeschlagenen Weg fort, Kunst dauerhaft in den öffentlichen Raum zu integrieren. Die Alltagsmenschen ergänzen das Stadtbild an markanten Orten und gehören inzwischen zu den wiederkehrenden Fotomotiven für Besucher der Stadt. Gleichzeitig sollen sie Einheimische und Gäste dazu einladen, den öffentlichen Raum bewusst wahrzunehmen und Höxter aus einer neuen Perspektive zu erleben.
Fotos: Thomas Kube