Einbeck (awin). Noch ist das August-Wenzel-Stadion an der „Schützenstraße“ eine Baustelle. Doch wer am Montagvormittag über die Anlage ging, konnte bereits erkennen, wie nah die Sanierung der Laufbahn inzwischen am Abschluss ist. Tore und Bandenwerbung waren sorgfältig abgeklebt, die Bahn vorbereitet, die nächsten Arbeitsschritte absehbar. Rund 20 Vertreterinnen und Vertreter aus Stadt, Politik, Vereinen und beteiligten Unternehmen waren gekommen, um sich über den Stand der Arbeiten zu informieren.
Seit dem 18. Mai wird im Stadion gearbeitet. Was damals mit Baufahrzeugen und dem Abtragen des alten Belags begann, ist inzwischen weit vorangeschritten. Für Einbeck ist die Maßnahme mehr als eine notwendige Erneuerung. Das August-Wenzel-Stadion ist seit Jahrzehnten ein wichtiger Ort für Schulsport, Vereinstraining und Wettkämpfe. Nach rund 40 Jahren Nutzung soll die Anlage nun eine Laufbahn erhalten, die den Anforderungen der kommenden Jahre gerecht wird.
Bürgermeisterkandidatin Antje Sölter begrüßte die Anwesenden und sprach allen Beteiligten ein deutliches Lob aus. „Der Ablauf und die Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen verlief vorbildlich. Dieses Projekt zeigt: Wir können schnell und gut“, sagte sie. Auch Jens Ellinghaus, Leiter für Stadtentwicklung und Bauen, zeigte sich mit dem Baufortschritt zufrieden. „Wir sind sehr gut im Zeitplan und werden bis zum Ende der Sommerferien das Projekt abgeschlossen haben“, erklärte Ellinghaus. Vorgesehen ist, dass die Laufbahn zum Schulstart wieder freigegeben werden soll.
Matthias Zaft, Sachgebietsleiter Straßen- und Grünflächenmanagement, ordnete die Sanierung beim Ortstermin noch einmal ein. Die Erneuerung der Laufbahn war bereits seit mehreren Jahren Thema. Im Dezember 2024 stellte der Rat für den Haushalt 2025 rund 529.000 Euro bereit und erteilte den Planungsauftrag. Ursprünglich sollte die Bahn in drei Abschnitten erneuert werden. Im weiteren Verlauf zeigte sich jedoch, dass diese Lösung wirtschaftlich nicht sinnvoll gewesen wäre. Deshalb entschied der Rat am 3. September 2025, die Sanierung in einem Durchgang umzusetzen.
Diese Entscheidung ist nun auf der Anlage sichtbar. „Alles, was für den Unterbau in die Laufbahn musste, wurde eingebaut“, erklärte Zaft. Damit sind wichtige vorbereitende Arbeiten abgeschlossen, bevor die neue Oberfläche ihre endgültige Form erhält.
Die letzten Schritte sind wetterabhängig
Dipl.-Ing. Dieter Grundmann führte die Beteiligten anschließend über die Laufbahn und erläuterte die einzelnen Phasen des Bauprojekts. Entscheidend sind nun vor allem die kommenden Tage. Sollte das Wetter mitspielen, also kein Regen und kein Wind die Arbeiten erschweren, wird die rote Verschleißschicht mit einer Farbpistole aufgetragen. Damit keine Farbpigmente auf Bandenwerbung oder Tore gelangen, wurden diese bereits vollständig abgeklebt. Anschließend folgt die Linierung der Bahn. Halten die Wetterprognosen, könnten diese Arbeiten bis Ende dieser Woche abgeschlossen sein.
Neben der neuen Laufoberfläche wurden zahlreiche begleitende Arbeiten umgesetzt. Die Entwässerung wurde überarbeitet, Einfassungen wurden instand gesetzt und für den Wassergraben ein neuer Sickerschacht eingebaut. Außerdem wurden zwei neue Bodenhülsen für die Hindernisse gesetzt. Unter der Bahn wurden Leerrohre verlegt. Sie könnten später genutzt werden, falls eine Bewässerungsanlage für den Rasen eingebaut werden soll.
Auch die Weitsprunganlage wurde modernisiert. Sie erhielt einen neuen Absprungbalken, zudem wurde neuer Sand eingebracht, der sowohl für Weitsprung als auch für Beachvolleyball zertifiziert ist. Auf der Seite der Tribüne entstand außerdem eine 30 Zentimeter breite Mähkante, die dem Bauhof die Pflegearbeiten erleichtern soll. Eine komplette Umrundung des Stadions mit einer solchen Kante war aus finanziellen Gründen nicht möglich.
So bleibt der Ortstermin vor allem ein Blick auf die Zielgerade eines Projekts, das lange vorbereitet wurde und nun sichtbar vorankommt. Wenn die letzten Arbeitsschritte wie geplant gelingen, soll die neue Laufbahn pünktlich zum Schulstart freigegeben werden – und damit wieder das ermöglichen, wofür das August-Wenzel-Stadion seit Jahrzehnten steht: Sport mitten in Einbeck.



Fotos: awin
