Borgentreich (red). Nach sieben Jahren Pause heißt es in Borgentreich wieder: Tanzen für den guten Zweck. Am Samstag, 26. September, findet die wohltätige Veranstaltung bereits zum dritten Mal statt. Von 15 bis 19 Uhr wird in der Borgentreicher Mehrzweckhalle getanzt, gelacht und gemeinsam für einen guten Zweck gesammelt.
„Wir freuen uns sehr, dass das Tanzen für den guten Zweck nach sieben Jahren Pause wieder stattfindet. Aller guten Dinge sind drei“, sagt Organisatorin und Initiatorin Natalia Friesen. Die 47-Jährige hatte die Veranstaltung bereits 2017 und 2019 auf die Beine gestellt. Damals kamen insgesamt 5000 Euro zusammen, die vollständig an den Verein für krebskranke Kinder Kassel gespendet wurden.
Persönliche Geschichte als Auslöser
Die Idee für die Veranstaltung hat für Friesen einen ganz persönlichen Hintergrund. Ihr jüngster Sohn Mika erkrankte an Krebs. Während der Zeit der Erkrankung musste sein älterer Bruder Nikita vieles zurückstecken. „Wir waren logischerweise ständig in Krankenhäusern und bei Therapien unterwegs“, erzählt Friesen.
Unterstützung fand die Familie damals beim Verein für krebskranke Kinder Kassel. „Nikita wurde dort aufgefangen, wofür ich auch heute noch sehr dankbar bin“, sagt Friesen. Der Verein ermöglichte dem Jungen besondere Erlebnisse – unter anderem einen Urlaub auf Sylt.
Auch ein Lied, das der Kasseler Verein damals über die Gefühle von Geschwisterkindern krebskranker Kinder aufnahm, blieb Friesen im Gedächtnis. Daraus entstand schließlich die Idee zum „Tanzen für den guten Zweck“. „Ich wollte dem Verein damals einfach Danke sagen“, erklärt sie.
Diesmal kommt das Geld einem Borgentreicher Verein zugute
Sieben Jahre später hat sich bei Friesen einiges verändert. Sie ist inzwischen Vorsitzende des von ihr mitbegründeten Borgentreicher Vereins „Wir! So besonders! e.V.“. Der Verein möchte einen Begegnungsort schaffen und Menschen soziale Teilhabe ermöglichen.
Deshalb kommt der Erlös der diesjährigen Veranstaltung dem Verein aus der Orgelstadt zugute. „Wir agieren rein auf Spendenbasis“, erklärt Friesen. Jeden Monat organisiert der Verein eine gemeinsame Aktivität. Auf dem Programm standen beispielsweise bereits Ausflüge ins Rastiland, in den Safariland Stukenbrock oder ins Arobella Freizeitbad. Auch Wanderungen, Bastelnachmittage und Karnevalsfeiern gehören zum Vereinsangebot.
Im September gibt es keinen klassischen Ausflug. Stattdessen ist das „Tanzen für den guten Zweck“ die monatliche Vereinsveranstaltung.
Tanzen ohne Leistungsdruck
Friesen ist ausgebildete Tanzlehrerin und wird gemeinsam mit befreundeten Tanzlehrerinnen aus der Region für ein abwechslungsreiches Programm sorgen. Dabei soll es ausdrücklich nicht um Perfektion gehen.
„Wir bieten ein breites Spektrum an verschiedenen Tänzen an. Letztlich geht es aber nicht um Perfektion, sondern um Spaß“, sagt Friesen. Vom Junior bis zum Senior sei für jeden etwas dabei.
Der Eintritt ist frei. Wer nicht selbst das Tanzbein schwingen möchte, ist ebenfalls willkommen. „Man kann auch einfach zum Zuschauen oder auf ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee vorbeikommen und einen schönen Nachmittag in geselliger Runde verbringen“, lädt die Vereinsvorsitzende ein.
Spenden für den guten Zweck
In der Mehrzweckhalle werden an verschiedenen Stellen Spendenboxen aufgestellt. Jeder Besucher kann damit selbst entscheiden, ob und wie viel er für den guten Zweck geben möchte.
Dass Spenden unmittelbar bei den Menschen ankommen, ist Friesen besonders wichtig. Auch heute pflegt sie über den Verein „Wir! So besonders!“ enge Kontakte zum Verein für krebskranke Kinder Kassel. Anfang dieses Jahres durfte sich der Borgentreicher Verein sogar über eine Spende in Höhe von 5000 Euro aus Kassel freuen.
Auch ihr Sohn Nikita hält weiterhin Kontakt zu Freunden, die er während der schweren Zeit kennengelernt hat.
Nun freut sich Friesen auf die dritte Auflage des „Tanzens für den guten Zweck“. „Wir freuen uns auf jeden Besucher – egal, ob mit oder ohne Tanzmotivation“, sagt sie.
Foto: privat