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Dassel

Dassel (red). Die Niedersächsischen Landesforsten sind mit der Errichtung eines Wildnisgebietes im Solling beauftragt. Über die Umsetzung und die Planungen berichtete auf Einladung des Kreistagsabgeordneten Gerhard Melching Förster Peter Martensen in Lauenberg. Die SPD-Stadtratsfraktion Dassel hält eine Nachbesserung des Konzeptes insbesondere bei der Wegeführung für den Brandschutz sowie für Freizeit und Tourismus für notwendig. Außerdem fordert sie einen Ausgleich für mögliche Beeinträchtigungen der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Dassel.

SPD sieht wirtschaftliche Nachteile für Dassel

Dass die 1.000 Hektar des Wildnisgebietes aus der Bewirtschaftung herausgenommen werden und der Wald sich im Grunde selbst überlassen wird, bedeutet nach Auffassung der SPD für die Forstwirtschaft in Dassel einen erheblichen Nachteil. Der Naturschutz sei eine anerkannte und bedeutende Aufgabe, der Bund und Land auch durch die Einrichtung von „Naturwäldern“ nachkämen.

Land- und Forstwirtschaft seien in Dassel von größerer Bedeutung als in anderen Regionen Niedersachsens. Neben den Landesforsten seien die Sägewerke, Fuhrunternehmen und Holzrücker in Dassel wichtige Wirtschaftsbetriebe. Die wirtschaftlichen Nachteile für die Entwicklung der Stadt Dassel müssten nach Auffassung der SPD-Ratsfraktion kompensiert werden.

Wegekonzept soll nach Auffassung der SPD überarbeitet werden

Das derzeit geplante Wegekonzept im Wildnisgebiet Solling berücksichtigt nach Ansicht der SPD die Belange der Stadt Dassel in den Bereichen Schutz vor Waldbränden sowie Freizeit und Tourismus nicht ausreichend. Nach Auffassung der SPD müsse das Wildnisgebiet für die Menschen erlebbar gemacht werden.

Ein Wildnisgebiet ohne Wege komme nach Ansicht der SPD faktisch einem Betretungsverbot gleich. In einem Wildnisgebiet sollen sich Fauna und Flora unbeeinträchtigt entwickeln. Dazu sei es nach Auffassung der Fraktion notwendig, Fahrrad- und Wanderwege entsprechend der sensiblen Bedingungen zu steuern und festzulegen. Niemand solle „querwaldein“ für Unruhe sorgen.

Die SPD hält es für wichtig, dass Menschen die Natur angemessen erleben könnten und nicht aus großen Teilen des Sollings ausgesperrt würden. Die Aussage, dass es kein Betretungsverbot gebe, reiche aus Sicht der Fraktion nicht aus.

Brandschutz spielt für die SPD eine zentrale Rolle

Als weiteren wichtigen Punkt nennt die SPD den Schutz der Bevölkerung und der Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden bei Waldbränden. Nach Angaben der Fraktion habe die Feuerwehr in Gesprächen immer wieder deutlich gemacht, dass ein Waldbrand bereits in der Entstehungsphase schnell bekämpft werden müsse.

Die Feuerwehr habe bereits vor längerer Zeit darauf hingewiesen, dass die Waldbrandkarten überarbeitet werden müssten. Dabei sollten nach Auffassung der SPD Routen im Kreisverkehr für Feuerwehrfahrzeuge festgelegt werden, da Begegnungsverkehr auf den Waldwegen nicht möglich sei und ein Einschluss von Einsatzkräften im Falle eines Waldbrandes unbedingt verhindert werden müsse. Außerdem sollten nach Ansicht der Fraktion Wasserentnahmestellen revitalisiert werden.

16,7 Kilometer Waldwege sollen aufgegeben werden

Nach derzeitigen Planungen sollen nach Angaben der SPD 16,7 Kilometer Waldwege aufgegeben werden. Teilweise endeten Waldwege am Wildnisgebiet in einer Wendeschleife. Obwohl seit Jahren über eine Verbesserung der Waldbrandbekämpfung im Solling gesprochen werde, stellten die aktuellen Planungen nach Auffassung der SPD eine deutliche Verschlechterung dar.

Damit könne eine adäquate Brandbekämpfung über die verbleibenden Wege nach Darstellung der Fraktion teilweise erst in der Nähe von Ortschaften wie Sievershausen und Relliehausen beginnen. Einzelne städtische Flächen könnten ihrer Einschätzung nach kaum noch erreicht werden.

SPD unterstützt Forderungen von Bürgermeister Sven Wolter

Der Solling sei zwar ein Mischwaldgebiet und nach Einschätzung der SPD nicht so gefährdet wie reine Nadelwälder. Die Fraktion verweist jedoch auf aktuelle Waldbrände in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, bei denen nach ihrer Darstellung auch Mischwälder betroffen gewesen seien und Ortschaften hätten evakuiert werden müssen.

Die SPD Dassel kündigt an, die Forderungen nach einem besseren Schutz der Bevölkerung und der Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden, die Bürgermeister Sven Wolter nach Angaben der Fraktion anlässlich der Informationsveranstaltung vorgebracht habe, vollumfänglich zu unterstützen.

Aus Sicht der SPD dürfe Naturschutz vor diesem Hintergrund nicht wichtiger sein als der Schutz von Menschen und Häusern. Das Land Niedersachsen müsse als Eigentümer des Sollings nach Auffassung der Fraktion die notwendigen Wege sichern.


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Holzminden (awin). Wenn Beschwerden plötzlich auftreten und sich nicht einschätzen lassen, beginnt für Betroffene oft die Suche nach der richtigen medizinischen Anlaufstelle. Ab Dienstag, 1. September, gibt es dafür in Holzminden ein zusätzliches Angebot: Das Regionale Krankenhaus eröffnet eine Akut-Ambulanz. Sie richtet sich an Menschen, deren Beschwerden zeitnah abgeklärt werden sollten. Ein Termin oder eine Überweisung ist dafür nicht erforderlich.

Geöffnet ist die Akut-Ambulanz montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr. Sie befindet sich im ersten Obergeschoss des Regionalen Krankenhauses am „Forster Weg 34“. Geschäftsführer Ingo Goldammer verbindet mit dem Start einen weiteren Entwicklungsschritt: „Wir als Krankenhaus-Betrieb freuen uns, ein neues Kapitel aufzuschlagen.“

Wenn zunächst unklar ist, was hinter den Beschwerden steckt

Gedacht ist das Angebot unter anderem für neu aufgetretene oder sich verschlechternde Beschwerden, Schmerzen und andere gesundheitliche Probleme, die zeitnah ärztlich untersucht werden sollten. Gerade wenn die Ursache zunächst unklar ist, soll die Akut-Ambulanz Orientierung geben und den weiteren Behandlungsweg klären.

„Viele Menschen sind unsicher, wie ernst ihre Beschwerden einzuschätzen sind oder an wen sie sich wenden sollen“, berichtet Dr. Andreas Press, Ärztlicher Leiter des Regionalen Krankenhauses Holzminden. Die Akut-Ambulanz setze genau an diesem Punkt an. Patientinnen und Patienten sollen dort ärztlich eingeschätzt werden, die notwendige Diagnostik erhalten und bei Bedarf direkt zur weiteren Behandlung vermittelt werden.

Fachärztliche Behandlung direkt am Standort möglich

Dabei kann das Regionale Krankenhaus auf die Facharztpraxen des MVZ Holzminden am selben Standort zurückgreifen. Je nach Befund können weitere Untersuchungen oder eine fachärztliche Behandlung veranlasst werden. Bei Verletzungen oder Beschwerden des Bewegungsapparates ist beispielsweise eine Weiterleitung an die chirurgischen oder orthopädischen Praxen im Haus möglich.

Auch eine stationäre Aufnahme kann sich unmittelbar anschließen, wenn eine weitere Überwachung oder eine Behandlung über Nacht erforderlich ist. Das Regionale Krankenhaus verfügt über 20 Betten sowie eine durchgehende ärztliche und pflegerische Versorgung.

„Wir bieten Versorgung eins-zu-eins auf Krankenhaus-Niveau“, betont Goldammer. Der Vorteil des Modells liege aus Sicht des Geschäftsführers darin, Diagnostik, fachärztliche Behandlung und bei Bedarf die stationäre Versorgung an einem Standort miteinander verbinden zu können.

Melina Potthast entscheidet sich bewusst für Holzminden

Eine zentrale Aufgabe in der neuen Akut-Ambulanz übernimmt Melina Potthast als Physician Assistant. Den Standort kennt sie bereits aus ihrer früheren Tätigkeit im Holzmindener Krankenhaus. Nach ihrer Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten und ihrer Arbeit in der damaligen Notaufnahme absolvierte sie ein dreijähriges Studium zur Physician Assistant.

Nun kehrt sie nach Holzminden zurück. „Ich habe mich ganz bewusst für den Standort Holzminden entschieden. Die Stelle war bei mir die erste Wahl“, sagt Potthast. Goldammer zufolge sei ihre Position wichtig, weil damit ärztliche Kompetenz unmittelbar in den Aufnahmebereich gebracht werde.

Melina Potthast bei der Arbeit
Bei lebensbedrohlichen Notfällen bleibt die 112 entscheidend

Eine Notaufnahme für lebensbedrohliche Situationen ist die Akut-Ambulanz allerdings nicht. Bei Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall, bei schweren Verletzungen, Bewusstlosigkeit oder anderen akuten Notfällen muss weiterhin unverzüglich der Notruf 112 gewählt werden.

Ebenso ersetzt das Angebot weder die hausärztliche Betreuung noch den ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung außerhalb der regulären Sprechzeiten. Die Akut-Ambulanz soll die bestehende ambulante Versorgung ergänzen.

Krankenhaus erhofft sich Entlastung für die Region

Mit dem neuen Angebot reagieren die Verantwortlichen zugleich auf die Situation der medizinischen Versorgung im Landkreis. „Mit der Akut-Ambulanz wollen wir auch Entlastung schaffen im Hinblick auf schließende Hausarzt-Praxen und überfüllte Notaufnahmen“, erklärt Goldammer. Ob und in welchem Umfang das gelingt, wird sich nach dem Start im laufenden Betrieb zeigen.

Für die Pflegerische Leitung Nina Möller steht die Eröffnung auch für die Entwicklung des Krankenhausstandortes. „Es ist schön zu sehen und einfach klasse, dass wir uns weiterentwickeln“, sagt sie.

Fotos: awin

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