Northeim (gs). Unter dem Motto „Queer sein heißt Antifaschismus – in Northeim und überall!“ feierte die Northeimer LGBTIQ*-Community gemeinsam mit zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern den zweiten Christopher Street Day (CSD) der Stadt. Organisiert von einer ehrenamtlichen Gruppe queerer Menschen aus Northeim und der Region verband die Demonstration politische Forderungen mit einem vielfältigen Kultur- und Aktionsteil.
Auf dem Bahnhofsvorplatz beginnt das bunte Treiben
Schon zu Beginn auf dem Bahnhofsvorplatz bot sich ein buntes Bild: Teilnehmerinnen und Teilnehmer schwenkten Regenbogen- und Pride-Flaggen, während riesige Seifenblasenwolken durch die Luft schwebten. Ein besonderer Hingucker war eine Performerin auf einer lebensgroßen Drachenfigur, die als Walkact den Zug begleitete.
Auf Bändern und Transparenten an der Spitze des Zuges forderten die Demonstrierenden unter anderem „Queere Rechte = Menschenrechte!“ und setzten sich kritisch mit Polizeipräsenz bei Pride-Events auseinander („No Cops at Pride“). Unterstützung erhielt die queere Jugend dabei auch von älteren Generationen: Die Initiativen „Omas gegen Rechts“ und „Opas gegen Rechts“ waren vor Ort präsent und bezogen Stellung gegen Diskriminierung.
Kulturprogramm und politische Botschaften begleiten die Demonstration
Der Demonstrationszug führte mit polizeilicher Begleitung durch die Innenstadt. Bei der Zwischenkundgebung auf dem Marktplatz gab es neben einer Akrobatikshow auch musikalische Beiträge. Ergänzt wurde das Angebot durch Aufklärungsarbeit: Die Göttinger Aidshilfe verteilte kostenlose „Safer Sex Mystery-Bags“ an die Anwesenden. Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein gemeinsames Picknick am Eschenschlag.
In den Wortbeiträgen erklärten die Veranstaltenden, dass der CSD Northeim in der Tradition der Ursprünge der Bewegung aus den 1960er-Jahren stehe. Sie kritisierten Versuche rechter Parteien, queeres Leben zu diffamieren, und betonten die Bedeutung einer klaren Haltung gegen Faschismus und Diskriminierung.
Organisierende werben für gegenseitige Unterstützung im Alltag
Neben einem umfangreichen Awareness- und Sanitätskonzept gaben die Organisierenden den Teilnehmenden einen Anstoß für den Alltag: Unter dem Stichwort der „Gemeinsamen Ökonomie“ wurde dazu aufgerufen, kleine solidarische Gruppen zu bilden. In diesen sollten alltägliche Lebenshaltungskosten oder spezifische finanzielle Belastungen – etwa für medizinische Transitionen – gemeinsam getragen werden, um nach Vorstellung der Organisierenden ein dauerhaftes Netz gegenseitiger Fürsorge und Unterstützung abseits von Kommerzialisierung aufzubauen.




















Fotos: Gerd Stahnke