„Unser Landkreis. Freier. Besser.“: FDP-Kreisverband Northeim legt Programm mit konkreten Vorhaben vor
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Landkreis NortheimKreisvorsitzender Torge Gipp: „Dieses Programm ist nicht am Schreibtisch eines Einzelnen entstanden, sondern in intensiver Arbeit in mehreren Arbeitsgruppen – mit Menschen, die in ihren Themen zu Hause sind.“
Landkreis Northeim (red). Der FDP-Kreisverband Northeim hat sein Programm zur Kreistagswahl am 13. September 2026 unter dem Titel „Unser Landkreis. Freier. Besser.“ vorgelegt. Für den Kreistag kandidieren 56 Frauen und Männer aus dem gesamten Landkreis.
FDP setzt auf Wachstum und Arbeitsplätze
Im Mittelpunkt steht nach Angaben der FDP das Ziel, den Landkreis wieder als Wachstumsregion zu denken – mit dem Maßstab Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze vor Ort. Die Wirtschaftsförderung Region Göttingen Northeim solle zu einem echten One-Stop-Shop für Investoren, Gründer und Bestandsunternehmen ausgebaut und ein „Genehmigungsturbo-Team“ aus Landkreis, Kommunen und WRGN eingerichtet werden. Strategische Entwicklungsareale sollen gemeinsam mit den Kommunen vorbereitet und als Standortpaket mit Glasfaser, 5G und Verkehrsanbindung gedacht werden.
Die Nähe zum Wissenschaftsstandort Göttingen will die FDP über Transferformate, Reallabore und die Einbindung regionaler Start-up-Strukturen stärker für Ausgründungen und Arbeitsplätze im Landkreis nutzen. In der Haushaltspolitik fordert die FDP eine jährliche Aufgabenkritik, die Offenlegung von Folgekosten bei neuen Ausgaben sowie ein verständliches Haushaltsreporting; die Kreisumlage soll möglichst stabil bleiben.
Rufbusse, Nachtverbindungen und Kreisstraßen im Fokus
Bei der Mobilität stehen Rufbusse und On-Demand-Verkehre dort, wo sie nachweisbar Lücken schließen, die Sicherung und der nachfragegerechte Ausbau der Nachtverbindungen nach Göttingen sowie der systematische Erhalt der Kreisstraßen im Vordergrund. Im Naturschutz setzt die FDP auf freiwillige Kooperation mit Land- und Forstwirten, Anglern, Jägern, Eigentümern und Verbänden.
Kreisvorsitzender Torge Gipp: „Dieses Programm ist nicht am Schreibtisch eines Einzelnen entstanden, sondern in intensiver Arbeit in mehreren Arbeitsgruppen – mit Menschen, die in ihren Themen zu Hause sind. Das merkt man dem Ergebnis an: Da steht Konkretes, an dem man uns in fünf Jahren messen kann. Sanierungsprüfung aller Kreisschulen bis 2027, eine jährliche Aufgabenkritik im Haushalt, veröffentlichte Bearbeitungszeiten in der Verwaltung. Dazu gehört auch, dass Entscheidungen des Landkreises nachvollziehbar sind. Transparenz ist keine Zugabe, sondern die Grundlage dafür, dass Bürgerinnen und Bürger Politik überhaupt beurteilen können.“
FDP will alle Kreisschulen auf Sanierungsbedarf prüfen
Kreisvorsitzende Dr. Marion Villmar-Doebeling: „Bildung entscheidet über Freiheit. Wer gut ausgebildet ist, kann sein Leben selbst gestalten – unabhängig von Herkunft, Wohnort oder Elternhaus. Deshalb halten wir am gegliederten Schulsystem fest: Unterschiedliche Kinder brauchen unterschiedliche Wege. Und deshalb nehmen wir das ernst, was der Landkreis als Schulträger unmittelbar verantwortet – Gebäude mit Farbkonzept, Ausstattung, stabiles WLAN. Wir wollen alle Kreisschulen bis 2027 auf Sanierungsbedarf prüfen und einen Investitionsplan beschließen, statt Sanierungsstau zu verwalten. Genauso wichtig ist der Anfang: Wer früh sprachlich gefördert wird, startet später nicht mit Rückstand. Und am Ende der Schulzeit müssen Jugendliche wissen, welche Chancen direkt vor ihrer Haustür liegen – Berufsorientierung ist bei uns Bildungs- und Standortpolitik zugleich.“
Grascha fordert Priorisierung bei den Ausgaben
Christian Grascha, Fraktionsvorsitzender der FDP im Kreistag, ergänzt: „Wachstum ist für uns kein Selbstzweck, sondern die Voraussetzung für Arbeitsplätze, Ausbildungsplätze und einen Haushalt, der ohne immer neue Belastungen auskommt. Wer Unternehmen kürzere Genehmigungsverfahren und verfügbare Flächen bietet, sichert Beschäftigung im Landkreis und stärkt zugleich die Einnahmebasis des Kreises. Umgekehrt gilt: Steigende Ausgaben sind kein Beweis für bessere Politik. Der Landkreis muss priorisieren, Aufgaben regelmäßig überprüfen und Folgekosten offenlegen – das schützt kommende Haushalte vor Lasten, über die heute niemand spricht. Und wir nehmen das Land in die Pflicht: Wer Aufgaben bestellt, muss sie auch bezahlen.“
Das vollständige Kreiswahlprogramm, das Kurzprogramm sowie die Kandidatinnen und Kandidaten aller Wahlbereiche sind unter fdp-northeim.de abrufbar.
Foto: FDP Kreisverband Northeim
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Nicht sichtbare Gefahr bei Niedrigwasser: DLRG Holzminden warnt vor dem Betreten und Durchqueren der Weser
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Holzminden
Holzminden (ber). Der Pegel der Weser ist deutlich gesunken. An der Messstation in Höxter liegt der Wasserstand laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) aktuell bei etwa 57 Zentimetern. Mitte Juli zeigten die Messwerte noch einen Pegelstand von etwa 120 Zentimetern an. Doch der niedrige Wasserstand bedeutet keine Entwarnung: Die DLRG-Ortsgruppe Holzminden warnt davor, die Weser zu betreten oder zu Fuß zu durchqueren.
Doch wie gefährlich ist die Weser bei Niedrigwasser wirklich? Welche neuen Gefahren ergeben sich hierdurch? Die Redaktion hat bei der DLRG-Ortsgruppe Holzminden e. V. nachgefragt und wichtige Hinweise über mögliche Gefahren bei Niedrigwasser erhalten.
Niedriger Wasserstand bedeutet nicht weniger Risiko
„Viele Menschen verbinden einen niedrigen Wasserstand mit einem geringen Risiko“, berichtet Niko Stille, 2. Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Holzminden, in Bezug auf die Weser. Die typischen Gefahren in der Weser würden jedoch bestehen bleiben. Hinzu kämen weitere Risiken, die bei einem normalen Pegelstand weniger auffielen.
„Die Strömung kann selbst bei niedrigem Wasserstand erheblich sein und verändert sich durch Engstellen oder Untiefen teilweise sogar. Hinzu kommen rutschige Steine, plötzlich tiefere Bereiche sowie Hindernisse wie Äste oder andere Gegenstände, die unter der Wasseroberfläche liegen. Wer die Weser unterschätzt, bringt sich schnell in Gefahr“, erklärt Stille.
Ausgespülte Bereiche werden sichtbar
Bei Niedrigwasser hat die DLRG die Möglichkeit, Gefahrenstellen ausfindig zu machen und Maßnahmen zu ergreifen. Aktuell würden immer mehr Bereiche sichtbar werden, in denen auf flache Abschnitte plötzlich deutlich tiefere Stellen folgen.
Diese wurden durch die Strömung so weit ausgespült, dass dort kein sicherer Stand mehr möglich ist. Beim Begehen der Weser kann sich daraus eine Gefahr entwickeln.
„Sichtbar werden genau solche Stellen aktuell beispielsweise, wenn man von der Holzmindener Weserbrücke Richtung Getreidespeicher schaut“, warnt Niko Stille.
Trotz des geringen Pegelstands rät die DLRG-Ortsgruppe Holzminden davon ab, die Weser zu betreten. Wer dennoch in der Weser schwimmen möchte, kann auf Veranstaltungen zurückgreifen, bei denen das Schwimmen unter Aufsicht stattfindet. Solche Angebote gab es zuletzt im Juli in Rinteln; Ende August ist das Weserschwimmen in Lüchtringen vorgesehen. Alternativ stehen bekannte Badegewässer wie der Godelheimer See zur Verfügung.
Durchquerungen können schnell gefährlich werden
„Gerade an warmen Tagen stellen wir fest, dass der niedrige Wasserstand viele Menschen dazu verleitet, die Weser zu Fuß zu durchqueren oder an Stellen zu baden, die sonst nicht erreichbar wären“, berichtet der zweite Vorsitzende. „Der Untergrund ist häufig uneben und rutschig, sodass man leicht stürzen kann. Außerdem wechseln flache und tiefere Bereiche oft unerwartet. Wer das Gleichgewicht verliert, kann von der Strömung erfasst werden. Besonders für Kinder oder unsichere Schwimmer kann das schnell zu einer großen Gefahr werden“, fügt er an.
DLRG bleibt trotz Niedrigwasser einsatzfähig
Die Einsatzfähigkeit der DLRG bleibt trotz des Niedrigwassers grundsätzlich erhalten. Auch die Rettungsboote können weiterhin die Bereiche der Weser erreichen. Der geringe Pegelstand erfordert allerdings eine besonders vorsichtige Fahrweise.
„Grundsätzlich ist die Einsatzfähigkeit unserer Rettungsboote weiterhin gewährleistet. Allerdings führt der niedrige Wasserstand dazu, dass wir einzelne Bereiche der Weser deutlich vorsichtiger befahren müssen. Flache Stellen, Kiesbänke oder bislang überdeckte Hindernisse erschweren die Anfahrt und können den Einsatz verzögern“, erklärt Stille.
Dabei sind vor allem gute Ortskenntnisse sowie das Zusammenspiel von Technik und den Bootsführerinnen und Bootsführern erforderlich. Die DLRG nutzt beispielsweise ein Sonar-System. Dabei handelt es sich um ein technisches Verfahren zur Ortung von Gegenständen und zur Messung von Entfernungen unter Wasser mithilfe von Schallwellen.
Strömungsretter trainieren unter realistischen Bedingungen
Neben den Rettungsbooten spielen bei Einsätzen in der Weser auch speziell ausgebildete Strömungsretterinnen und Strömungsretter eine wichtige Rolle. Das gilt insbesondere für Bereiche, in denen Rettungsboote aufgrund des geringen Wasserstands nur mit besonderer Vorsicht eingesetzt werden können.
„Unsere Rettungsschwimmer und Strömungsretter trainieren den sicheren Umgang im fließenden Gewässer regelmäßig unter realistischen Bedingungen“, erklärt die DLRG. Nach Angaben der Ortsgruppe lernen die Strömungsretterinnen und Strömungsretter dabei, die Strömungsverhältnisse einzuschätzen und spezielle Rettungstechniken in Flüssen einzusetzen.
Einsatzkräfte der DLRG bilden eine Suchkette während eines Übungsszenarios im Kiesteich.
Die DLRG-Ortsgruppe Holzminden rät daher trotz des niedrigen Pegelstands davon ab, die Weser zu betreten oder zu Fuß zu durchqueren. Wer schwimmen möchte, könne stattdessen auf beaufsichtigte Veranstaltungen oder bekannte Badegewässer ausweichen.
Fotos: ber, DLRG-Ortsgruppe Holzminden e. V.
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