Holzminden. Ein Umzug beginnt lange vor dem ersten Karton. Entscheidungen müssen getroffen und Fragen geklärt werden. Für Maren Urban ist deshalb klar: Wer einen Umzug übernimmt, trägt nicht nur Möbel, sondern auch Verantwortung.
Maren Urban steht in fünfter Generation an der Spitze der Carl Balke GmbH aus Holzminden. Gemeinsam mit Waldemar Janzen, der seit dreieinhalb Jahren als Mitgeschäftsführer im Unternehmen tätig ist, führt sie den Familienbetrieb.
Vom Fuhrbetrieb zum internationalen Umzugsunternehmen
Die Geschichte des Unternehmens begann am 1. Oktober 1897. Carl Balke eröffnete in Holzminden zunächst einen Kohlen- und Holzhandel und ergänzte den Betrieb schon früh um einen Fuhrbetrieb mit Pferd und Wagen. Daraus entwickelte sich über fünf Generationen ein Umzugs- und Logistikunternehmen, das heute Privatpersonen, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen begleitet.
Für Maren Urban ist die lange Geschichte kein Grund, sich auf dem Erreichten auszuruhen. „Tradition ist etwas Wertvolles, aber sie darf nicht zum Stillstand führen“, sagt sie. „Es geht darum, Bewährtes weiterzugeben und trotzdem offen für Veränderungen zu bleiben.“
Seit 1981 ist Carl Balke Partner der DMS Deutsche Möbelspedition. Dadurch organisiert das Unternehmen Umzüge innerhalb Deutschlands und Europas ebenso wie weltweite Transporte per Luft- oder Seefracht. Bei größeren Projekten kann über das Netzwerk zusätzliches Fachpersonal eingesetzt werden.
„Für uns ist kein Auftrag grundsätzlich zu groß“, sagt Urban. „Man wächst mit seinen Aufgaben.“
Trotz dieser Möglichkeiten versteht sich Carl Balke weiterhin als kleines, eingespieltes Unternehmen mit festen Ansprechpartnern.
Auch die Unternehmensführung steht für den Wandel innerhalb des Traditionsbetriebs: Mit Maren Urban führt in fünfter Generation eine Frau die Carl Balke GmbH – in einer Branche, die weiterhin stark von Männern geprägt ist. Für sie steht jedoch nicht das Geschlecht im Vordergrund. „Am Ende zählt nicht, ob ein Mann oder eine Frau ein Unternehmen führt. Entscheidend ist, wie Verantwortung übernommen wird und ob die Arbeit stimmt.“
Gute Planung beginnt mit genauem Zuhören
Jeder Umzug bringt andere Voraussetzungen mit sich. Manche Auftraggeber benötigen lediglich den Transport, andere wünschen Unterstützung beim Packen, beim Möbelaufbau oder bei der Zwischenlagerung. Deshalb wird vorab geklärt, welche Hilfe tatsächlich gebraucht wird.
Auf Wunsch kommt Maren Urban selbst zur Besichtigung. Vor Ort lässt sich meist schnell erkennen, worauf es ankommt – etwa bei engen Zugängen, empfindlichen Möbeln, technischen Geräten oder umfangreichen Aktenbeständen.
„Je genauer wir vorher wissen, was uns erwartet, desto ruhiger läuft der Umzugstag“, sagt sie.
Zum sorgfältigen Transport gehören auch passende Verpackungslösungen. Porzellan- und TV-Safes schützen unter anderem empfindliches Geschirr, Bildschirme und sensibles Mobiliar. „Gerade bei zerbrechlichen oder hochwertigen Gegenständen kommt es auf jedes Detail an“, erklärt Urban.
Wer zeitlich flexibel bleiben möchte, kann Räume und Möbel auch mit dem Smartphone erfassen. Alternativ ist eine Live-Video-Besichtigung möglich. Die digitalen Angebote sollen Wege verkürzen, den persönlichen Austausch aber nicht ersetzen.
Erfahrung auch in der Region Einbeck
In Einbeck kann die Carl Balke GmbH auf bekannte Referenzen verweisen. Bereits 1997 organisierte das Unternehmen den Umzug des Rathauses und war in jüngerer Vergangenheit zudem für den PS.SPEICHER tätig. Auch mit KWS arbeitete Carl Balke bereits erfolgreich zusammen. Dabei trafen zwei traditionsreiche Familienunternehmen aus der Region aufeinander, das Ergebnis war vollste Zufriedenheit auf beiden Seiten.
Firmen-, Büro- und Objektumzüge verlangen eine andere Vorbereitung als ein privater Wohnungswechsel. Arbeitsplätze, Akten und technische Ausstattung müssen in abgestimmten Abläufen an den neuen Standort gelangen, ohne den Betrieb länger als nötig zu unterbrechen.
„Bei einem Firmenumzug hängt an jedem Arbeitsplatz ein Stück Alltag“, sagt Urban. „Deshalb wird zuerst geplant und erst danach getragen.“
Je nach Auftrag übernimmt das Team das Verpacken von Akten, Möbelmontagen, Techniktransporte und Zwischenlagerungen. Entscheidend sind dabei neben geeigneten Fahrzeugen vor allem klare Zuständigkeiten und eingespielte Abläufe.
Wenn Erinnerungen mit umziehen
Besondere Sensibilität erfordern Umzüge im fortgeschrittenen Alter. Wer nach vielen Jahren eine vertraute Wohnung verlässt, trennt sich häufig nicht nur von Räumen, sondern auch von einem gewohnten Lebensabschnitt. Dann muss entschieden werden, welche Möbel und persönlichen Gegenstände mitgenommen, eingelagert oder abgegeben werden.
„Gerade bei Seniorenumzügen braucht es Ruhe und Einfühlungsvermögen“, betont Maren Urban. „Ein Möbelstück kann mit Erinnerungen verbunden sein, die für den Menschen dahinter einen großen Wert haben.“
Wie umfangreich das Unternehmen unterstützt, entscheiden die Kundinnen und Kunden selbst. Möglich sind neben dem Transport auch das Ein- und Auspacken, der Möbelaufbau, die Lagerung nicht sofort benötigter Gegenstände sowie die Vermittlung weiterer Dienstleistungen.
Platz schaffen, wenn das neue Zuhause noch nicht bereit ist
Wenn sich Auszug und Einzug nicht nahtlos anschließen, Renovierungen laufen oder vorübergehend Platz fehlt, können Möbel, Akten und andere Güter in einer alarmgesicherten und während der kalten Monate beheizten Lagerhalle untergebracht werden.
Das Umzugsgut wird auf Wunsch bereits vor Ort in Container verladen und bleibt dort bis zum Weitertransport verschlossen. Auch unabhängig von einem Umzug können Privatpersonen und Unternehmen die Selfstorage-Anlage nutzen. Die Lagerräume sind flexibel mietbar und nach Angaben des Unternehmens rund um die Uhr zugänglich. Weitere Informationen gibt es unter https://www.balke-umzug.de/.
Wachstum um jeden Preis ist nicht ihr Ziel, sagt Maren Urban. Wichtig ist ihr, dass die Arbeit persönlich bleibt und Kunden wissen, wem sie Möbel, Akten und Erinnerungsstücke anvertrauen.
„Ein Umzug ist Vertrauenssache. Dieses Vertrauen entsteht nicht durch große Worte, sondern durch saubere Arbeit und das Gefühl, dass jemand wirklich zuhört.“
Foto: awin