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Einbeck
Markus Schrader-Henne, Jana Marie Milanovic, Bernd Helmbrecht, Sabine Müller (Darsteller der Theatergruppe der Lebenshilfe Northeim), Svenja Herbst (Pädagogin BBS Einbeck), Carolin Diederichs (Geschäftsführerin Lebenshilfe Northeim) und Reiner Ellies (Leitung Theatergruppe der Lebenshilfe Northeim).

Einbeck (red). Anfang Mai wurde im Forum der BBS Einbeck das Märchen „Schneewittchen und die acht Zwerge“ in einer modernen und kreativen Neuinterpretation aufgeführt. Das inklusive Theaterprojekt entstand in Zusammenarbeit der Theatergruppe der Lebenshilfe Northeim mit den Schülerinnen und Schülern der Klasse HEP1 der Fachschule für Heilerziehungspflege der BBS Einbeck. Ziel der Veranstaltung war es, gelebte Inklusion zu fördern und Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam auf die Bühne zu bringen.

Zwei Jahre Vorbereitung für einen besonderen Theaterabend

Die Vorbereitungen für das Theaterstück erstreckten sich über rund zwei Jahre. In dieser Zeit wurden Kulissen gebaut, Kostüme gestaltet und die Rollen einstudiert. Die Aufführung überzeugte mit fantasievollen Kostümen, viel Humor, Musik und spontanen Einlagen. Auch das Publikum wurde immer wieder aktiv einbezogen und honorierte die Darbietung mit großem Applaus. Ergänzt wurde das Programm durch Beiträge der HEP1-Klasse, darunter ein Poetry-Slam und ein gemeinsamer Tanz.

Die moderne Fassung des Märchens überraschte mit zusätzlichen Figuren wie einem Eichhörnchen, das Schneewittchen schließlich rettete, sowie weiteren unterhaltsamen Charakteren wie Prinz Charming. Die lebendige Darstellung aller Mitwirkenden sorgte für eine fröhliche und ausgelassene Atmosphäre.

340 Euro für weitere inklusive Projekte

Der Eintritt zur Veranstaltung war frei. Im Anschluss wurden Spenden gesammelt, sodass insgesamt 340 Euro zusammenkamen. Dieser Betrag wurde zu gleichen Teilen zwischen der Theatergruppe der Lebenshilfe Northeim und der HEP1-Klasse aufgeteilt. In den Räumen der Lebenshilfe im Bergmühlenweg wurde der Anteil von 170 Euro durch die Klassenlehrerin Svenja Herbst an die Vertreterinnen und Vertreter der Theatergruppe überreicht.

Carolin Diederichs, Geschäftsführerin der Lebenshilfe Northeim gGmbH, sowie Reiner Ellies, der die Theatergruppe gemeinsam mit Theaterpädagogin Sibylle König leitet, bedankten sich herzlich für die Unterstützung. Die Spende soll für neue Kostüme und Kulissen verwendet werden.

„Robin Hood“ als nächstes gemeinsames Projekt geplant

Gleichzeitig wurde bereits die Planung für das nächste Theaterprojekt aufgenommen: Mit „Robin Hood“ soll erneut ein inklusives Theaterstück entstehen, das möglicherweise wieder auf der Bühne der BBS Einbeck aufgeführt wird. Solche Projekte zeigen, wie wertvoll gemeinsames Handeln, Teilhabe und Zusammenarbeit sind – und dass Inklusion dann gelingt, wenn Menschen gemeinsam etwas bewegen.

Foto: Lebenshilfe Northeim gGmbH


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Holzminden

Eschershausen (red). Die Brauerei Allersheim GmbH hat beim Amtsgericht Bielefeld die Durchführung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Das Gericht hat dem Antrag entsprochen und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Nach Angaben des Unternehmens läuft der Geschäftsbetrieb uneingeschränkt weiter.

Seit mehr als 170 Jahren steht die Brauerei Allersheim nach eigenen Angaben für handwerkliche Braukunst und hohe Qualität. Mit der Eigenverwaltung nutze das Unternehmen ein gesetzlich vorgesehenes Sanierungsinstrument, um seine wirtschaftliche Basis nachhaltig zu stärken und den traditionsreichen Betrieb langfristig zu sichern.

Die Auslieferung erfolge planmäßig. Kundinnen und Kunden aus Gastronomie, Getränkefachgroßhandel und Lebensmitteleinzelhandel sowie weitere Geschäftspartner könnten sich weiterhin auf die gewohnte Qualität, Zuverlässigkeit und Lieferfähigkeit verlassen.

Brauwirtschaft unter wirtschaftlichem Druck

Die deutsche Brauwirtschaft befindet sich nach Angaben der Brauerei seit Jahren in einem tiefgreifenden strukturellen Transformationsprozess. Der Bierkonsum gehe kontinuierlich zurück, Konsumgewohnheiten veränderten sich und gleichzeitig stiegen die Anforderungen an Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit. Hinzu kämen erhebliche Belastungen durch gestiegene Energie-, Rohstoff-, Verpackungs-, Logistik- und Personalkosten sowie die wirtschaftlichen Nachwirkungen der Corona-Pandemie.

Diese Entwicklung betreffe zahlreiche mittelständische Brauereien in Deutschland und habe in den vergangenen Jahren zu einer deutlichen Konsolidierung der Branche geführt. Auch die Brauerei Allersheim sei von diesen Veränderungen betroffen gewesen. Trotz verschiedener Maßnahmen zur Anpassung an die veränderten Marktbedingungen hätten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter verschärft.

Restrukturierung soll Zukunft sichern

Nach Angaben des Unternehmens ist die Entscheidung für die Eigenverwaltung Ausdruck einer aktiven und verantwortungsvollen Unternehmensführung. Ziel sei es, den Betrieb frühzeitig an die veränderten Marktbedingungen anzupassen und eine langfristig tragfähige wirtschaftliche Basis zu schaffen.

Im Mittelpunkt der Restrukturierung stehen nach Unternehmensangaben die nachhaltige Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, die Weiterentwicklung von Unternehmens- und Prozessstrukturen, gezielte Investitionen in moderne Prozessabläufe, die Weiterentwicklung des Produktportfolios, die nachhaltige Stärkung der finanziellen Basis sowie die langfristige Sicherung des regionalen Marktes.

Die Geschäftsführung bleibt während des gesamten Verfahrens handlungsfähig und steuert die Restrukturierung gemeinsam mit erfahrenen Sanierungsexperten. Unterstützt wird das Unternehmen durch den Restrukturierungsberater Björn Herzog von der Wirtschaftskanzlei Römermann. Begleitet wird das Verfahren von einem gerichtlich bestellten Sachwalter.

Mehr als 170 Jahre Brautradition

Die Brauerei Allersheim blickt auf eine mehr als 170-jährige Unternehmensgeschichte zurück. Seit der Gründung im Jahr 1854 befindet sich das Unternehmen nach eigenen Angaben in den Händen regionaler Familien.

Die Marken Allersheimer und Caluna stehen nach Unternehmensangaben seit Jahrzehnten für handwerkliche Braukunst und hohe Qualitätsansprüche. Die Brauerei engagiert sich zudem als Partner zahlreicher Vereine, Veranstaltungen und gesellschaftlicher Initiativen in der Region.

Die Herstellung der Biere erfolgt seit 2014 mit Brauwasser aus drei eigenen Brunnen in Westheim. Mehrfach verliehene DLG-Goldmedaillen unterstreichen nach Angaben des Unternehmens die Qualität der Produkte.

Geschäftsführer sieht Chancen für die Zukunft

„Unsere Branche befindet sich mitten in einem tiefgreifenden Wandel. Diesem Wandel begegnen wir nicht mit Stillstand, sondern mit einer klaren Entscheidung für die Zukunft unseres Unternehmens. Die Eigenverwaltung verschafft uns den notwendigen Rahmen, unsere wirtschaftliche Basis nachhaltig zu stärken und unser Unternehmen langfristig erfolgreich weiterzuentwickeln“, erklärt Geschäftsführer Dirk Brüninghaus.

Für Kundinnen und Kunden, Lieferanten sowie alle Geschäftspartner ergeben sich nach Angaben der Brauerei durch das Verfahren keine unmittelbaren Änderungen. Vertrieb und Auslieferung würden uneingeschränkt fortgeführt, alle Ansprechpartner stünden weiterhin zur Verfügung.

Bei der Eigenverwaltung handelt es sich um ein gesetzlich vorgesehenes Sanierungsverfahren für Unternehmen mit einer grundsätzlich tragfähigen wirtschaftlichen Perspektive. Die Geschäftsführung bleibt dabei handlungsfähig und führt das Unternehmen gemeinsam mit Restrukturierungsexperten durch den Sanierungsprozess.

Foto: TKu

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