Gandersheimer Domfestspiele zeigen „Love Letters“ als berührende Studioproduktion am 11. und 12. Juli
Lesedauer: 6 Minuten
Bad Gandersheim-Kalefeld
Bad Gandersheim (red). Was wäre, wenn sie sich keine Briefe geschrieben hätten? Diese Frage stellt die Studioproduktion „Love Letters“, die am Freitag, 11. Juli, und Samstag, 12. Juli, jeweils um 19 Uhr auf der Studiobühne im Probenzentrum der Gandersheimer Domfestspiele zu sehen ist.
Mit der Inszenierung des Stücks von Albert R. Gurney in der Regie von Lukas Keller eröffnen die Gandersheimer Domfestspiele die Studiobühne der 67. Spielzeit. Auf der Bühne stehen Kristin Mössinger-Germer und Lothar Germer vom Theater aus der Zwischenzeit. Gemeinsam erzählen sie die bewegende Geschichte von Melissa und Andrew, die über Jahrzehnte hinweg durch ihre Briefe miteinander verbunden bleiben.
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Zwei Schauspielende erzählen eine besondere Liebesgeschichte
Intendant Achim Lenz zeigt sich begeistert von der Produktion. Den beiden Schauspielenden gelinge es, die Geschichte so zu erzählen, dass man ihr aufmerksam und gerne folge. Zudem passe das Stück hervorragend zum Motto der diesjährigen Spielzeit „Was wäre wenn“.
„Was wäre, wenn sich Melissa und Andrew nicht nur Briefe geschrieben hätten?“, fragt Lothar Germer. „Wenn sie die vier bis fünf Chancen ergriffen hätten, sich kennenzulernen.“
Die Inszenierung zeigt, wie das Leben der beiden Figuren gleichsam in einer Kiste weiterlebt. Aus dieser holen Kristin Mössinger-Germer und Lothar Germer nach und nach die Geschichte hervor, tauchen immer tiefer in die Welt der Briefe ein und nehmen schließlich die Persönlichkeit der beiden Briefeschreiber an.
Theater mit Nähe und intensiver Atmosphäre
Das Besondere an der Inszenierung: Melissa und Andrew erscheinen nicht selbst auf der Bühne. Stattdessen wird ihre Lebensgeschichte von zwei anderen Menschen erzählt und gemeinsam mit dem Publikum entdeckt. Dadurch entsteht zunächst auch ein Moment der Neugier, wenn die Briefe zweier fremder Menschen gelesen werden und sich deren Lebenswege Stück für Stück entfalten.
Regisseur Lukas Keller sieht darin zugleich die zentrale Frage des Stücks: „Welchen Stellenwert räumen wir der Liebe in unserem Leben ein? Geben wir uns dem einen emotional verbundenen Menschen hin oder lassen wir uns doch von Familie, Freunden oder Beruf beeinflussen?“ Am Ende bleibe für die Zuschauerinnen und Zuschauer die Frage, ob sie dieselben Entscheidungen getroffen hätten.
Die Aufführung findet in der intimen Atmosphäre der Studiobühne statt. Ohne großes Bühnenbild und mit unmittelbarer Nähe zum Publikum entsteht ein intensives Theatererlebnis, das die Gefühlswelt der Figuren besonders eindrucksvoll erlebbar machen soll.
Theater aus der Region auf der Studiobühne
Kristin Mössinger-Germer und Lothar Germer spielen seit vielen Jahren gemeinsam Theater. Nach ihrer Arbeit in einer Theatergruppe begannen sie 2015 mit eigenen Produktionen. 2020 spielte Lothar Germer die Titelrolle in „Judas“, inszeniert von Kristin Mössinger-Germer.
Nach einer Gastinszenierung von „Alte Liebe“ entstand der Wunsch, selbst „Love Letters“ auf die Bühne zu bringen. Beide reizt insbesondere die intensive Figurenarbeit und das Hineinversetzen in unterschiedliche Charaktere. „Mit Hilfe eines guten Regisseurs ist es dann die Aufgabe, sich zu trauen zu zeigen, was man bei der Figurentwicklung in sich selbst dazu gefunden hat“, sagt Lothar Germer.
Lukas Keller betont: „Kristin Mössinger-Germer und Lothar Germer gehören zu denen, die nicht nur auf der Bühne stehen wollen, um etwas zu spielen, sondern weil sie etwas zu erzählen haben.“
Weitere Produktionen bis Mitte August
Unter dem Motto „Was wäre wenn“ zeigen die Gandersheimer Domfestspiele noch bis zum 16. August vor der Stiftskirche die Produktionen „Die acht Frauen“, „Come together – die große Beatles-Show“, „Hello, Dolly!“ sowie das Kinder- und Familienstück „Pinocchio“.
Auf der Studiobühne stehen außerdem „Das Bildnis des Dorian Gray“, „Pure Piaf – Edith, ihr Leben, ihre Chansons“ sowie „Love Letters“ auf dem Programm.
Eintrittskarten gibt es über die Kartenzentrale der Gandersheimer Domfestspiele, Stiftsfreiheit 12, telefonisch unter 05382/9553311, per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. sowie online unter www.gandersheimer-domfestspiele.de.
Foto: Julia Lormis
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Mittelaltermarkt „Anno 1250“ bringt Ritter, Drachen und Gaukler in den Archäologiepark Höxter
Lesedauer: 7 Minuten
Kreis Höxter
Höxter (red). Drachenfeuer, Ritterturniere, Gaukler, Musik und mittelalterliches Markttreiben: Vom 10. bis 12. Juli verwandelt sich der Archäologiepark Höxter in Corvey erneut in die Welt von „Anno 1250“. Mehr als 400 Aktive bauen auf dem rund drei Hektar großen Gelände eine große Zeltstadt auf. Ritter, Spielleute, Händler, Komödianten, Handwerker, Heerlager, Stelzenwesen und ein Drache sollen den Mittelaltermarkt zu einem der großen Sommerereignisse in Höxter machen.
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Drache „Fangdorn“ kommt nach Höxter
Besonders viel Aufmerksamkeit dürfte „Fangdorn“ auf sich ziehen. Der zehn Meter lange und drei Meter hohe Drache wird von zwei Personen gesteuert und kann sich nach Angaben der Veranstalter natürlich bewegen. Mit Gebrüll, schlagendem Schweif, aufgestellten Flügeln, Rauch aus den Nüstern und Feueratem wird er mehrmals täglich im Archäologiepark zu sehen sein. „Wir freuen uns, in Höxter den Drachen Fangdorn präsentieren zu können, für den am Wall der Platz nicht ausgereicht hat“, sagt Nobby Morkes von Anno Events aus Gütersloh.
Zu sehen ist „Fangdorn“ am Freitag um 17 Uhr und 21.30 Uhr, am Samstag um 13.30 Uhr, 17.30 Uhr und 21 Uhr sowie am Sonntag um 12 Uhr und 17 Uhr. Tagsüber zeigt das Drachentheater das Märchen vom Elfenschatz. Am Freitag- und Samstagabend folgt die Feuershow „Von Drachen und Sternen“.
Ritterturniere, Feuerreiter und Musik von Fabula
Auch die Ritterturniere von Mandshur Tengri gehören wieder zum Programm. Unter dem Titel „Die vier Elemente“ zeigen die Ritter hoch zu Ross neue Stunts. Dabei sollen Lanzen splittern, Schwerter krachen und Ringe im vollen Galopp aufgespießt werden. In der Dämmerung sind zudem die Feuerreiter unterwegs. Die Turniere finden am Freitag um 19 Uhr und 21 Uhr, am Samstag um 15.30 Uhr, 18.30 Uhr und 21.30 Uhr sowie am Sonntag um 14.30 Uhr und 18.30 Uhr statt. „Es ist etwas ganz Besonderes, dass wir zwei unterschiedlichen Feuershows am Abend bieten können“, freut sich Madita Alberding vom Huxarium Gartenpark.
Musikalisch setzt „Anno 1250“ auf die Mittelalterband Fabula. Die Band blickt auf 30 Jahre Bühnenerfahrung und mehr als 800 Auftritte bei Mittelalter-Spektakeln, Konzerten und Folkfestivals in Europa zurück. In Höxter tritt Fabula am Freitag um 18.30 Uhr und 20.30 Uhr, am Samstag um 14 Uhr, 16 Uhr, 19 Uhr und 20.30 Uhr sowie am Sonntag um 13.30 Uhr, 15 Uhr und 17.30 Uhr auf. „Fabula bringt mit rhythmischer Sackpfeifenmusik aus allen vier Winden gute Laune, die Tanzbeine zum Wirbeln, die Herzen zum Lachen und das Blut in Wallung“, verspricht Morkes.
Schabernack, Gaukler und Handwerk im Archäologiepark
Für humorvolle Momente sorgen die Komödianten von Zeter und Mordio. Eva Medusa Gühne und Wolfgang Gundacker sind seit 1992 als Straßenclowns unterwegs und bringen mittelalterliches Possenspiel nach Höxter. Ihre Auftritte sind am Freitag um 20 Uhr, am Samstag um 16 Uhr und 19.30 Uhr sowie am Sonntag um 15.30 Uhr geplant. Zusätzlich sind sie als Walking-Acts auf dem Markt unterwegs. Gaukler Max jongliert mit Bällen, Fackeln und Keulen. Er tritt am Freitag um 17 Uhr und 20 Uhr, am Samstag um 13.30 Uhr, 15.30 Uhr, 17 Uhr und 20 Uhr sowie am Sonntag um 12 Uhr, 14 Uhr und 18 Uhr auf. Auch die Stelzenwesen des Federgeisttheaters ziehen über das Gelände.
Für die Veranstalter hat der Markt in diesem Jahr eine besondere Bedeutung. „Erstmals in der Geschichte von Anno veranstalten wir einen Markt auf wirklich historischem Grund und lassen die untergegangene Stadt Corvey für ein Wochenende wieder auferstehen“, sagt Morkes. Das Welterbe in Sichtweite sei für Aussteller und Besucher ein zusätzlicher Reiz. Die Standplätze seien seit Monaten ausgebucht.
Erwartet werden mehrere Tausend Besucherinnen und Besucher. Sie können über den Markt schlendern, in den Tavernen unter anderem Flammlachs, Schwein am Spieß oder Knobi-Brot kosten und Handwerkerinnen und Handwerkern beim Drechseln, Schmieden, Spinnen, Töpfern, Weben, Seiledrehen oder Ledernähen zuschauen.
Öffnungszeiten, Eintritt und Anreise
„Anno 1250“ öffnet am Freitag von 16 bis 22 Uhr, am Samstag von 13 bis 22 Uhr und am Sonntag von 11 bis 19 Uhr. Eintrittskarten gibt es vorab online beim Huxarium Gartenpark sowie in der Tourist-Info Höxter. Reguläre Tickets kosten 16 Euro ab 14 Jahren, ermäßigte Karten 13 Euro. Kinder ab 1,20 Meter Körpergröße zahlen 9 Euro. An der Tageskasse werden außerdem vergünstigte Mehrtageskarten für zwei Tage oder das komplette Wochenende angeboten.
Kostenlose Parkmöglichkeiten gibt es auf dem Besucherparkplatz vor Schloss Corvey sowie entlang der Straße „Am Hafen“. Vom Bahnhaltepunkt Höxter ist der Archäologiepark rund zwei Kilometer entfernt. Am Samstag und Sonntag pendelt ab 11 Uhr stündlich die Bimmelbahn zwischen der Innenstadt und Corvey.
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