Einbeck (red). Mit Blick auf die Kommunalwahl am 13. September, bei der auch der Rat der Stadt Einbeck für die Wahlperiode 2026 bis 2031 neu gewählt wird, haben Bündnis 90/Die Grünen ihr Wahlprogramm vorgelegt. Unter dem Motto „Mach's grün“ formuliert die Partei ihre Ziele für ein nachhaltiges, soziales und lebenswertes Einbeck.
Im Zentrum des Programms stehen nach Angaben der Grünen Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit als Leitprinzipien kommunalen Handelns. Konkret fordert die Partei unter anderem eine klimaneutrale Stadtverwaltung bis 2035 sowie einen verbindlichen „Klimacheck“ für Ratsentscheidungen.
Mehr Stadtgrün und erneuerbare Energien
Auch eine bessere Anpassung an die Klimakrise und die damit einhergehenden heißen Sommertage fordern die Grünen: Mehr Stadtgrün, Dach- und Fassadenbegrünungen sowie zusätzliche Bäume und die Entsiegelung geeigneter Flächen sollen Hitzeinseln reduzieren und Regenwasser besser vor Ort speichern.
Hinzu kommt nach den Vorstellungen der Partei der beschleunigte Ausbau von Windenergie und Photovoltaik, inklusive einer direkten finanziellen Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, beispielsweise über Energiegenossenschaften. Damit verbunden sei der Anspruch, Handwerk, Mittelstand, Landwirtschaft und Einzelhandel sowie nachhaltige und innovative Unternehmen zu stärken und die regionale Wertschöpfung zu fördern.
Radverkehr und ÖPNV im Fokus
Auch die Mobilität in Kernstadt und Ortschaften soll nach den Vorstellungen der Grünen neu gedacht werden. Die Partei fordert den Ausbau des Radwegenetzes, einen verlässlichen ÖPNV inklusive Rufbus sowie mehr und bessere Ladeinfrastruktur für E-Mobilität.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Familienpolitik. Das Programm sieht unter anderem attraktive Spiel- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche, bessere Arbeitsbedingungen für Kita-Fachkräfte, sanierte Schulen mit Ganztagsausbau, sichere Schulwege sowie mehr bezahlbaren Wohnraum vor, etwa durch neu gedachte Konzepte wie eine kommunale Wohnungstauschbörse.
Grüne wollen Kulturszene unterstützen
Im Bereich Kulturförderung wollen die Grünen die ehrenamtliche Kulturszene in Stadt und Dörfern langfristig finanziell und strukturell absichern, Kulturschaffende mit passgenauen Angeboten unterstützen sowie Kultureinrichtungen, Spielstätten und Proberäume erhalten und bereitstellen.
Einen deutlichen Akzent setzt das Programm zudem bei Verwaltung und Bürgerbeteiligung. Die Grünen fordern, Bürgerinnen und Bürger künftig früher und verbindlicher in kommunale Entscheidungen einzubinden – etwa durch Beteiligungsformate, die Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft direkt einbeziehen und Familien, Jugendliche, Seniorinnen und Senioren sowie Menschen ohne digitalen Zugang erreichen.
„Digitales Rathaus“ soll ausgebaut werden
Ergänzend soll das „digitale Rathaus“ konsequent ausgebaut werden, ohne dass persönliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner im Rathaus wegfallen. Kommunale Entscheidungen sollen nach den Vorstellungen der Partei grundsätzlich transparent, nachhaltig und zukunftsorientiert getroffen werden – im Interesse heutiger wie kommender Generationen.
Dazu gehört für die Grünen auch eine gestärkte Gleichstellung und Teilhabe. Insbesondere Frauen und andere bislang unterrepräsentierte Gruppen sollen in Politik, Ehrenamt und öffentlichem Leben besser unterstützt und bestehende Barrieren abgebaut werden.
Vier Spitzenkandidierende führen die Listen an
Angeführt werden die Grünen-Listen zur Ratswahl von vier Spitzenkandidierenden: Manfred Helmke, bereits amtierendes Mitglied des Stadtrats, führt die Liste für die Kernstadt an, gefolgt von Barbara Hübner. Für die Ortschaften tritt Hannah Fleetwood an, die zugleich Spitzenkandidatin für den Kreistag im Wahlbereich III (Einbeck Süd und Stadt Moringen) ist, gefolgt von Karl-Heinz Nikolai.
„Eine moderne, transparente Verwaltung, echte Bürgerbeteiligung und Gleichstellung gehören für uns zusammen – nur wenn alle Menschen in Einbeck gleichberechtigt mitreden und mitgestalten können, entstehen nachhaltige Entscheidungen, die von möglichst vielen mitgetragen werden“, so Hannah Fleetwood, Kandidatin und Vorstandssprecherin des Ortsverbands.
Das vollständige Wahlprogramm ist unter https://gruenlink.de/qggpd088re einsehbar.
Foto: Grüne